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08.01.2007

15:03 Uhr

Hehre Ziele

Deutsche Autobauer nutzen US-Schwäche

VonMartin Buchenau

In 2006 haben die deutschen Autobauer in den USA einen Achtungserfolg hingelegt: Die Verkäufe waren zwar nicht so stark wie anno dazumal, doch besser als in den Vorjahren. In 2007 wollen die Hersteller noch stärker von der Schwäche der US-Giganten GM, Ford und Chrysler profitieren. Die Deutschen haben aber nicht nur die „großen Drei“ im Visier.

Mit Wagen wie dem Mercedes Ocean Drive - vorerst nur eine Studie - wollen die deutschen Autobauer auch künftig die Amerikaner das Fürchten lehren. Foto: ap ap

Mit Wagen wie dem Mercedes Ocean Drive - vorerst nur eine Studie - wollen die deutschen Autobauer auch künftig die Amerikaner das Fürchten lehren. Foto: ap

DETROIT. „Die deutschen Marken werden bei einem rückläufigen US-Gesamtmarkt erneut gegen den Trend wachsen“, prognostizierte Bernd Gottschalk, der Präsident des Verbandes der deutschen Automobilindustrie (VDA), am Sonntag auf der Automesse in Detroit. Er rechnet damit, dass die deutschen Hersteller in den nächsten beiden Jahren die Hürde von jährlich einer Million in den USA verkaufter Fahrzeuge überspringen werden. Neue Modelle mit im Vergleich zur US-Konkurrenz günstigerem Spritverbrauch sollen dabei helfen.

Dass die Deutschen im Gegensatz zu Toyota und Honda noch kein Hybridfahrzeug mit einer Kombination aus Verbrennungsmotor und Elektroantrieb auf dem Markt haben, hält Gottschalk für bedauerlich, aber angesichts der in den USA verkauften insgesamt 250 000 Hybrid-Fahrzeuge für weniger dramatisch. „Die deutsche Dieseltechnologie wird in den USA den Durchbruch mit den neuen Modellen ab 2008 schaffen“, ist sich Gottschalk sicher. Auch die Lücke beim Hybrid werde geschlossen. „Wir werden auf beiden Hochzeiten tanzen.“

Das ist auch dringend notwendig. Offene Flanken kann sich kein Hersteller auf dem schrumpfenden, aber immer noch weltgrößten Automarkt leisten. „In den USA werden wie in den gesättigten Märkten Westeuropa und Japan die Autoverkäufe zurückgehen und der Wettbewerbsdruck weiter zunehmen“, sagt auch Analystin Maria Bissinger von der Ratingagentur Standard & Poor's.

Deutsche Automarken legten 2006 zu

Insgesamt wurden in den Vereinigten Staaten nach Angaben der US-Organisation Autodata 16,5 Mill. Fahrzeuge verkauft, 2,6 Prozent weniger als 2005. Die Autoexperten der Kreditrating-Agentur Fitch schätzen, dass der Autoabsatz 2007 sogar weiter auf 16,1 Mill. Autos fallen wird, Merrill Lynch geht von 16 Mill. Fahrzeugen aus. Gottschalk rechnet immerhin mit 16,2 Mill. Fahrzeugen.

Nach den Rückschlägen einiger Marken in den vergangenen Jahren haben Mercedes und Co. im Jahr 2006 in den USA neue Rekorde eingefahren. Sie konnten ihren Absatz gegen den negativen Trend um sechs Prozent auf 921 000 Personenwagen steigern. Die breite Palette verbrauchsgünstiger Modelle half ihnen dabei. Auch im Dezember schnitten die deutschen Marken besser ab als der Gesamtmarkt. Selbst VW konnte nach fünf Jahren mit Einbußen im vergangenen Jahr in den USA wieder den Vorwärtsgang einlegen. Der größte deutsche Autohersteller erzielte auf dem Markt ein Absatzplus von 4,9 Prozent auf gut 235 000 Fahrzeuge. Die VW-Tochter Audi schloss das Jahr mit einem Absatzrekord von gut 90 000 Fahrzeugen ab und konnte damit einen Zuwachs von 8,5 Prozent einstreichen.

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