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05.02.2015

12:51 Uhr

John Boyd Dunlop

Der Vater des Autoreifens

Damit sein Sohn mit dem Fahrrad bequem über Belfasts Pflaster brausen konnte, bastelte Tierarzt John Boyd Dunlop 1888 einen luftgefüllten Reifen. Der Beginn einer Erfolgsgeschichte, die bis heute andauert.

John Boyd Dunlop (1840-1921) dpa

John Boyd Dunlop (1840-1921)

LondonDer Doktor hatte dem kleinen Dunlop-Junior Radfahren verordnet. Der Junge sollte endlich seine Erkältung loswerden, so berichtet es die Firmenchronik des heutigen Autoreifenherstellers Dunlop. Doch das Kopfsteinpflaster im irischen Belfast schüttelte das schwächliche Schulkind auf seinem Fahrrad mit den harten Vollgummireifen so sehr durch, dass sein Vater John Boyd Dunlop im Jahr 1888 es nicht mit ansehen konnte.

Etwas Besseres musste her. Der gebürtige Schotte wurde so zum Pionier des Luftreifens - sein Name steht noch heute für eine der weltweit führenden Herstellerfirmen.

John Boyd Dunlop, dessen Geburtstag am heutigen Donnerstag 175 Jahre zurückliegt, experimentierte zuerst mit dünnen Gummimatten, die er einrollte und zusammenklebte. Dann pumpte er den Reifen mit einer Ballpumpe auf. Diesen Schlauch nahm er und stülpte ihn über den Fahrradreifen. Sein Sohn war begeistert.

Der Reifen von damals ist heute Teil des Fundus des schottischen Nationalmuseums und soll ab 2016 öffentlich ausgestellt werden, sagte Museumssprecher Bruce Blacklaw. „Wir bezeichnen die Erfindung als ersten aufblasbaren Fahrradreifen.“

Dunlop versuchte schnell, auf seinen pneumatischen Reifen ein Patent anzumelden. Er wusste nicht, dass das vier Jahrzehnte vor ihm auch ein anderer Schotte getan hatte. Robert Thomson hatte ein Patent auf ein Luftrad angemeldet und im Londoner Regent's Park bewiesen, dass eine Kutsche, ausgestattet mit seinen neuartigen Rädern, viel einfacher zu ziehen war.

Doch zu dieser Zeit hatte es noch keinen großen Markt für Pferdewagen gegeben – geschweige denn für Fahrräder. Thomsons Erfindung verschwand in der Versenkung.

Für den britischen Historiker Adam Hart-Davis kann beiden Erfindern der Erfolg für den aufblasbaren Reifen zugesprochen werden. „Thomson wurde nie berühmt, vielleicht auch, weil er seiner Zeit so weit voraus war“, urteilte Hart-Davis in der BBC.

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