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06.08.2013

13:32 Uhr

Ladas Zukunft

Französische Millionen und schwedisches Design

Quelle:MID

Einst war Lada die Speerspitze der russischen Autoindustrie. Nach turbulenten Jahrzenten lag das Unternehmen 2009 am Boden. Mit Großaktionär Renault-Nissan und einem Ex-Volvo-Designer soll es nun aufwärts gehen.

Lada will bis 2016 in Kooperation mit Renault-Nissan eine neue Produktlinie bauen. Auf der Moskauer Auto Show 2012 präsentierte Avtovaz bereits die dreitürige SUV-Studie Lada X-Ray. PR

Lada will bis 2016 in Kooperation mit Renault-Nissan eine neue Produktlinie bauen. Auf der Moskauer Auto Show 2012 präsentierte Avtovaz bereits die dreitürige SUV-Studie Lada X-Ray.

Togliatti/RusslandEinst war Lada die Speerspitze der russischen Autoindustrie. Nach turbulenten Jahrzenten der postkommunistischen Ära lag das Unternehmen 2009 faktisch am Boden. Dank des Engagements von Großaktionär Renault-Nissan und mit dem Ex-Volvo-Chefdesigner Steve Mattin will der Hersteller bis 2016 mit einer neuen Produktlinie endlich am boomenden Heimatmarkt partizipieren.

Der 48-jährige Brite Mattin kam über Daimler-Benz, Volvo und einer Lehrtätigkeit an der schwedischen Universität Umea 2011 zu Lada. In einem Interview mit "Automotive News Europe E-Magazin" brachte Mattin die gestalterische Herausforderung bei Lada auf den Punkt: "Die Autos müssen einfach und robust wirken, aber für künftige Kunden trotzdem aufregend herüberkommen." Die neuen Modelle entstehen in enger technischer Zusammenarbeit mit Renault-Nissan. Der französisch-japanische Konzern hatte am 25. Februar 2008 einen 25-prozentigen Anteil des Aktienpakets von Lada Übernommen. Im Mai 2012 hatte das Unternehmen verkündet, bis 2014 eine Dreiviertel Milliarde Dollar in den russischen Hersteller zu investieren und wird dafür im Gegenzug 74,5 Prozent der Aktien erhalten.

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Mit der geplanten Design- und Modell-Offensive will Lada vornehmlich das russische Publikum ansprechen. Doch auch auf anderen Märkten, vor allem in Westeuropa, wollen die Russen ab 2016 wieder punkten, denn ab den Siebzigern fand Lada mit seinen einfachen aber robusten und sensationell preiswerten Autos eine treue Anhängerschaft im kapitalistischen Ausland.

Der Hersteller war 1966 als planwirtschaftliches Prestigeprojekt entstanden, um die Paradiese der Werktätigen endlich auf breiter Basis individuell zu mobilisieren. Mangels technischer Entwicklungskompetenz orientierten sich die verantwortlichen Genossen an einem möglichst unverfänglichen Partner aus den Reihen des Klassenfeindes. Fiat empfahl sich für diese Partnerschaft mit seiner hohen gewerkschaftlichen Organisation der Belegschaft und dem starken Stand der kommunistischen Partei Italiens.

Die Italiener brachten die Konstruktion der Mittelklasse-Limousine 124 in die Partnerschaft ein. Die Russen revanchierten sich mit der Umbenennung des neuen Produktionsstandortes Stawropol an der Wolga in Togliatti, nach dem langjährigen Führer der italienischen KP, Palmiro Togliatti. Die Bezahlung Fiats erfolgte durch die devisenknappen Russen in Form von Stahlblech. Das von Fiat in den Siebzigern verbaute Material war derart minderwertig und rostanfällig, dass die Italiener damals fast ihre Reputation verspielten.

Aktuell bietet Lada die 2006 eingeführte Mittelklassebaureihe Priora und den im gleichen Jahr vorgestellten Kleinwagen Kalina an. Der Geländewagen Niva entsteht seit 1977 fast unverändert. Da er die europäischen Chrashtestvorgaben nicht mehr schafft, macht man sich den eigenen Status als Kleinserienhersteller zunutze, und bietet ihn nun als Taiga an.

Kommentare (2)

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Vicario

06.08.2013, 13:47 Uhr



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- Den Lada-Schrott wollen die Russen selbst nicht haben, geschweige denn kann man so ein Auto im westlichen Ausland verkaufen !

Die Franzosen haben sich mit Togliatti eindeutig übernommen und verbraten dort Geld ! Eine Menge Geld haben die Franzosen ( Renault )schon mit dem "Logan" von Dacia in Moskau verbraten ! Das Auto ist eine konstruktive KATASTROPHE !

Auch ein Schwedischer Designer wird an der Misere des Russischen Automobilbaus nichts ausrichten können !

VIP

06.08.2013, 23:50 Uhr

I unfortunately own a Nissan/Renault made (probably made in Romania) car in Mexico. It is unquestionably the worst piece of junk ever assembled anywhere. Lada obviously chose an alliance that matches its history of car making.

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