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18.07.2011

09:14 Uhr

Peter Meyer ist seit 2001 Präsident des ADAC. Quelle: ap

Peter Meyer ist seit 2001 Präsident des ADAC.

DüsseldorfHerr Meyer, Parteien und Sportvereinen laufen die Mitglieder davon, der ADAC gewinnt jedes Jahr mehr als 400 000 hinzu - 17,5 Millionen Deutsche gehörten Ende 2010 dem Club an. Wie schaffen Sie das? 

Meyer: Ganz simpel: Die Menschen vertrauen uns. Und wir setzen uns für unsere Mitglieder ein. Wir versprechen nicht nur etwas, wir helfen auch tatsächlich. 

Wenn das Auto oder Motorrad streikt. 
Meyer: Nein, wir helfen allen, die mobil sind - auch mit Bahn oder Flugzeug. Wir helfen längst nicht mehr nur bei klassischen Autopannen. 
Wie viele Mitglieder werden von den ADAC-Pannenhelfern geworben? 
Meyer: So funktioniert das nicht bei uns. Die Mitgliedschaft gilt nicht ab dem Zeitpunkt der Panne, sondern erst am nächsten Tag. Geholfen wird trotzdem. 
Gegen die vielen Staus aber scheint der Club machtlos zu sein. Haben Sie keinen Einfluss auf die Verkehrspolitik? 
Meyer: Wir sehen nicht unsere Aufgabe darin, zu Massenprotesten gegen Staus oder den schlechten Zustand der Straßen aufzurufen. Das würde nicht funktionieren. Wir setzen lieber auf knallharte Sacharbeit im Hintergrund. Unseren Einfluss würde ich nicht gering schätzen. 
Dennoch wird über eine Pkw-Maut debattiert. Wie realistisch sind solche Pläne? 
Meyer: Wir müssen davon ausgehen, dass der Staat aufgrund der Schuldenproblematik und Ausgabenpolitik immer tiefer in die Taschen der Bürger greift. Die Besteuerung des Verkehrs wird weiter wachsen, durch eine Pkw-Maut, Straßenvignette oder Schlaglochsteuer. Egal, wie man es nennt: Das Autofahren wird in Zukunft mit Sicherheit teurer. 
Auch weil die EU die Staukosten auf die Länder umlegen will, in denen die Staus entstehen. Als Export- und Transitland wäre Deutschland davon stark betroffen. 

Meyer: In der Tat. Wir finanzieren mit unseren Steuergeldern, die wir an die EU zahlen, europaweit neue Straßen - und sollen nun auch noch für die Staus auf unseren Straßen Strafe zahlen. Man will also die abkassieren, die unter den Staus am stärksten leiden. 

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