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24.01.2012

11:57 Uhr

Interview

Was Roboter und Autos gemeinsam haben

Nissan geht einen unkonventionellen Weg: Statt wie der Rest der Branche Autos in Filmen oder Videospielen zu platzieren, hat der Konzern seine Designer einen fliegenden Roboter für einen Trickfilm entwickeln lassen.

Nissan Chief Designer Shiro Nakamura vor Plakat des Anime mit dem von Nissan designten Roboter. Martin Kölling

Nissan Chief Designer Shiro Nakamura vor Plakat des Anime mit dem von Nissan designten Roboter.

TokioNissan geht einen unkonventionellen Weg im Markenmarketing. Statt wie der Rest der Branche Autos in Filmen oder Videospielen zu platzieren, hat der Konzern seine Designer einen fliegenden Roboter für den Trickfilm „Rinne no Lagrange: The flower declaration of your heart“ entwickeln lassen. Darin muss das Mädchen Madoka Kyouno mit einem Flugroboter die Menschheit retten. Die Serie ist im Januar angelaufen. Martin Kölling sprach in Nissans Design-Zentrum in Atsugi mit Nissans Chefdesigner Shiro Nakamura und dem Designer des Roboters, dem Autodesginer Takashi Osuda, über das Projekt.

Handelsblatt: Herr Nakamura, Produktplatzierung ist gängige Praxis. Aber dass ein Autohersteller für einen Trickfilm einen Roboter entwickelt, der noch dazu ohne das Markensymbol des Herstellers auftritt, ist neu. Wie ist es dazu gekommen?

Shiro Nakamura: Das Projekt hat eine lange Vorgeschichte. Vor ein paar Jahren hat uns das Trickfilmstudio Production I.G gefragt, ob wir zusammen ein Auto für einen Anime entwerfen können. Sie wollten kein Produktionsmodell, und so haben wir ihnen die 3D-Daten eines Konzeptautos von einer Tokio Motorschau gegeben. Für ihren neuesten Anime haben sie uns gefragt, ob wir ihnen einen Roboter entwickeln konnten. Denn sie wollten, dass der Roboter anders als die Roboter sind, die die Trickfilmdesigner normalerweise entwickeln. Ich habe sofort zugesagt.

Warum? Was ist drin für das Unternehmen?

Nakamura: Hauptsächlich geht es darum, unsere Designer zu motivieren. Es ist eine sehr interessante Gelegenheit für einen Designer, neue Wege zu erforschen. Außerdem müssen sie so mal mal für andere Kunden als Autofahrer arbeiten. Es geht nicht notwendigerweise darum, die Firma direkt zu bewerben. Der Roboter trägt ja kein Nissan-Logo. Aber natürlich wollen wir damit nebenbei den Zuschauern auch zeigen, wie kreativ und flexibel wir sind. Das hilft uns bei der Markenwahrnehmung.

Aber die Entwicklung eines Roboters durch einen Autohersteller scheint nicht unbedingt naheliegend zu sein.

Nakamura: Im Gegenteil, für mich ist das Auto fast wie Roboter. Die Inspiration für die Form eines Autos kommt aus dem Tierreich: vier Beine, zwei Augen, ein Mund. Auch viele Roboter in Trickfilmen und der Realität werden nach einem tierischen Vorbild gestaltet, dem Menschen. Außerdem hat die Anime-Welt hat auch schon unser Design inspiriert. Unser Sportwagen Nissan GTR wurde von dem Klassiker unter den Roboter-Animes „Mobile Suit Gundam“ angeregt. Und auch unser Juke ist ein bisschen wie ein Anime, mit seinen harmonischen Formen. Auto- und Roboterdesign können sich also durchaus gegenseitig befruchten.

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