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07.01.2009

14:59 Uhr

Hintergrund zur Detroit Motorshow

Aufstieg und Fall von Motown

Das unmittelbar an der Grenze zu Kanada liegende Detroit ist Amerikas Autostadt schlechthin.

HB DETROIT. Die drei großen US-Autobauer General Motors (GM), Ford und Chrysler haben im Großraum Detroit (Bundesstaat Michigan) ihren Sitz. Mit den "Big Three" erlebte die Stadt bis Mitte des 20. Jahrhunderts einen rasanten Aufstieg. Seither ging es in mehreren Krisen der Autobranche mit Detroit steil bergab. Die aktuelle dramatische Talfahrt der US-Hersteller bedeutet für die Stadt einen neuen Tiefpunkt.

Die Automobil-Ikone ist zum traurigen Wahrzeichen der verfallenden Schwerindustrie des "Rust Belt" (Rostgürtel) im Nordosten der USA geworden. Die "Motortown" zählt seit langem zu den größten sozialen Brennpunkten der Vereinigten Staaten mit steigender Arbeitslosigkeit, hoher Kriminalität und riesigen Bauruinen mitten im Zentrum. Einst standen hier Art-Deco-Kinosäle, Opernhäuser, prunkvolle Kaufhäuser. Heute sucht das darbende Detroit in Kasino-Bauten Glück und Geld.

Die Stadt schrumpfte von 1,85 Mio. Einwohnern vor gut 50 Jahren auf heute knapp die Hälfte zusammen. Besserverdienende, meist Weiße, flüchteten ganz oder zumindest bis in die Vororte. In der Autobranche gingen derweil Zigtausende Arbeitsplätze verloren oder wanderten in Staaten im Südosten der USA ab. Weit weg von Detroit hat die Auto-Gewerkschaft UAW kaum Einfluss und viele europäische sowie asiatische Hersteller produzieren dort.

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