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27.09.2012

12:12 Uhr

Hohe Nachlässe

Rabattschlacht in der Golf-Klasse

Der neue VW Golf wird gerade auf dem Pariser Autosalon ins Rampenlicht gerollt und ist noch nicht bei den Händlern angekommen, da wird im Internet schon mit Nachlässen geworben. Die Angebote schaden dem Autobauer.

Die vielen neuen Modelle, die beim Autosalon in Paris debütierten, werden es nach Ansicht von Experten aber kaum schaffen, den Rückgang im westeuropäischen Automarkt aufzuhalten. Zu diesem Schluss kommt beispielsweise eine Studie des Car Research Center (CAR) an der Universität Duisburg-Essen. Darauf deutet nach Ansicht von Prof. Ferdinand Dudenhöffer unter anderem die Tatsache hin, dass ein Auto wie der neue Golf bereits mit bis zu 20 Prozent Rabatt angeboten werde, obwohl er noch nicht einmal bei den Händlern stehe, „das gab es so noch nicht.“ dpa

Die vielen neuen Modelle, die beim Autosalon in Paris debütierten, werden es nach Ansicht von Experten aber kaum schaffen, den Rückgang im westeuropäischen Automarkt aufzuhalten. Zu diesem Schluss kommt beispielsweise eine Studie des Car Research Center (CAR) an der Universität Duisburg-Essen. Darauf deutet nach Ansicht von Prof. Ferdinand Dudenhöffer unter anderem die Tatsache hin, dass ein Auto wie der neue Golf bereits mit bis zu 20 Prozent Rabatt angeboten werde, obwohl er noch nicht einmal bei den Händlern stehe, „das gab es so noch nicht.“

München/Frankfurt/HamburgDer neue Golf steht in Wolfsburg im Mittelpunkt. Die VW-Manager sind stolz auf die Innovationen der siebten Generation und die reibungslose Umstellung der Produktion. Am Dienstag erst zeigte VW-Chef Martin Winterkorn 20.000 Mitarbeitern das neue Auto. "Auf schwieriger werdenden Märkten ist der Golf ein echtes Pfund", sagte er. Am Mittwochabend fiel das Rampenlicht der VW-Show unmittelbar vor dem offiziellen Start des Pariser Autosalons auf den Golf. Bei den Händlern steht er erst am 10. November - doch schon jetzt konterkarieren Online-Angebote auf Ramschniveau das Image als wertbeständiges Modell.

Mit hohen Nachlässen bieten Händler das Auto im Internet feil. "VW Golf VII mit mehr als 27 Prozent Rabatt", meldete die "Bild"-Zeitung auf Seite eins. Denn beim Verkaufsportal apl24.de kostet der Basis-Golf VII statt 16.975 nur noch 12.304 Euro. "Das Auto ist noch nicht bei den Händlern, aber die Rabatte sind schon da", wundert sich Branchenkenner Ferdinand Dudenhöffer, Professor an der Universität Duisburg-Essen.

Dabei sei der Golf nicht irgendein Exot, sondern der Volumenträger im Europageschäft. "Einen Marktstart mit einem solch wichtigen Modell mit so hohen Rabatten haben wir bisher noch nie beobachtet", staunt der Autokenner. Selbst neue Modelle setzten im schwachen Markt keine Impulse.

Doch die Enttäuschung der Interessenten könnte am Ende groß sein. Um den hohen Rabatt zu bekommen, muss der Kunde Fahranfänger sein und darf den Führerschein nicht länger als zwei Jahre besitzen. Das trifft Händlerkreisen zufolge auf nicht einmal vier Prozent der Kunden zu. Zusätzlich muss er sein altes Auto einer Fremdmarke in Zahlung geben.

Autosalon Paris: Deutsche trotzen der Tristesse

Video: Autosalon Paris: Deutsche trotzen der Tristesse

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Kommentare (3)

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DgBmdsS

27.09.2012, 16:33 Uhr

Mietwagenfirmen kaufen mit 40% Rabatt, Ford gibt noch 10% WKZ obendrauf. Die Autos sind viel zu teuer, bei 20% Rabatt ist noch genug Marge drin.

Gast

27.09.2012, 18:53 Uhr

Mietwagenfirmen nehmen auch 10000 Stück auf einmal in der gleichen Ausstattung und kaufen direkt bei VW.

Account gelöscht!

28.09.2012, 17:09 Uhr

Einzig kompakte SUV und Low-Cos-Modelle(Dacia)legen in EU zu. Darunter leidet auch die GOLF-Klasse. Klassische Schräghecks verlieren in der Käufergunst; Autos in denen man bequem ein und aussteigt, höher sitzen und besser sehen. Dass die Autos zudem viel zu teuer sind, zeigt sich am Golf selbst. VW verkauft ihn in USA mit 5Zyl.170 PS Benzin-Motor fast Vollausstattung umgerechnet unter 14.500,-€ angeboten. Ein vergleichbarer Golf kostet hier ca. 26.200,-€ plus Überführung.

VW senkte beim Golf VII durch den MQB Entwicklungs- und Produktionskosten vs. Vorgänger um mehr als 30%. Mit ein paar Featuere mehr, die VW max. 200,- € mehr kosten, gibt es den neuen zwar zum Einstiegspreis wie bisher, gleichwohl fahren Modelle bis 140PS mit der alten Verbundlenker-Hinterachse der Golf Generationen I-IV. Folglich liegt eine verkappte Preiserhöhung vor.

Skoda Modelle sind in den letzten Jahren richtig teuer geworden. So teuer, dass man jetzt für den osteuropäischen Markt und weitere Schwellenländer den Rapid auf kombinierter Polo-/Roomster-Plattform anbietet. Der Oktavia (Golf IV/V-Plattform) ist vielen Leuten inzwischen zu teuer und als neues Modell(Golf VII-Plattform)ab 2013 auch zu groß geworden.

Autos der Kompaktklasse kosten den Herstellern inkl. Werksdeckungsbeitrag ca. 20-25%. des dt. Listenpreises vor Mwst. Die Diff. zum LP geht zum größten Teil für Vertrieb/Absatzförderung und Marketing drauf. Fettes Geld verdient man mit sündhaft teueren Extras, die oft nur Bruchteile der Kundenpreise kosten.

Auch an einem US-Golf aus deutscher Produktion verdient VW
trotz Verschiffung noch gutes Geld. Autos in EU sind durch die Bank zu teuer. Seit 2007 bewegen sich die Verkaufszahlen rückwärts. Von über 17 Mio auf unter 12 Mio. in 2012. Autos werden in Relation zu den finanziellen Möglichkeiten der Leute in Anschaffung, Unterhalt, Betrieb ein unbezahlbarer Luxus. Wie es dennoch geht, zeigt die historisch am schnellsten mit Gewinn wachsende Automarke Dacia.




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