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19.01.2005

10:55 Uhr

Hindernisse im Umkreis von etwa 20 Metern erfassen und warnen

Erste Autos mit Radar noch 2005

Mercedes-Benz will noch im Laufe dieses Jahres als weltweit erster Hersteller Autos mit Radar ausstatten. Die Europäische Kommission hatte Anfang der Woche die Frequenzzuteilung genehmigt und damit die Weichen für neue Sicherheitssysteme im Auto gestellt.

hz FRANKFURT/M. Daimler-Forschungsvorstand Thomas Weber deutete bereits an, dass das Nahbereichsradar in der neuen S-Klasse der Stuttgarter seine Premiere feiern wird, die noch im Herbst auf der Autoshow IAA vorgestellt wird. Zuvor muss die Brüsseler Entscheidung jedoch noch in nationales Recht umgesetzt werden. Experten gehen davon aus, dass dies bis Anfang Juli geschehen werde.

Die Radarsensoren sollen Hindernisse im Umkreis von etwa 20 Metern rund um das Auto erfassen und einen drohenden Unfall voraussehen, früher reagieren und möglichst den Crash verhindern – oder zumindest seine Folgen mildern. Mehrere große Autohersteller haben die Technologie bereits bis zu einem seriennahen System entwickelt.

Doch bislang ließ die Zustimmung der EU für die benötigten Frequenzen auf sich warten. Die Radarsensoren verwenden zur Informationsübertragung Frequenzen, die bereits Wetter- und Erderkundungssatelliten sowie Basisstationen des UMTS-Mobilfunknetzes nutzen.

Laut Untersuchungen der US-Verkehrssicherheitsbehörde würden 88 Prozent aller Auffahrunfälle durch Unaufmerksamkeit des Fahrers oder zu dichtes Auffahren verursacht. „Dem Ziel, die Zahl der tödlichen Unfälle bis 2010 um 50 Prozent zu reduzieren, sind wir damit einen entscheidenden Schritt näher gekommen“, sagte Weber.

Für die Autoindustrie und die großen Zulieferer bahnt sich mit den Fahrerassistenzsystemen ein gewaltiger Zukunftsmarkt an: Alleine in Deutschland wird sich der Markt von derzeit rund 2,9 Mrd. Euro bis zum Jahr 2010 auf 11,6 Mrd. Euro knapp vervierfachen, schätzt das Gelsenkirchener Marktforschungsinstitut B&D-Forecast.

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