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29.06.2011

15:15 Uhr

Honda CB 750 Four

Urknall aus vier Zylindern

Quelle:dpa

"Epochal", "Meilenstein", "Urknall" - die Ehrerweisung ist bereits 1969 gewaltig für die Honda CB 750 Four, die mehrfach zum "Motorrad des Jahrhunderts" gewählt wurde. Heute ist sie sehr gesucht - und sehr teuer.

Motorradfahren als Lebensgefühl: Mit der Honda CB 750 Four wurden Motorräder zunehmend von nüchternen Zweckmobilen zu Spaßfaktoren. PR

Motorradfahren als Lebensgefühl: Mit der Honda CB 750 Four wurden Motorräder zunehmend von nüchternen Zweckmobilen zu Spaßfaktoren.

Ludwigshafen/FriedrichshafenEigentlich war alles nur ein Experiment. "Der Prototyp sollte zeigen, was technisch machbar ist", sagt der Motorradkenner Reinhard Hopp. Als Honda die CB 750 Four im Jahr 1968 als Showbike auf der Tokyo Motor Show vorgestellte, stand die Serienzukunft der Maschine noch in den Sternen. An einen großen Erfolg glaubte der japanische Hersteller nicht: Von "einem kleinen Kreis von interessierten Liebhabern" ging man aus. Ein Irrtum. Denn das Motorrad, das ein Jahr nach der Premiere in den Handel kam, war nicht weniger als "ein Urknall", sagt Hopp.

Leistung und Sound satt

Das trifft einerseits für die Akustik der Auspuffanlage zu. Denn Fachpresse und Kunden waren vom gewaltigen Sound der Maschine beeindruckt. Das Bahnbrechende aber sollte der Motor selbst sein - «der erste quer zur Fahrtrichtung eingebaute Reihenvierzylinder in einem Serienmotorrad», erklärt Hopp. Damit erreichte die CB 750 Four für damalige Zeiten beeindruckende 200 km/h.

Die CB 750 Four läutete ein neues Zeitalter ein. Tempo 200 war zuvor nur mit Werksrennmaschinen möglich. Angefangen mit der Version K0 wurden bis 1978 mehr als eine Million Exemplare der japanischen Motorrad-Legende in 13 Modellvarianten gebaut, darunter auch eine mit Automatikgetriebe und eine mit nur einem Sitz als Polizeiversion. Heute gesucht sind vor allem die ersten Exemplare, deren Motorblöcke noch im Sandgussverfahren gefertigt wurden. PR

Die CB 750 Four läutete ein neues Zeitalter ein. Tempo 200 war zuvor nur mit Werksrennmaschinen möglich. Angefangen mit der Version K0 wurden bis 1978 mehr als eine Million Exemplare der japanischen Motorrad-Legende in 13 Modellvarianten gebaut, darunter auch eine mit Automatikgetriebe und eine mit nur einem Sitz als Polizeiversion. Heute gesucht sind vor allem die ersten Exemplare, deren Motorblöcke noch im Sandgussverfahren gefertigt wurden.

Unterschätzt wurde die Four, wie sie Liebhaber nennen, in mehrfacher Hinsicht. Neben dem ungewohnten Umgang mit der für damalige Verhältnisse brachialen Kraftentfaltung des 67 PS-Motors zum Beispiel beim Thema Lebenserwartung. Experten stellten der Maschine Laufleistungen von wenigen zehntausend Kilometern in Aussicht. Das war laut Hopp eine Fehleinschätzung: "Die pannenfreien Laufleistungen lagen bei mehr als 100.000 Kilometer." Schnell übertrafen die Bestellungen die Produktionskapazitäten.

Die bis 1978 gebauten Versionen mit obenliegender Nockenwelle waren besonders haltbar: "Da tropfte kein Öl, die Elektrik funktionierte mustergültig, es gab keine kochenden Batterien, wie bei anderen Modellen am Markt", so Honda-Experte Hopp. "Und es war eine der ersten Maschinen mit Scheibenbremsen", fügt Peter Schöller vom Honda CB 750 Four Club in Friedrichshafen hinzu.

Das Markenzeichen schlechthin war aber die 4-in-4-Abgasanlage: "Jeder Zylinder hatte ein eigenes Rohr nach hinten, das sorgte für eine markante Heckansicht", sagt Schöller, der eine Maschine in der Version K2 von 1972 fährt. Bei den späteren Versionen F1 und F2 wurden 4-in-1-Anlagen montiert.

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