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03.11.2011

11:07 Uhr

KFZ-Hauptuntersuchung

Was sich bei der TÜV-Prüfung 2012 ändert

VonFrank G. Heide

Wenn das Auto die Hauptuntersuchung ohne Mängel meistert, ist jeder erleichtert. Ab April 2012 wird es bei der Fahrzeugprüfung aber einige Neuerungen geben, - und sie könnte etwas länger dauern.

Bevor es in die Prüfgasse geht, werden TÜV-Sachverständige künftig häufiger erst mal eine Proberunde im Fahrzeug drehen . dpa

Bevor es in die Prüfgasse geht, werden TÜV-Sachverständige künftig häufiger erst mal eine Proberunde im Fahrzeug drehen .

Düsseldorf/MünchenEine Novelle der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO), die im nächsten Februar den Bundesrat passieren soll, und dann geltendes Recht wird, bringt einige Änderungen bei der Hauptuntersuchung für Kraftfahrzeuge mit sich.

Wie der TÜV Süd jetzt informiert, soll Fahrzeughalter ab dem 1. April 2012 voraussichtlich bei der HU eine detaillierte Mängelliste bekommen. Wenn beispielsweise ein Rücklicht oder der rechte Frontscheinwerfer defekt ist, soll im Prüfbericht direkt darauf hingewiesen werden und nicht mehr - wie bisher - allgemein auf eine fehlerhafte Fahrzeugbeleuchtung. Diese neue Mängelliste könne dann als Reparaturauftrags-Vorlage für eine KFZ-Werkstatt dienen, so der TÜV Süd.

Die StVZO-Novelle sieht außerdem vor, dass die Plakette beim Überziehen des Untersuchungstermins nicht mehr rückdatiert werden darf. Wird der HU-Termin zum Beispiel vergessen und um vier Wochen überschritten, so soll diese Zeitspanne nicht mehr automatisch von den 24 Monaten bis zur nächsten Prüfung abgezogen werden. Eine echte Verbesserung für Fahrzeughalter: Die nächste HU wäre dann grundsätzlich zwei Jahre nach erfolgter Prüfung fällig.

Buße für Bummler bleibt

Der TÜV warnt aber bereit davor, künftig durch vorsätzliches Überziehen der Prüffrist den nächsten HU-Termin hinauszuzögern. Denn wer mit abgelaufener Plakette fährt, riskiert bei einem Unfall Probleme mit seiner KFZ-Versicherung. Bei einer Überziehung des TÜV-Termins droht außerdem ein Bußgeld. Bei Fristüberschreitungen von zwei bis vier Monaten sind das 15 Euro, danach 25 Euro. Wer sogar mehr als acht Monate zu spät dran ist, und erwischt wird, zahlt 40 Euro und erhält zwei Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei.

Im Gegenzug zur Abschaffung der Rückdatierung ist bei zweimonatiger Verspätung nach Informationen des ADAC allerdings auch bei der neuen Regelung eine Strafgebühr vorgesehen, die in einem Aufschlag von 20 Prozent besteht. So soll auch künftig verhindert werden, dass Fahrer mit Prüf-Bummelei Zeit schinden.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

03.11.2011, 12:52 Uhr

Na, das ist doch Klasse, daß unser Super-Nanny-Staat uns per Schutzgelderpressung zwingt, unsere Karossen kostenpflichtig begutachten zu lassen. Die arme Restwelt, die ja schon Auslösungserscheinungen zeigt, weil es dort keinen TÜV oder ähnliches gibt....

schmurf

03.11.2011, 13:25 Uhr

@ RobRoy, willst wohl lieber von koruppten Polizisten im fließenden Verkehr dein Auto prüfen lassen. Ist auch beruhigend wenn 40 Tonnen Rost ohne Bremsen hinter dir fahren. Ist schon schlimm genug das die Hauptuntersuchungen privatisiert worden sind und jede Organisation mit legalen und illegalen Mitteln Kunden wirbt und Kundengerecht prüft.

marinero

03.11.2011, 15:19 Uhr

Die Elektronik-HU ist ein Witz!

Da jeder Hersteller seine eigenen Schnittstellen und Datenformate hat prüft der TÜV die Elektronik mangels geeigneter Geräte mit einer Proberunde und verlangt auch noch Geld dafür!

Das ist reine Abzocke!!

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