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27.01.2007

09:24 Uhr

Hintergrund

Luft- und Straßenverkehr: Schadstoff-Schleudern trotz Grenzwerten

Der Verkehr auf den Straßen und in der Luft setzt große Mengen Schadstoffe frei. Als bedeutsam werden vom Umweltbundesamt (UBA) in Dessau vor allem das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) sowie Stickoxide, Rußpartikel und Kohlenwasserstoffe eingestuft, die zu einer Beeinträchtigung der Luftqualität führen.

dpa HAMBURG/DESSAU. Während im Straßenverkehr deutliche Verbesserungen sichtbar seien, habe sich beim Flugverkehr kaum etwas verändert, sagte UBA-Verkehrsexperte Falk Heinen. Der Luftverkehr trägt demnach nicht nur mit dem Ausstoß von Partikeln und Stickoxiden zur Beeinträchtigung der lokalen Luftqualität bei. Von großer Bedeutung ist er auch für die Klimaerwärmung. So tragen neben Kohlendioxid auch Stickoxide zur Erwärmung bei, weil sie in Reiseflughöhen zwischen neun und 13 Kilometern Ozon aufbauen, das dort als starkes Treibhausgas wirkt.

Weiterhin führt der Ausstoß von Wasserdampf zu Kondensstreifen und Schleierwolken (Zirren), die beide ebenfalls zur Erderwärmung beitragen, wie Heinen sagte. Aktuellen Erkenntnissen zufolge könnten Zirruswolken sogar den größten Klimabeitrag liefern. „Sie sind möglicherweise genauso wirksam wie alle anderen Effekte des Flugverkehrs zusammen.“ Um so unverständlicher sei es, dass der Flug- ebenso wie der Schiffsverkehr nach wie vor von den Regelungen des Kyoto-Protokolls ausgenommen sei.

Im Bereich des Straßenverkehrs gingen die Emissionen von Partikeln und Stickoxiden laut Heinen in den vergangenen drei Jahrzehnten dank besserer Motoren und der Einführung von Katalysatoren deutlich zurück. Absolut steigen aber die CO2-Emissionen des Straßenverkehrs an, weil die Fahrzeuge nur unwesentlich weniger Kraftstoff verbrauchen als in der Vergangenheit, aber immer mehr gefahren wird.

Ein Drittel der gesamten Partikelemissionen aus dem Verkehr in Deutschland werde von Baumaschinen verursacht, die wesentlich besser reglementiert werden müssten, sagte Heinen. Für Diesel-Neuwagen sollen von September 2009 an in der EU strengere Abgasnormen sowohl für Stickoxide (NOx) als auch für Feinstaub gelten. Der Grenzwert für den Partikelausstoß wird um vier Fünftel gesenkt. Mit den derzeit üblichen offenen Filtersystemen lasse sich die Menge ausgestoßener Rußpartikel um 30 Prozent senken. Mit geschlossenen Systemen, die in Neufahrzeugen zum Einsatz kommen, sei eine Minderung um mehr als 90 Prozent möglich, sagte Heinen.

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