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07.08.2012

13:38 Uhr

Jeep Grand Cherokee SRT

Der V8 übertönt die Sinnfrage

Quelle:MID

SUV-Giganten jenseits der 400 PS lassen Sinnfragen unbeantwortet. Trotzdem oder gerade deshalb gedeihen Cayenne, ML oder X5 prächtig. Und nun tritt gegen sie der Jeep Grand Cherokee SRT mit einem Kampfpreis an.

Der Jeep Grand Cherokee SRT ist ein Luxus-SUV für 74.200 Euro im Komplettpaket. Sonderausstattung ab Werk ist nicht vorgesehen. Pressefoto

Der Jeep Grand Cherokee SRT ist ein Luxus-SUV für 74.200 Euro im Komplettpaket. Sonderausstattung ab Werk ist nicht vorgesehen.

Turin/ItalienDas Juwel in der Blechkrone des US-Konzerns Chrysler konnte Daimler-Boss Dieter Zetsche beim Verkauf nicht behalten. Der SUV-Spezialist Jeep landete schließlich bei Fiat. Inzwischen kann Jeep weltweit auf zwei-, teils dreistellige Zuwachsraten verweisen. In Deutschland konnte die italienisch-amerikanische Connection 2011 auf 4.000 Neuzulassungen der Marke Jeep verweisen.

"74 200 Euro – das soll günstig sein?" Der Aufschrei ist programmiert. Und doch, so ein SRT ist eben nicht mit einem vielleicht halb so teuren Allrad-Import aus Korea zu vergleichen, sondern er spielt in der Liga der etablierten Wettbewerber. Und die sind durch die Bank wenigstens 20 000 Euro teurer, wenn alle Extras mitbestellt sind, die der SRT serienmäßig an Bord hat.

Kleine Auswahl gefällig? Adaptive Dämpferregelung, Wank- und Überrollschutz, Bi-Xenon-Scheinwerfer, Einparkhilfe und Rückfahrkamera, Leder-/Velours-Polster, beheizbares Lenkrad, Regensensor, Fernlichtautomatik, Abstands-Tempomat, Kollisions- und Totwinkel-Assistent, schlüsselloses-Zugangssystem, Touchscreen-Navigation, DVD-MP3-Audioanlage mit 825 Watt, elektrische Heckklappe, Panorama-Glasdach... Es gibt für den Grand Cherokee SRT keine optionale Ausstattung ab Werk.

Für Sicherheit ist also ebenso gesorgt wie für Behaglichkeit, doch souverän fahren soll der vollschlanke 2,4-Tonner möglichst auch noch. Am Vorgänger, dem SRT-8, hatten viele Tester kritisiert, dass er zwar enorm schnell geradeaus fahren konnte, zügige Kurvenfahrt jedoch dem Bereich allgemeines Abenteuer zugeordnet.

Nichts davon ist geblieben. Als Mitgift aus der inzwischen geschiedenen Ehe mit Daimler hat der Grand Cherokee die Bodengruppe der aktuellen M-Klasse erhalten. Deren Einzelradaufhängung hat die Straßentauglichkeit des großen Jeep erheblich verbessert. Seinem sportlichen Anspruch wird der SRT damit gerecht, dass er unter anderem ein acht Dämpfer umfassendes Bilstein-Fahrwerk eingepflanzt bekam.

An jedem Rad ist je ein Dämpfer für die Zug- und die Druckkräfte zuständig. Zur Verbesserung des Handlings wurde der negative Sturz an der Vorderachse auf 1,6 Grad gebracht, entsprechend breitbeinig und selbstbewusst nimmt der Jeep seine Fahrspur ein. Die kinetische Energie wird von Brembo-Bremsen mit Sechskolben-Sätteln so gut im Zaum gehalten, dass der Bremsweg aus 100 km/h auf trockener Straße 35 Meter nicht überschreitet.

20-Zoll-Räder, getönte Scheiben hinten und zwei mächtige Endrohre mit zehn Zentimetern Durchmesser machen Eindruck. Pressefoto

20-Zoll-Räder, getönte Scheiben hinten und zwei mächtige Endrohre mit zehn Zentimetern Durchmesser machen Eindruck.

Der SRT wäre kein amerikanisches Auto, wenn er auf jeden Showwert beim Autritt verzichten würden. Die Fronthaube ist mit zwei vergitterten Öffnungen "atmungsaktiv" gehalten und verbessert damit das thermische Wohlbefinden des 6,4-Liter-Saugers. Die Auspuff-Trompeten blasen musikalisch vielseitig: Mal authentischer V8-Sound, mal wohlig brabbelnd, mal böse grollend.

Verlässlichen Kontakt zur Straße schaffen 295/45-Pirelli-Zero-Reifen, die auch bei Tempi nahe 260 keine Schwächen zeigen. Maximal 624 Newtonmeter Drehmoment auf den Asphalt zu drücken, fällt den Gummiwalzen nicht schwer. Die 344 kW/468 PS des V8-Umgetüms entfalten sich brachial.

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