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19.10.2012

12:45 Uhr

Hehlerware bei Ebay

Neun von zehn Navis sind geklaut

Quelle:MID

Auf der Internetauktions-Plattform Ebay tummeln sich nach Angaben der Polizei in Passau und dem Automagazin "Auto Bild" gestohlene Navigationssysteme. Dabei konnten die Tester auch illegale Auftragsarbeiten beobachten.

Das im Test verwendete VW-Navi RNS 510 wird von Continental gefertigt. mid

Das im Test verwendete VW-Navi RNS 510 wird von Continental gefertigt.

HamburgViele fest eingebaute Auto-Navigationssysteme, die im Internetauktionshaus Ebay angeboten werden, sind laut der Passauer Polizei und dem Automagazin "Auto Bild" Diebesgut. 90 Prozent der zu Testzwecken erworbenen Geräte waren als gestohlen gemeldet. Die Fahnder hatten die Geräte verdeckt ersteigert.

Die Navigationsgeräte wurden zuvor in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Tschechien entwendet. Um die illegale Herkunft des Geräts zu verschleiern, würden teilweise auch selten genutzte Ebay-Konten geknackt, um darüber die Ware auf der Plattform anzubieten.

Auch kriminelle Auftragsarbeiten waren während der Testkäufe beobachtet worden. Ein Navigationssystem vom Typ RNS 510 aus dem VW-Konzern wurde erst entwendet, als die Versteigerung dieses Geräts bereits schon drei Tage lief. "Es ist nahezu unmöglich, bei Ebay ein legales Gerät zu kaufen“, sagt der Fahndungsgruppenleiter Jürgen Zöls der Zeitschrift.

Der Plattform-Betreiber dementiert die von der Polizei genannte Zahl gestohlener Navigationsgeräte in seinen Online-Auktionen. "Wir können nicht bestätigen, dass der Anteil gestohlener Navigationsgeräte an den gesamten Angeboten in diesem Bereich auch nur annähernd so hoch ist, wie von 'Auto Bild' dargestellt", sagte Unternehmenssprecherin Maike Fuest dem Magazin.

Bei den Probe-Käufen beschränkten sich die Tester auf Modelle von VW. Ein Gerät war das kleinere Navigationssystem RNS 310, die restlichen vom Typ RNS 510 (und ein baugleiches Gerät von Skoda), wie es zum Beispiel im VW Golf oder Passat eingesetzt wird. Die Preise lagen für gebrauchte Geräte auf dem marktüblichen Niveau von 600 bis 1.000 Euro.

Der Test ist aber keinesfalls repräsentativ. Dazu wurden insgesamt zu wenig Geräte gekauft, zudem waren es nur VW-Systeme. Auf andere Hersteller kann diese Test-Aktion nicht direkt übertragen werden.

Erschreckend ist aber, wie einfach ein solches Gerät zu stehlen ist. Hinter einer einfachen Plastik-Blende rund um den Bildschirm, die sich bei den getesteten Skoda- und Volkswagen-Modellen einfach abziehen lässt, befinden sich nur vier Torx-Schrauben. Mit einem kleinen Akku-Schrauber sind auch die in wenigen Sekunden entfernt. Danach müssen das Gerät nur noch aus dem genormten Schacht genommen und die Kabel abgezogen werden. Der ganze Vorgang dauert im Test der "Auto Bild" weniger als 60 Sekunden.

Als einfache Schutzmaßnahme empfiehlt das Blatt, die Torx-Schrauben gegen Schlitz- oder Kreuzschrauben aus dem Baumarkt zu ersetzen. Die Einbrecher sind auf diese "Modifikation" oft nicht eingestellt und haben nur den passenden Torx-Aufsatz dabei. Ein effektiver Schutz ist das nicht. Deswegen fordert das Magazin die Hersteller auf, die teuren Geräte besser gegen Diebstahl zu sichern.

Autoversicherung: Was die neuen Typklassen bedeuten

Umstufungen

Rund die Hälfte der in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge wird in eine neue Typklasse umgestuft. Der Grund: Erstmals werden das Alter des Versicherungsnehmers und das Alter des jüngsten Nutzers des Fahrzeugs bei der Einteilung der Typklasse berücksichtigt.

Quelle: GDV

Grund

Die Typklassen spiegeln die Schaden- und Unfallbilanzen eines jeden in Deutschland zugelassenen Automodells wider. Wurden mit einem Autotyp weniger Schäden gegenüber den Vorjahren gemeldet und entschädigt, wird das Modell in eine niedrigere Typklasse eingestuft. Um die Typklasse eines Autos exakt zu bestimmen, analysiert der GDV jedes Jahr die Schadenbilanzen der Fahrzeugtypen – das sind rund 22.000 verschiedene Automodelle.

Prinzip

Je höher die Einstufung ist, desto teurer ist die Autoversicherung.

Haftpflicht

In der Kfz-Haftpflichtversicherung ändert sich die Typklasse bei über 90 Prozent der Umstufungen nur um eine Klasse. Rund 55 Prozent der umgestuften Fahrzeuge werden eine Klasse höher und rund 36 Prozent eine Klasse niedriger eingestuft. Die Typklasse in der Kfz-Haftpflichtversicherung wird in erster Linie von der Fahrzeugart und der Fahrweise der Nutzer beeinflusst. In der Kfz-Haftpflichtversicherung gibt es 16 Typklassen (10-25).

Beispiele

In der Haftpflicht steigt die Typklasse für den „BMW 335l (390 L), 225 kW“ um drei Stufen von Klasse 16 auf Klasse 19. Der Citroen „C$ 1.6 HDI (N), 82 kW“ steigt von Klasse 15 auf 18. Der „Mazda 3 FLH 2.0 (BL) 110 kW“ steigt ebenfalls von Klasse 15 auf 18.

Vollkasko

In der Vollkaskoversicherung sind insgesamt knapp 45 Prozent der Fahrzeuge von Umstufungen betroffen: Für rund 32 Prozent der betroffenen Fahrzeuge geht es eine Klasse rauf und für rund 59 Prozent geht es eine Klasse runter. In der Vollkaskoversicherung gibt es 25 Typklassen (10-34)

Beispiele

In der Vollkaskoversicherung steigt die Typklasse für den den Opel „Astra-J Sportstourer 1.4 T, (P-J/SW) 103 kW“ um acht Stufen von 14 auf 22.

Beim Ford „Grand C-Max / C-Max 1.6, (DXA), 77 kW“ sind es vier Klassen: Die Einstufung steigt von 18 auf 22.

Teilkasko

In der Teilkaskoversicherung werden etwas mehr als die Hälfte der Fahrzeuge umgestuft: rund 21 Prozent davon um eine Klasse höher und knapp 75 Prozent davon eine Klasse niedriger. In der Teilkasko gibt es 24 Typklassen (10-33). In der Kaskoversicherung werden neben Verkehrsunfällen auch Autodiebstähle, Fahrzeugbrände oder Glasschäden bei der Einstufung in die Typklasse berücksichtigt.

Beispiele

In der Teilkasko steigt die Einstufung des VW „Polo V 1.2, (6R), 51 kW“ um drei Klassen von 14 auf 17.

Der Honda „CR-V 2.0, (RE5), 110 kW“ geht um vier Stufen hoch von Klasse 22 auf 26.

Internet

Autofahrer erfahren die Typklasse ihres Fahrzeugs unter www.typklasse.de.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

19.10.2012, 14:45 Uhr

Ein weiterer Grund die völlig überteuerten Werksgeräte einfach nicht zu kaufen. Gleicwertige Technik bei Mediamarkt und Co für ein Zehntel des Preises, und der Diebstahlschutz ist auch noch integriert - man nimmt das Gerät einfach mit...

RalphFischer

19.10.2012, 18:30 Uhr

Ich empfehle, mit einem 8mm Bohrer das Torx-Futter abzuschleifen.

Ist zwar lästig wenn man es mal ausbauen muss, aber dafür hat man wesentlich mehr Zeit als ein Dieb....

Account gelöscht!

20.10.2012, 23:50 Uhr

Die ist doch ganz einfach zu lösen,um den Diebstahl zu erschweren.Ich frage mich als dummer alter KFZ Meister warum ,bei vielen Herstellern und bei vielen Teilen,in der Konstruktion so gearbeitet wird.Egal was gebaut wird ,es sollten alle Eventualitäten bei der Konstruktion beachtet werden.
1.Anbringung von Abreißschrauben.Bei diesen Schrauben dreht sich der Kopf bei einem Bestimmten Drehmoment ab.Und es ist dann schwer diese zu entfernen.
2.Zusätzliche Sicherung des Gerätes von hinten.Dort gibt es auch viele sehr billige, einfache und clevere möglichkeiten.
Die Probleme der Autobauer und Zulieferer sind aber auch noch anderweitig,insbesondere die Deutschen Hersteller , vorhanden .Man hat das Gefühl das an vieles nur halbherzig angegangen wird.

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