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06.03.2012

08:34 Uhr

Kompaktklasse

"A wie Angriff"

VonCarsten Herz, Mark Christian Schneider

Mercedes stellt in Genf die neue A-Klasse vor, Audi kommt mit dem neuen A3 und BMW hat bereits den 1er ins Rennen geschickt: Der Kampf um die Golfklasse hat begonnen - und steht gleichzeitig für Größeres.

In Genf wird die neue Mercedes-Benz A-Klasse präsentiert. dpa

In Genf wird die neue Mercedes-Benz A-Klasse präsentiert.

GenfDieter Zetsche weiß, um was es geht. "A wie Angriff", gab der Daimler-Vorstandsboss bereits vor Monaten als Parole für die neue Generation der Kompaktklasse der Marke mit dem Stern aus. Mit der neuen A-Klasse, die auf dem heute beginnenden Genfer Autosalon Weltpremiere feiert, wollen die Stuttgarter dieses Jahr den Markt für luxuriöse Kleinwagen aufmischen - und endlich auch jüngere Kunden für die Marke begeistern. Doch die Kampfansage trifft die Konkurrenz nicht unvorbereitet. Auch Audi und BMW haben sich mit neuen Modellen gewappnet. Die VW-Nobeltochter aus Ingolstadt schickt ihrerseits in Genf die nächste Generation des Audi A3 ins Rennen, der ebenfalls wie der kommende VW Golf auf dem modularen Querbaukasten des Konzerns aufbaut. Und BMW hält mit einem erst im September runderneuerten BMW 1er dagegen. Für die Konzerne steht viel auf dem Spiel.

Der Zwergenaufstand im Auto-Olymp definiert nicht nur im unteren Fahrzeugsegment die Hackordnung unter den großen drei deutschen Premiumherstellern neu. Der neue Dreikampf in der Golf-Premiumklasse könnte auch die Rangfolge im Prestigekampf um den Oberklasse-Thron insgesamt auf Jahre hin bestimmen. Denn schon heute ist das Kleinwagen- und Kompaktsegment der größte Bereich im Automarkt. Der Weltmarkt für Kompaktwagen wird sich laut Zetsche bis 2020 von derzeit 19 Millionen auf dann 34 Millionen Stück fast verdoppeln. Wer im Oberklasse-Segment ganz vorn mitmischen will, kommt um die Einsteiger-Fahrzeuge kaum herum. "Bei den kleinen Autos für Großstadtmenschen mit dem Hang zur Individualität spielt künftig die Musik", sagt BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson. "Es ist keine Frage, dass das Kleinwagensegment am stärksten wachsen wird." Showdown in der Premiumliga: Das meiste Geld verdienen Mercedes, BMW und Audi zwar mit großen Limousinen oder Geländewagen. Aber die Zukunft der Marken entscheidet sich drei Etagen tiefer: in der Golf-Klasse.

Nur wer dort hohe Stückzahlen erreicht, kann hoffen, auch als absatzstärkster Hersteller der deutschen Eliteliga durchs Ziel zu gehen. "Man muss Kompaktwagen haben, wenn man als Premiumhersteller erfolgreich sein will", sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen. "Dieses Segment ist jetzt schon wichtig - und es wird immer wichtiger werden." Noch verteidigt BMW die Spitze im Premiumsegment vor Audi, die 2011 erstmals Mercedes auf den dritten Platz verdrängten. Doch alle drei drängen nach vorne. Audi soll bis 2015 zum weltweit größten Hersteller von Luxuswagen aufsteigen. Mercedes will bis 2020 wieder die Nummer eins werden. Allein im Februar verkaufte Mercedes mit 95 647 Autos ein Fünftel mehr als vor einem Jahr und mehr als je zuvor in diesem Monat. Trotz der Dynamik der Schwaben denkt BMW nicht daran, die Führung abzugeben. Für Zetsche ist deshalb Attacke Pflicht. Daimler und die Kompaktwagen - das war allerdings bisher keine Erfolgsstory. Der Einstieg in das Segment vor etwa 15 Jahren brachte dem Autobauer zunächst vor allem eines: riesengroßen Ärger.

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