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12.11.2013

12:40 Uhr

Grünes Glücksspiel

Kennzeichen-Lotto in China

Quelle:Spotpress

In Peking spielt man als Autofahrer nicht „6 aus 49“, sondern Kennzeichen-Lotto, neuerdings ganz in grün: Denn jetzt sollen in der chinesischen Hauptstadt emissionsarme Autos bevorzugt behandelt werden.

Verkehrsstau in Peking bei Smog dpa

Verkehrsstau in Peking bei Smog

Der Straßenverkehr in Chinas Hauptstadt soll sauberer werden, dabei werden Pekings Autofahrer allerdings zu ihrem Glück gezwungen: Die Kennzeichen-Lotterie, mit deren Hilfe die Zulassungen vergeben werden, bevorzugt künftig „grüne“ Autos. 2017 sollen 40 Prozent der neuen Fahrzeuge Spritspar-, Hybrid- oder Elektro-Autos sein, schreibt die Tageszeitung „China Daily“. Darüber hinaus reduziert die Stadtverwaltung auch noch die absolute Zahl der Autos, die pro Jahr überhaupt neu zugelassen werden dürfen um fast 40 Prozent.

Chinas Hauptstadt versucht verzweifelt, das zunehmende Verkehrschaos und die Luftverschmutzung in den Griff zu bekommen. Seit 2011 ist die Zulassung von Pkw in der Hauptstadt beschränkt, die Kennzeichen werden in einer Lotterie vergeben. 20.000 neue Nummernschilder waren es bisher jeden Monat, 240.000 pro Jahr – bei deutlich mehr Fahrwilligen: Die Chance, ein Kennzeichen zu gewinnen liegt laut „China Daily“ derzeit bei eins zu 90.

Nach einem neuen Plan zur Emissionskontrolle will die Stadtverwaltung die Zulassung ab dem kommenden Jahr und bis 2017 auf 150.000 Fahrzeuge p.A. reduzieren, das wären 12.500 pro Monat und damit 37,5 Prozent weniger als bisher.

Darüber hinaus werden „grüne“ Fahrzeuge, also zum Beispiel Autos mit alternativem Antrieb, gefördert: Für sie ist ein steigender Anteil der begrenzten Kennzeichen reserviert, von 20.000 im kommenden Jahr bis zu 60.000 im Jahr 2017. Damit wären in vier Jahren 40 Prozent der Zulassungen emissionsarme Fahrzeuge. Die Regelung könnte den Absatz von sauberen Autos in Peking künftig beflügeln.

Die neuen Restriktionen stehen in einer langen Reihe von Maßnahmen der Stadtverwaltung im Kampf gegen die Belastungen durch den Verkehr. In der Metropole mit rund 21 Millionen Einwohnern ist die Luftqualität nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO eine der schlechtesten der Welt.

Erst Ende Oktober hat die Kommune einen Notfallplan aufgelegt; bei zu viel Smog dürften demnach an einigen Tagen nur noch Autos mit geraden, an anderen nur solche mit ungeraden Nummern auf dem Kennzeichen unterwegs sein. Seit Anfang des Jahres gelten darüber hinaus in Peking neue Abgasvorschriften, die ungefähr der Euro-5-Norm entsprechen. Zusätzlich gibt es finanzielle Anreize für den Kauf eines E- oder Plug-in-Hybrid-Fahrzeugs.

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