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21.07.2011

15:17 Uhr

Hybrid wenig gefragt

Autokäufer bleiben Diesel und Benzin treu

Quelle:dpa

Alternative Antriebsmodelle sind bei den Autokäufern in Deutschland (noch) nicht angesagt. Die große Mehrheit entscheidet sich weiter für konventionelle Motoren. Doch es gibt große regionale Unterschiede.

Opel Ampera auf Testfahrt. Das als Chevrolet Volt gestartete Modell wurde in Rüsselsheim entwickelt und zunächst ausschließlich in Detroit gebaut. Der Ampera fährt nur die ersten 60 Kilometer mit hoffentlich regenerativ gewonnenem Strom aus der Steckdose, danach greift ein handelsüblicher, benzingetriebener Opel-Motor als Generator ein und sorgt für eine Reichweite von maximal 500 Kilometer. Quelle: dpa

Opel Ampera auf Testfahrt. Das als Chevrolet Volt gestartete Modell wurde in Rüsselsheim entwickelt und zunächst ausschließlich in Detroit gebaut. Der Ampera fährt nur die ersten 60 Kilometer mit hoffentlich regenerativ gewonnenem Strom aus der Steckdose, danach greift ein handelsüblicher, benzingetriebener Opel-Motor als Generator ein und sorgt für eine Reichweite von maximal 500 Kilometer.

StuttgartObwohl die Hersteller immer mehr Fahrzeuge mit Hybrid- oder Elektroantrieb anbieten, sind 99 Prozent aller 2010 in Deutschland zugelassenen Autos mit Diesel oder Benziner unterwegs. Das geht aus einer ACE-Studie auf Basis von Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) hervor. Elektroautos sind zwar in aller Munde, blieben bei den Neuzulassungen im vergangenen Jahr mit 541 Einheiten dennoch weit von der Bedeutung entfernt, die ihnen beispielsweise die Politik gegenwärtig zumisst.

Bei Hybridmotoren ist aber ein Aufwärtstrend zu beobachten: 2010 wurden erstmals mehr Autos mit kombiniertem Elektro- und Verbrennungsantrieb verkauft als Auto- oder Erdgasfahrzeuge. Elektroautos spielen dagegen in jeder Hinsicht noch eine untergeordnete Rolle. Zum Stichtag der Erhebung am 1. Januar 2011 waren 2307 rein stromgetriebene Fahrzeuge im Umlauf, 2010 kamen 541 hinzu. Insgesamt sind in Deutschland knapp 42 Millionen Pkw zugelassen, nur etwas über 500.000 haben keinen konventionellen Antrieb.

10.661 Hybrid-Fahrzeuge fanden vergangenes Jahr ihre Käufer; ihr Bestand erhöhte sich damit auf 37.241. Das sind gemessen am Gesamtbestand aller in Deutschland zugelassenen Pkw 1,26 Prozent der Fahrzeuge.
Ein bundesweiter Ländervergleich zeigt, dass der Anteil von Hybrid- und Elektroautos in Berlin deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt, was nach Einschätzung des ACE auch auf politische Protektion und Hersteller-PR zurückzuführen ist. 2010 wurden in der Hauptstadt annähernd fünf Mal so viele Autos ohne Benzin- oder Dieselantrieb abgesetzt als etwa in Hamburg.

Obwohl Euro-5-Fahrzeuge bereits flächendeckend verfügbar waren entschied sich 2010 mehr als ein Viertel der Käufer noch für ein Auto, das nur die Schadstoffklasse Euro 4 erfüllt. Laut ACE ist davon auszugehen, dass diese Fahrzeuge in einer „Art Schlussverkauf“ von den Händlern zu vergünstigten Konditionen abgegebenen wurden, denn von Januar 2011 an mussten alle neuen Pkw zwingend über die Norm Euro 5 verfügen. Nur 0,6 Prozent der Neuwagenkäufer entschieden sich für ein Fahrzeug, das bereits die von 2014 an geltende Schadstoffklasse Euro 6 erfüllt.

Den vom Bundesrat kürzlich beschlossenen Ökopass für Neuwagen bezeichnete der ACE als „dürftigen Kompromiss“. Der Club geht davon aus, dass nach spätestens drei Jahren eine Überarbeitung nach strengeren umweltpolitischen Erfordernissen fällig werden wird. Außerdem verlangt der Club europaweit einheitliche Bewertungsmaßstäbe für den Ökopass.

Kommentare (1)

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22.07.2011, 09:59 Uhr

Wäre ich Taxifahrer in Stuttgart oder einer ähnlichen Stadt mit chaotischem Verkehr und großen Höhenunterscheiden, hätte ich wohl ein Hybridfahrzeug. Aber bei meinen 80% Autobahnanteil gibt es keinen rationalen Grund, mehrere 1000 EUR Aufpreis zu zahlen, um wasweißichwieviele kg totes Gewicht rumzufahren.

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