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11.10.2012

11:14 Uhr

Kia Optima Hybrid

Verbrauchsvorteile nur bei Stop-and-Go

Extra für Europa bringt der koreanische Hersteller jetzt seinem Spitzenmodell, dem Optima, das elektrische Fahren bei, wenn auch nur für rund 1,5 Kilometer. Ein Hybrid als Top-Motorisierung, das ist selten im Markt.

Man sieht es der Mittelklasse-Limousine von außen nicht an, aber dieser Kia Optima ist ein Hybrid. Pressefoto

Man sieht es der Mittelklasse-Limousine von außen nicht an, aber dieser Kia Optima ist ein Hybrid.

DüsseldorfDer Wettbewerb unter den klassischen Limousinen der Mittelklasse und oberen Mittelklasse, dem sogenannten D-Segment, ist hart. Um Passat und Co. selbstbewusst entgegenzutreten setzte Kia bislang in dieser Klasse auf den Optima. Und extra für Europa brachten die Koreaner dem Modell nun das elektrische Fahren bei, wenn auch nur für rund 1,5 Kilometer. Spätestens dann springt ein Benzinmotor dem Elektroantrieb zur Seite. Denn dieser Kia ist ein Hybrid-Fahrzeug. Ein Zwei-Liter-Benziners und ein Elektromotor sorgen beim Einsatz in der Stadt für ein Fortkommen mit geringem Verbrauch. Die Preise beginnen bei 29.990 Euro.

Der Kia Optima Hybrid unterscheidet sich äußerlich nicht von seinem konventionell angetriebenen Pendant. Die 4,85 Meter lange und 1,83 Meter breite Limousine mit einem Radstand von 2,80 Meter rollt seit dem Frühjahr bereits auf den deutschen Markt, nachdem sie schon vorher in den USA Erfolge hatte einfahren können.

Von außen zeigt er das typische Markengesicht. Im Innenraum treffen die Passagiere auf angenehme Großzügigkeit. Die verwendeten Materialien vermitteln einen hochwertigen Eindruck und unterstreichen den Anspruch von Kia, mit seinem besten Stück zur gehobenen Mittelklasse gezählt zu werden.

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Kia hat gleich mehrere Eisen im Feuer, um der Konkurrenz das Leben zu erschweren. Zu den unbekannteren zählt die große Limousine namens Optima. Ob der Passat-Konkurrent ein echter Geheimtipp bleibt, klärt der Fahrtest.

Die Limousine mit einem coupéförmig gerundeten Dach und einem klassisch geformten Kofferraum verkörpert eine Mischung aus Dynamik, sportlicher Eleganz und Selbstbewusstsein. Die hohen Schulter gepaart mit kraftvollen Radhäusern und einer flachen Fensterfront zeigen athletische Qualitäten, die der Kia bei dem Motorenangebot, das es in Deutschland für ihn gibt, nicht ausnützen kann.

136-Diesel- oder 170-Benzin-PS sind alles, was der Optima bisher bieten konnte. Jetzt stellt der Optima Hybrid mit seiner Systemleistung von 140 kW / 190 PS den stärksten Antrieb bei dem Mittelklasse-Auto dar. Ein Hybrid als Top-Motorisierung findet man selten im Markt. In den USA sieht das schon anders aus, da werden zwei Turbo-Benziner mit bis zu 274 PS dem durchaus aggressiv dreinblickenden Äußeren schon eher gerecht.

Mit großzügigen Abmessungen, guter Verarbeitungs und Materialqualität und großem Kofferraum empfiehlt sich der Kia Optima durchaus als Reisewagen. Dann ist der Diesel aber vorteilhafter als der Hybrid. Pressefoto

Mit großzügigen Abmessungen, guter Verarbeitungs und Materialqualität und großem Kofferraum empfiehlt sich der Kia Optima durchaus als Reisewagen. Dann ist der Diesel aber vorteilhafter als der Hybrid.


Das von Kia entwickelte Parallelhybrid-System beschleunigt den Optima in 9,4 Sekunden von null auf 100. Die Höchstgeschwindigkeit liegt nach Angaben des Unternehmens knapp oberhalb190 km/h. Den durchschnittlichen Verbrauch beziffert Kia mit 5,4 Liter auf 100 Kilometern, den Ausstoß an Kohlendioxid mit 125 Gramm pro Kilometer.

Das Zusammenspiel von Verbrennungsmotor und E-Antrieb vollzog sich bei ersten Probefahrten ohne Auffälligkeiten. Nach dem lautlosen Startvorgang schiebt der E-Motor recht entschlossen an und bei ruhiger Fahrweise bleibt man im E-Modus bis etwa 100 km/h, schärferes Beschleunigen weckt den Benziner und er sorgt für Vortrieb und gleichzeitig für das Aufladen des Akkus.


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Benziner- und Elektromotor treiben die Vorderräder über ein sechsstufiges Automatikgetriebe an. Der Benzinmotor kann durch eine Kupplung vom Elektroantrieb getrennt werden. Im vollelektrischen Betrieb mit Strom aus der Bordbatterie erreicht der Optima Hybrid dann eine Maximalgeschwindigkeit von knapp 100 km/h. Die Reichweite im batterieelektrischen Betrieb gibt Kia mit 1,5 Kilometer an. Das funktioniert aber nur bei niedrigeren als der elektrischen Höchstgeschwindigkeit, zum Beispiel bei der Fahrt durch ein Dorf. Der Optima ist standardmäßig mit einem Start-Stopp-System ausgerüstet.

Wie grundsätzlich bei allen Hybridantrieben ist die Frage angebracht, was denn günstiger zu betreiben ist und die Umwelt weniger belastet: ein Diesel oder ein Benzin-Hybridfahrzeug? Allein mit dem Wert für den durchschnittlichen Normverbrauch kann man die Antwort nicht finden. Im Fall des Optima hätte da der 150-PS-Diesel mit 4,9 Litern gewonnen, zumal der höhere Benzinpreis dem Diesel einen zusätzlichen Vorteil bringt.

Nur die Herstellung ist koreanisch, Design und Anmutung der neuen Kia-Modelle sind durch und durch europäisch. Pressefoto

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Kia verwendet aber eine neu entwickelte Batterietechnik, deren Akku leichter und kleiner ist und eine geringere Selbstentladung aufweist. Beinahe unmerklich wechselt das modifizierte Automatikgetriebe die Übersetzungsverhältnisse und geht dynamischer auf die Beschleunigungswünsche des Fahrers ein. Nach Kia-Messungen verbraucht der Hybrid-Optima im Stadtverkehr im Vergleich zum Diesel 28 Prozent weniger Kraftstoff. Kein Wunder, man ist im Stadtverkehr meist nur mit Elektro-Antrieb unterwegs. Der Optima-Hybrid kann seine Vorzüge also nur dann voll ausspielen, wenn Stop-and-Go-Verkehr seinen Alltag bestimmt.

Auch für den Optima Hybrid gewährt Kia eine Garantie von sieben Jahren oder über 150.000 Kilometer. Diese Garantie gilt ebenso für die Lithium-Polymer-Batterie des Hybridsystems. Der Kia Optima Hybrid stellt bei seinem Basispreis von 29.900 Euro im Verbund mit dieser Garantie einen preisgünstigen und risikolosen Einstieg ins Hybridfahren dar. So addiert sich jetzt zum Preis- das Technikargument bei Kia. Gründe für ein Ende des Korea-Booms sind nicht einfach zu finden.

Der Hybrid ist beim Optima derzeit sogar Kias Top-Motorisierung in Deutschland. Das Modell beginnt bei 30.000 Euro, den Turbodiesel gibts für 27.000 Euro. ampnet

Der Hybrid ist beim Optima derzeit sogar Kias Top-Motorisierung in Deutschland. Das Modell beginnt bei 30.000 Euro, den Turbodiesel gibts für 27.000 Euro.


Daten Kia Optima Hybrid
Länge x Breite x Höhe: 4,85 x 1,83 (ohne Spiegel) x 1,46 m
Motor: Vierzylinder-Benziner, 1999 ccm
Leistung: 110 kW / 150 PS bei 6.000 U/min
Max. Drehmoment: 180 Nm bei 5.000 U/min
E-Motor: 34 kW / 46 PS; 270 Volt / 5,3 Ah
Höchstgeschwindigkeit: 99,7 km/h
Reichweite batterieelektrisch maximal: 1,5 km
Max. Leistung Hybridsystem: 140 kW / 190 PS bei 6.000 U/min
Max Drehmoment Hybridsystem: 385 Nm
Durchschnittsverbrauch / CO2: 5,4 Liter Super / 125 g/km
Beschleunigung auf 100 km/h: 9,4 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 192 km/h
Leergewicht / Zuladung: 1.662 kg / 388 kg
Laderaum: 381 Liter
Basispreis: 29.990 Euro

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