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31.12.2013

15:42 Uhr

Jahresbilanz

Fernbusse rollen rasant den Markt auf

Als hätten die Menschen drauf gewartet: Ein Jahr nach Freigabe hat sich die Zahl der Fernbusse vervielfacht. Die Nachfrage nach Mobilität unterhalb des Preisniveaus der Bahn ist offenbar groß.

Fernbus am Frankfurter Hauptbahnhof: Wie viele Menschen das neue Angebot bislang schon nutzen, liegt statistisch im Nebel- dpa

Fernbus am Frankfurter Hauptbahnhof: Wie viele Menschen das neue Angebot bislang schon nutzen, liegt statistisch im Nebel-

Frankfurt/MainEin Jahr nach der Marktöffnung können die Fernbusunternehmen in Deutschland auf ein starkes Wachstum verweisen. Ein dreifach vergrößertes Reiseangebot und doppelt so viele feste Linien wie ein Jahr zuvor – Kunden insbesondere in den großen und mittleren Städten haben die Wahl für ein neues Verkehrsmittel, das zwar in den meisten Fällen deutlich langsamer ist als die Bahn, aber eben auch preisgünstiger.

5.100 innerdeutsche Fernbusfahrten finden mittlerweile pro Woche statt, hat die Berliner Wirtschaftsberatung IGES zusammengezählt. Das sind mehr als drei Mal so viele wie noch im Januar und sie werden von einer Vielzahl konkurrierender Unternehmen angeboten. Zum Jahresbeginn 2013 hatte die Bundesregierung das ursprünglich zum Schutz der Bahnverbindungen eingerichtete Fernbusverbot aufgehoben.

Um den noch neuen Kuchen streiten sich neben dem bisherigen Platzhirschen Deutsche Bahn unter anderem das kapitalstarke Duo ADAC/Deutsche Post, der europäische Branchenriese National Express (city2city) sowie Start-Ups wie Flixbus, DeinBus und MeinFernbus. Die Berliner Firma mit den grünen Bussen hat ihr Angebot massiv ausgeweitet und bietet gemeinsam mit ihren mittelständischen Subunternehmern inzwischen mit Abstand die meisten Fahrtenpaare und Fahrplan-Kilometer an.

Nach einem Jahr stürmischen Wachstums könnten bald die ersten Härtetests anstehen. „Nach dem Boom im Weihnachtsgeschäft ist erfahrungsgemäß der Winter die schwächste Reisezeit“, sagt Roderick Donker van Heel, Geschäftsführer der National Express Germany GmbH. Nach Meinung des Bundesverkehrsministeriums dürfte nach dem kommenden Jahr kaum noch Linien hinzukommen. „Das Wachstum wird an Fahrt verlieren, denn das Netz wächst nicht unendlich“, ist auch IGES-Experte Christoph Gipp überzeugt.

Wie viele Menschen das neue Angebot bislang schon nutzen, liegt statistisch im Nebel, da die neuen Unternehmen ihre Zahlen zunächst noch nicht an das Statistische Bundesamt weiterleiten mussten. Doch auch bei den alteingesessenen Anbietern war zur Jahreshälfte bereits ein Anstieg der Fahrgastzahlen um 12,5 Prozent registriert worden. Im Vergleich zum Bahnverkehr – allein die DB AG machte 2012 rund vier Milliarden Euro Umsatz im Fernverkehr – sind die Markterwartungen von 300 bis 600 Millionen Euro Jahresumsatz noch bescheiden.

Die pro Buskilometer vom Kunden zu zahlenden Preise stehen der IGES-Analyse zufolge unter Druck: Der Normalpreis pendelt um die 9 Cent nach 11 Cent im Jahr 2012, Lockangebote liegen meist um die 5 Cent. Vom ausgeweiteten Angebot profitieren nicht nur die Metropolen, sagt der Experte Gipp. Vor allem mittelgroße Städte im Süden aber auch strukturschwache Regionen beispielsweise im ländlichen Niedersachsen hätten neue Reisemöglichkeiten bekommen. Auch die Flughäfen sind in das Netz eingebunden: So halten am Leipziger Airport nicht weniger als 14 Fernbuslinien, am Drehkreuz Frankfurt sind es 10.

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