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10.01.2005

07:45 Uhr

Hohe Rabatte kurbelten Absatz im Dezember an

Deutscher Automarkt legt zum Jahresende kräftig zu

Satte Rabatte haben dem deutschen Automarkt zum Jahresende 2004 noch einmal einen kräftigen Schub gegeben. Allein im Dezember lagen die Verkaufszahlen um 22 Prozent über denen des Vorjahres.

fas DÜSSELDORF. Die Jahresendrallye in den Autohäusern führte statistisch zu einem überraschenden Ergebnis: Mit 3,27 Mill. neu zugelassenen Fahrzeugen wächst der Deutsche Automarkt zum ersten Mal seit vier Jahren wieder. Damit wurde auch die jüngste Prognose des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA) leicht übertroffen. Der Verband hatte im Herbst lediglich mit 3,24 Mill. Neuzulassungen gerechnet.

Dennoch warnt VDA-Präsident Gottschalk davon, das Ergebnis als generelle Trendumkehr zu deuten: „Der Alltag entscheidet, nicht die temporäre Festtagslaune“, sagte Gottschalk mit Blick auf die zahlreichen Sonderaktionen, mit denen am Jahresende die Kunden noch einmal in die Autohäuser gelockt wurden. Und die waren 2004 für die Kundschaft ohnehin attraktiv: So hat Opel den Start seiner neuen Astra-Modelle mit Frühbucherrabatten angeschoben, Volkswagen bekam den Verkauf des Golf 5 nur mit Sonderleistungen wie dem Einbau einer kostenlosen Klimaanlage in Gang.

Wie schwierig der deutsche Markt derzeit ist, zeigt eine Studie des Leverkusener Marktforschungsinstitutes B&D Forecast. Demnach hat die Zahl der privaten Autokäufe in Deutschland 2004 um fast drei Prozent abgenommen und ist auf dem niedrigsten Stand seit 14 Jahren gesunken. Firmenzulassungen machen hingegen mittlerweile über 52 Prozent der Neuanmeldungen aus. Experten vermuten hierbei einen großen Anteil an Tageszulassungen der Händler – ein beliebtes Rabattinstrument in der Branche. Wie sehr solche Methoden den Absatz ankurbeln, zeigt das Beispiel Renault. Die stärkste Importmarke in Deutschland hat im vergangenen Jahr die Tageszulassungen gegen den Trend drastisch zurückgefahren, ein Absatzeinbruch von 19 Prozent auf dem deutschen Markt war die Folge.

„Der Markt ist eben zum Teil gekauft“, folgert B&D-Geschäftsführer Ferdinand Dudenhöffer. Rabatte von 3 000 Euro seien bei Mittelklassemodellen derzeit die Regel. Das wird sich auch in den kommenden Monaten fortsetzen: „Die Händler müssen jetzt ihre vollen Höfe mit Tageszulassungen verkaufen“, sagt Dudenhöffer.

Für das laufende Jahr rechnet die Autoindustrie noch nicht mit einer durchgehenden Besserung. VDA-Präsident Gottschalk prognostiziert ein Absatzniveau, das leicht über 2004 liegen dürfte. „Mehr wäre wünschenswert, mehr wäre auch möglich, aber mehr lassen die Rahmenbedingungen im Augenblick nicht erwarten“.

Das könnte sich dann aber ab 2006 ändern, glaubt Autoexperte Dudenhöffer. Schließlich betrage das Durchschnittsalter der Autos auf Deutschlands Straßen mittlerweile fast acht Jahre. Potenziell sei bei einer besseren wirtschaftlichen Stimmung hier zu Lande noch viel zu holen.

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