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13.09.2011

09:36 Uhr

IAA 2011

Daimler fährt neue Wasserstoff-Offensive

VonSebastian Schaal

Während jeder auf der IAA über Elektroautos redet, wählt Mercedes-Chef Zetsche einen anderen Ansatz. Statt auf Batterien setzt er mehr denn je auf die Brennstoffzelle - und damit auf Wasserstoff.

Daimler-Chef Zetsche präsentiert am Vorabend der IAA das Konzeptfahrzeug Mercedes-Benz F125. dpa

Daimler-Chef Zetsche präsentiert am Vorabend der IAA das Konzeptfahrzeug Mercedes-Benz F125.

Frankfurt"Wasserstoff ist heute das bessere Öl", sagt Mercedes-Chef Dieter Zetsche plakativ am Vorabend der 64. IAA. Diese Aussage fällt natürlich nicht ohne Hintergrund. Bereits seit über zehn Jahren entwickeln die Stuttgarter Autos mit Brennstoffzellen. Und die benötigen nun mal reinen Wasserstoff.
Bereits Ende der 1990er wurde innerhalb der nächsten Jahre vollmundig ein Brennstoffzellenfahrzeug in Serienproduktion versprochen. Soweit gekommen ist es nie. Jetzt hat Zetsche diese Ansage wiederholt. Statt erst 2015 soll bereits ein Jahr früher die B-Klasse F-Cell - so nennt Mercedes seine Autos mit Brennstoffzelle - in Serie kommen.

Längst Langstrecken-erprobt: Mercedes-Benz F-Cell auf Basis der B-Klasse. dapd

Längst Langstrecken-erprobt: Mercedes-Benz F-Cell auf Basis der B-Klasse.

Zwar sind drei Exemplare der Brennstoffzellen-B-Klasse bereits einmal um die Welt gefahren, in der öffentlichen Diskussion um die Zukunft des Automobils ging die Wasserstoff-Vision von Mercedes bis jetzt unter. 
Dabei hat die Technik ihre Vorteile: Die Dauer des Auftankens ist vergleichbar mit einem Auto mit Verbrennungsmotor, lange Ladezeiten der Batterie entfallen. Zudem ist die Reichweite höher (die B-Klasse-Prototypen schaffen bis zu 400 km mit einer Tankfüllung) und die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältiger als bei einem reinen E-Antrieb.
Zetsche bilanziert: "Die Brennstoffzelle bietet alles, was Sie von herkömmlichen Autos gewöhnt sind - außer den Emissionen." Nun ist das Konzept der Brennstoffzelle wie bereits gesagt bei Mercedes nicht neu, aber dafür die Umsetzung: der "F125!".

Bei diesem Forschungsfahrzeug von der Größe einer Luxuslimousine verzichten die Stuttgarter auf einen herkömmlichen Tank. Statt in einem zylindrischen Gastank im Unterboden oder unter dem Kofferraum wird der Wasserstoff in einem Feststoffspeicher gelagert. Dieser sogenannte Wasserstoff-Verbundspeicher lässt sich in die Karosseriestruktur integrieren und nimmt so keinen zusätzlichen Platz ein.
Zu dem Wasserstoff-Antrieb hat der F125! noch eine Lithium-Ionen-Batterie, die an der Steckdose oder induktiv aufgeladen werden kann. Die Ingenieure versprechen sich von dieser Brennstoffzellen-Plug-In-Kombination bis zu 1.000 km Reichweite. Langsam ist das Forschungsfahrzeug damit nicht. Es soll eine Dauerleistung von 231 PS und eine Spitzenleistung von 313 PS liefern. Der Spurt von 0 auf 100 km/h dauert 4,9 Sekunden.

Kommentare (12)

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Micha

13.09.2011, 11:43 Uhr

Daimler hat aufs falsche Pferd gesetzt und Forschungsmilliarden in den Sand gesetzt. Der Entwicklungsvorsprung, der beim Thema Brennstoffzellen erarbeitet wurde ist rein gar nichts wert. Und jetzt gibt es verzweifelte Versuche noch etwas zu retten. Nur kaum ein anderer Autobauer macht mit.

Die Infrastruktur für Elektromobilität ist leichter zu erstellen, als für Wasserstoff, den Strom gibt es schon fast überall. Zudem sind die Verluste aus der Energieerzeugung geringer.

Pendler

13.09.2011, 12:09 Uhr

ALLE E-autos (Hybrid besodners) ist eine Sünde an der Umwelt und der Energie.

Man muss schon blind sein, wenn man übersieht, was die Produktion- und die Wiederaufbereitung der E-Autobatterien an Energie verschlingt und was die Umwelt bei der Produktion durch Sondermüll belastet wird.

Sorry, ich bin bestimmt nicht von Mercedes oder aus dem Feld der Wasserstoff-antriebe, aber das mit den Betrug um die E-Fahrzeuge sieht doch jeder (dachte ich).

Alfred_H

13.09.2011, 12:55 Uhr

Ich war vor über 10 Jahren das letzte Mal auf der IAA. Ich kann mich noch ganz genau an die Wasserstoff-Entwicklung bei BMW erinnern. Was für ein Hype, was für ein Flop! Aber irgendwie muss man als Automabilkonzern für Aufmerksamkeit sorgen. Besonders dann, wenn es im höchsten Bestreben liegt Subventionen in Form von STeuergeldern abzugreifen. "Seht her, was wir alles tolles entwickeln können. Aber wenn wir ganz groß in der Welt auftrumpfen wollen, dann brauchen wir dringend noch mehr Entwicklungsmilliarden." Man ist das langweilig immerwieder den gleichen Rotz unter die Nase gerieben zu bekommen.

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