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14.09.2015

14:30 Uhr

IAA 2015

Wir sind (k)ein bisschen elektrisiert

VonFrank G. Heide

Aus dem Flop der E-Autos lassen sich Lehren ziehen für den Hype um vernetzte und autonome Autos. Investieren Autohersteller Milliarden in neue Techniken, die Autokäufer gar nicht haben wollen und auch nicht benutzen?

Die Bedienerfreundlichkeit ist im vernetzten Auto wichtig: Eine Studie sagt, entweder es funktioniert auf Anhieb oder der Autofahrer nutzt einfach weiter sein Smartphone. PR

Investieren Autohersteller Milliarden in neue Techniken, die Autokäufer gar nicht haben wollen und auch nicht benutzen?

Die Bedienerfreundlichkeit ist im vernetzten Auto wichtig: Eine Studie sagt, entweder es funktioniert auf Anhieb oder der Autofahrer nutzt einfach weiter sein Smartphone.

DüsseldorfAuf der 66. Ausgabe der IAA in Frankfurt, der größten und vielleicht wichtigsten Automesse der Welt, sind in diesem Jahr Elektroautos nur Randerscheinungen. Wieder mal. Zwar zeigen ein paar Studien, was in den nächsten Fahrzeug-Generationen kommen könnte. Ob das reicht, um nennenswerte Marktanteile zu generieren, darf aber bezweifelt werden. Die aktuellen Fahrzeuge schaffen es jedenfalls nicht.

So war beispielsweise in Deutschland in den ersten acht Monaten dieses Jahres fast jedes zweite neu zugelassene Neufahrzeug ein Diesel. Die Marken Audi, BMW, Ford, Mercedes, Opel, Porsche und VW wiesen für 2014 insgesamt nur 8.463 Fahrzeuge mit Hybrid, Plug-In-Hybrid oder reinem Elektroantrieb als Neuwagen in der KBA-Zulassungsstatistik aus. Dem stehen 1,87 Millionen Neuzulassungen gegenüber, die mit konventionellen Antrieben fahren, also Diesel- oder Benzin-Verbrenner.

Und was die Hersteller lieber verschweigen: Selbst der Mini-Erfolg der in Deutschland schwer verkaufbaren Antriebsalternativen ist überwiegend hausgemacht, denn es wird massiv mit Eigenzulassungen auf Händler und Hersteller gearbeitet.
Wie eine aktuelle Studie des Center Automotive Research (CAR) derUniversität Duisburg-Essen zeigt, sind je nach Marke bis zu 92 Prozent der Alternativ-Autos Eigenzulassungen, und insgesamt nur 4.814 Zulassungen von Hybriden, Plug-In-Hybriden und reinen Elektroautos in 2014 auf Privatkunden oder Unternehmen erfolgt.

Darf man den Herstellern ob dieses Mangels an E-Autos böse sein? Nicht wirklich, denn eine Messe ist nicht nur Schaufenster des technologisch Machbaren, sondern auch ein Marktplatz für die wirklichen Bestseller. Und so kommt einem neuen Audi A4 und einem frischen VW Tiguan eine völlig andere Bedeutung zu als einem angeblichen Massenmodell von Tesla, wie es bereits seit 2013 angekündigt wird.

Alternative Antriebe: Noch keine 5.000 „echten“ Käufer

Alternative Antriebe

Noch keine 5.000 „echten“ Käufer

Seit Jahren sind sie im Gespräch, doch noch führen E-Autos ein Nischendasein. Auch die Zahl neu zugelassener Hybride bleibt niedrig. Hersteller wie VW und Audi motzen die magere Statistik mit Eigenzulassungen auf.

Was der kalifornische E-Auto-Pionier, der gerne als Vorbild und Schrecken der Branche dargestellt wird, aber schafft, ist auch hierzulande das bestverkaufte E-Auto zu liefern. Der Blick in die Statistik des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) in Flensburg verrät: Teslas Model S wurde 2015 in Deutschland bis Ende Juli 828 mal neu zugelassen. Das sind trotz eines Preises auf S-Klasse-Niveau immerhin knapp 50 Exemplare mehr als vom E-Golf aus Wolfsburg verkauft wurden.

Auf den Plätzen folgen übrigens Kia Soul EV, Nissan Leaf und BMW i3. Nissan hat zwischenzeitlich den Preis des Leaf um rund 5.000 Euro gesenkt und die Reichweite dank neuer Batterien um 25 Prozent und 50 Kilometer gesteigert. Auch Renault reagierte beim Preis des Zoë ähnlich. Das führte zwar bislang nicht zu deutlichen Änderungen im Kaufverhalten, hat aber garantiert diejenigen Käufer geärgert, die kurz zuvor noch den höheren Preis für ihr gutes Öko-Gewissen hingeblättert hatten.

In die schöne neue Welt des lokal emissionslosen Fahrens entführen diese Autos bislang nur wenige Überzeugungstäter, die dafür umso reger auf Fan-Seiten, E-Auto-Blogs und in Foren minutiöse Fahrprotokolle referieren, sachkundig diskutieren und vergleichen, Reichweiten unter diesen und jenen Umständen notieren und nebenbei bekennen, dass sie weitestgehend im Geschwindigkeitsbereich zwischen 70 und 90 km/h unterwegs sind. Auch auf der Autobahn. Weil ja ab Tempo 130 die Reichweite ziemlich schnell dahin ist. Wer gerne Gas gibt, wird sich da wohl denken: Gut, dass es sich hier nur um eine verschwindend kleine Minderheit handelt.

Kommentare (37)

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14.09.2015, 14:43 Uhr

Der Markt und somit die Gesellschaft verlangt weder nach diesen politisch erzwungenen E-Auto Hype, noch nach dieser Energiewende/EEG.
Die Politik hat hier Gesetze geschaffen, die gegen jede Marktfreiheit und damit Realtiät sich richten.
Der Markt alleine bestimmt, wann und ob überhaupt eine Energiewende oder ein E-Auto marktreif ist und kein politisches EEG-Gesetz oder eine politische CO2 Reduktion.

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14.09.2015, 14:46 Uhr

Jeder, der ein wenig Ahnung hat, weiss, dass der E-Auto Hype eine grün-sozialistische Erfindung ist. Weder die Energiebilanz noch andere Gründe sprechen für das reine E-Auto. lediglich im Stadtverkehr kann ein E-Motor unmittelbare Emissionen im urbanen Umfeld reduzieren, die dafür dann aber - und zwar in der Gesamtbilanz höher als beim Verbrenner - woanders entstehen.

Wir sehen, Wahrheit ist durch gezieltes Dogma und Manipulation auch in unserer heutigen Zeit ein Mangelprodukt. Die grün-sozialistische Mafia hat sich mittlerweile überall in Deutschland breit gemacht - mit massiven Schäden für unsere Gesellschaft, heute und in Zukunft!

Lasst uns den Gesinnungstrend stoppen und wieder offener und faktenbasierter diskutieren ... by the way, den gruen-sozialistischen Lebensstil können diese Gutmenschen nur leben, weil er durch wertkonservative, anständige und fleissige Menschen in Bayern bezahlt wird.

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14.09.2015, 14:53 Uhr

Wenn ich Auto fahre, völlig egal ob im normalen Straßenverkehr oder auf der Rennstrecke an Wochenenden, dann will ich den knackigen und brachialen Sound eines V6, 8, 10 oder 12 Monsters im Heck in den Ohren hören (und meine Nachbarn dazu auch noch ärgern). Und der Spritpreis ist mir dabei auch vollkommen egal.

Von daher habe ich nur Fahrzeuge der Marken Audi, Porsche und Lamborghini aus dem Winterkorn-Portfolio in meiner Garage zu stehen. Mit solch Elektro- bzw. Batterieschrott kann ich nix anfangen.

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