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13.01.2014

08:10 Uhr

Im Ram 1500 in Motor City

Mit dem Dino durch Downtown Detroit

Quelle:Spotpress

Überall Schutt und Schrott: Was für ein Auto könnte da besser passen, als ein Pick-Up? Zwischen US-Industrieruinen ist man im Dodge Ram gut aufgehoben. Anders als Teile der Motor City ist er in der Neuzeit angekommen.

Der Dodge Ram 1500 ist einer der Ur-Pick-up-Modelle in den USA - allerdings mittlerweile durchaus modern. Spotpress

Der Dodge Ram 1500 ist einer der Ur-Pick-up-Modelle in den USA - allerdings mittlerweile durchaus modern.

DetroitDie Schulden abgebaut, die Modelle erneuert und die Verkäufe angekurbelt – so ganz langsam haben die „Big Three“, die drei großen Autohersteller aus Detroit, die Krise offenbar endgültig hinter sich gelassen. Doch in der Stadt will dieser Aufschwung irgendwie nicht so recht ankommen. Zwar melden die Statistiken tatsächlich steigende Einwohnerzahlen, und ein bisschen mehr Leben als früher gibt es in Downtown schon.

Doch selbst im Zentrum stehen ganze Straßenzüge leer, einstige Prachtbauten sind nur noch Ruinen mit rußschwarzen Fensterhöhlen, und man muss nur fünf Minuten fahren, schon steht man etwa in der seit Jahrzehnten ungenutzten Packard-Fabrik Mitten in den Trümmern einer Industrie, die nach außen wieder einen so lebendigen Eindruck macht. 

Das ideale Auto für diese Stadtrundfahrt der etwas anderen Art ist ein Pick-Up wie der RAM 1500. Zum einen lässt sich der robuste Pritschenwagen selbst ohne den aufpreispflichtigen Allradantrieb auch von knöcheltiefen Schlaglöchern, ausgefahrenen Schotterpisten, niedergerissenen Zäunen und den vom Zahn der Zeit schon ziemlich klein gemahlenen Mauerresten nicht stoppen.

Zum anderen fühlt man sich in diesem Auto selbst in den unwirtlichsten Gegenden einfach gut aufgehoben und halbwegs sicher: „My Car is my Castle“ – für dieses gute Gefühl benötigt man keinen luxuriösen Geländewagen oder eine piekfeine Limousine.

Dafür braucht es jede Menge Blech, ein respekteinflößendes Design und eine Sitzposition, die einem Aus- und Überblick garantiert. Nicht, weil die Gegend so schön wäre. Sondern weil man so wie damals der Burgherr auf der Brüstung früher sieht, was da möglicherweise an Unheil auf einen zukommt. Es hat ja wahrscheinlich seinen Sinn, dass rund um das Packard-Werk regelmäßig stark bewaffnete Wachmänner patrouillieren.  

 In diesem Auto fühlt man sich selbst in den unwirtlichsten Gegenden einfach gut aufgehoben und halbwegs sicher. Spotpress

 In diesem Auto fühlt man sich selbst in den unwirtlichsten Gegenden einfach gut aufgehoben und halbwegs sicher.

Spötter könnten jetzt anführen, der RAM passe noch aus einem weiteren Grund ganz gut in die Ruinen. Denn auf den ersten Blick wirkt der Pick-Up ebenfalls als ein Relikt aus einer längst vergangenen Zeit. Die Planwagen der Siedler fahren schließlich auch nur noch in den Museumsdörfern. Aber dieser Eindruck täuscht.

Die Dinosaurier wehren sich gegen das Aussterben und erleben gerade eine sanfte Evolution. Und der RAM 1500 fährt dabei schon mal voraus. Denn er war bei seiner Premiere im vergangenen Sommer der erste seiner Art, der tatsächlich mit halbwegs moderner Spritspartechnik aufwarten konnte. 

Auf den ersten Blick wirkt der Pick-Up ebenfalls als ein Relikt aus einer längst vergangenen Zeit. Spotpress

Auf den ersten Blick wirkt der Pick-Up ebenfalls als ein Relikt aus einer längst vergangenen Zeit.

So haben die Amerikaner nicht nur eine Start-Stopp-Automatik ins Optionsprogramm aufgenommen. Wahrscheinlich zum allerersten Mal stand der RAM bei der Entwicklung nicht nur an der Laderampe und auf der Offroad-Piste, sondern auch im Windkanal und hat deshalb den geringsten cw-Wert im Segment.

Er hat durch neue Materialien etwa einen Zentner abgespeckt und alle Modellvarianten fahren mit einer neuen Achtgang-Automatik und Lamellen im Kühlergrill, die sich bei geringer Motorbeanspruchung schließen und den Verbrauch so weiter senken. Um mindestens 20 Prozent ist der RAM damit laut Chrysler unter dem Strich sparsamer geworden, was ihm jetzt gerade den Ehrentitel „Truck oft the Year“ eingebracht hat.

Kommentare (1)

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pickup

13.01.2014, 08:57 Uhr

Der Autor hat den ersten HE-Diesel (3000cm, cirka 240 PS von VM) in einem full size pickup sowie die optionale Luftfederung vergessen.

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