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19.05.2013

10:23 Uhr

Holz im Fahrzeugbau

Forscher schnitzen am Auto der Zukunft

Quelle:dpa

Holz steckt im Auto als edle Dekorleiste oder günstiges Material für das Innenleben der Hutablage. Doch bald könnte der Werkstoff im Wagen Karriere machen. Womöglich ist Holz eine Alternative zum Stahl.

Ein Auto aus Holz - das ist ein Thema auf der Holzmesse Ligna in Hannover. Foto: Julian Stratenschulte dpa

Ein Auto aus Holz - das ist ein Thema auf der Holzmesse Ligna in Hannover.
Foto: Julian Stratenschulte

HannoverAls Gottlieb Daimler 1885 an seinem „Reitwagen“ werkelte und die Ära des Automobils begann, war Holz für den Bau des Vehikels das Material der Wahl. Heute dominiert der Stahl. Doch die hölzernen Motorkutschen könnten eine Renaissance erleben - zumindest was ihren Werkstoff anbelangt. Die Branche tüftelt ernsthaft daran, den Stahl um Holz zu ergänzen. Die am Freitag in Hannover beendete Ligna (11. bis 15. Mai), die Weltleitmesse der Holzindustrie, lieferte erste Einblicke.

„Wir demonstrieren zurzeit, was man machen könnte“, berichtet Volker Thole, Fachbereichsleiter am WKI, ein auf Holzforschung spezialisiertes Fraunhofer-Institut (WKI) in Braunschweig. Für Holz im Autobau sieht der Experte sogar Chancen im tragenden Bereich, dort also, wo der Konkurrent meist Stahl ist. Der Trumpf des Werkstoffes sei seine Nachhaltigkeit, aber auch das Know-How der Holzindustrie. „Da greift man auf langjährige Produktionserfahrung zurück“, sagt er.

Das Thema künftige Werkstoffe ist aktueller denn je. Deutschlands meistverkauftes Auto, der VW Golf, wog in seiner ersten Version etwa 800 Kilogramm. Der heutige Golf VII ist 50 Prozent schwerer. Technik, Sicherheit, Luxus und nicht zuletzt mehr Platz fordern Tribut - und das in Zeiten, wo die Abgaswerte der Flotten gesetzlichem Spardruck unterliegen. Die Zauberformel daher: Weniger Gewicht spart Sprit.

Eine der jüngsten Neuerungen für dieses Ziel steht bei Volkswagen im Werk Wolfsburg, ist groß wie ein Häuschen und presst Stahl für den neuen Golf. Die „Warmumformung“ macht Karosserieteile leichter, lässt sie aber crashsicher. Den Rohstoff dazu bieten etwa ArcelorMittal oder ThyssenKrupp. Ausgerechnet Buchenholz könnte die Lieferungen der Stahlriesen schon bald ergänzen. Ein vom Bundesforschungsministerium bis 2015 gefördertes Projekt lotet derzeit die Chancen dafür aus.

Kommentare (4)

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19.05.2013, 11:17 Uhr

Holzschiffe können 100 Jahre und mehr alt werden, und denen fehlt es wirklich nicht an Feuchtigkeit von allen Seiten.
Wer will schon sein Auto so lang fahren?

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19.05.2013, 18:36 Uhr

Schon richtig. Aber diese Schiffe sind aus Eichenholz gebaut. Schiffe aus Buche gab es wohl nicht viele.

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19.05.2013, 19:40 Uhr

Schön schichtverleimt und mit Epoxydharz getränkt kriegt man auch das hin.

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