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30.05.2017

08:41 Uhr

Käufer werden immer älter

Autobauer leiden unter dem „Methusalem-Effekt“

VonStefan Menzel

Die Autohersteller stehen vor einem neuen Problem: Die Pkw-Käufer werden immer älter. Junge Menschen sehen häufig keinen Sinn mehr darin, sich einen eigenen Wagen zuzulegen – und auch die Autobauer machen Fehler.

Das Durchschnittsalter unter deutschen Autokäufern hat deutlich zugenommen. Jüngere Menschen verweigern den Kauf. obs

Das eigene Auto – nur noch etwas für Ältere?

Das Durchschnittsalter unter deutschen Autokäufern hat deutlich zugenommen. Jüngere Menschen verweigern den Kauf.

DüsseldorfDeutschlands Autofahrer werden immer älter. Das Durchschnittsalter der Fahrzeugkäufer ist den zurückliegenden 20 Jahren kräftig nach oben gegangen – um einiges stärker als das Durchschnittsalter der Gesamtbevölkerung. Nach Dieselaffären, Staus und Fahrverboten erwächst den Autoherstellern damit ein ganzes Problem: Der Nachwuchs bleibt aus, zu wenig junge Menschen wollen noch ein Auto kaufen.

Sowohl bei Neu- als auch bei Gebrauchtwagen sind die Käufer in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich älter geworden. 1995 lag das Durchschnittsalter eines Neuwagenkäufers bei 46,1 Jahren, heute sind es 52,8 Jahre (plus 14,5 Prozent). Noch stärker ist das Durchschnittsalter der Gebrauchtwagenkäufer gestiegen, nämlich um 19,4 Prozent. 1995 lag es noch bei 37,5 Jahren, heute hat der Mittelwert 44,8 Jahre erreicht. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Untersuchung des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen.

Das Durchschnittsalter in der gesamten deutschen Bevölkerung ist im selben Zeitraum um 10,5 Prozent von 40,0 auf 44,2 Jahre geklettert – liegt also deutlich unter dem Alterszuwachs der Autokäufer. CAR-Leiter Ferdinand Dudenhöffer spricht von einem „Methusalem-Effekt“ auf dem Automarkt. Das durchschnittliche Lebensalter aller Autohalter liege in Deutschland inzwischen bei 52,6 Jahren und steige weiterhin kontinuierlich an. Der Anteil der Autofahrer, die 60 Jahre und älter sind, habe einen Wert von 31,8 Prozent erreicht. Trotz der allgemein guten wirtschaftlichen Lage entscheiden sich weniger junge Menschen für den Kauf eines Autos.

Autoprofessor Dudenhöffer wertet es als besonders alarmierend, dass das Durchschnittsalter der Gebrauchtwagenkäufer deutlich stärker angestiegen ist als bei den Neuwagenkunden. Jüngere Menschen sind wegen ihrer tendenziell niedrigeren Einkommen die typischen Käufer von Gebrauchtwagen. Doch auch ein vergleichsweise günstiges Preisniveau kann die Jungen immer weniger dazu bewegen, sich einen Gebrauchten zuzulegen. „Die jungen Menschen verlieren die Lust am eigenen Auto“, fasst Dudenhöffer die Entwicklung am deutschen Automarkt zusammen.

Der Automobilforscher hält der Branche vor, dass sie in den zurückliegenden Jahren keine großen Innovationen hervorgebracht habe, mit denen sich jüngere Käufer begeistern ließen. „Radikale oder disruptive Innovationen sieht man außer beim Elektropionier Tesla kaum“, so Dudenhöffer. Der „emotionale Kick“ sei in den vergangenen Jahren immer stärker abhandengekommen.

Möglicherweise könnte die neue Generation von Elektroautos für eine Wende sorgen, weil damit ein echter Innovationsschub ausgelöst werde. Bei den meisten Herstellern wie Volkswagen und Daimler beginnt das Elektrozeitalter mit dem Jahr 2020. Dann sollen rein batteriegetriebene Fahrzeuge in großen Stückzahlen von den Bändern laufen.

Kommentare (19)

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Herr Hans Mayer

30.05.2017, 08:55 Uhr

Der Autofahrer wird ja bewußt ausgenommen wie eine Weihnachtsgans, also lassen die Leute, da wo es geht, die Karre stehen, beim Händler und Hersteller sind die auch gut aufgehoben.

Herr Hans-Jörg Griesinger

30.05.2017, 09:04 Uhr

Ich bin seit einigen Jahren leidenschaftliche Radfahrerin und habe mein Auto abgeschafft.
Dadurch habe ich verdammt viel Geld eingespart, welches ich für die schönen Dinge des Lebens ausgebe.
Das eigene Auto war im Unterhalt eine regelrechte Geldvernichtungsmaschine (Benzin, Instandhaltung, Versicherung).
Ich bleibe durch das Radfahren in Bewegung und fit und belaste dadurch auch nicht die Umwelt mit Abgasen und Feinstaub.
Taxi, Zug oder öffentlicher Nahverkehr bringen mich zudem überall hin und das auf Dauer kostengünstiger und bequemer, als im eigenen Auto selbst zu fahren.
Auch das Rad lässt sich in Straßenbahnen und Zügen kostenlos mitnehmen.
Ebenso lassen sich Autos anmieten, wenn man denn tatsächlich mal eines benötigt.




Herr Hans-Jörg Griesinger

30.05.2017, 09:06 Uhr

Nicht zu vergessen die bevorstehende Maut, die Gebühren für die Fahrzeug An- und Ummeldung. Das eigene Auto ist eine brutale Geldverbrennungsmaschine!
Und viele Familien haben aus reiner Gequemlichkeit heraus, sogar 2-3 Autos in Zulassung und Einsatz, völliger ökonomischer und ökologischer Wahnsinn.

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