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10.03.2006

08:57 Uhr

Land Rover wird ein bisschen "grüner"

Raus aus der Schmuddelecke

VonJürgen Pander

Spritfresser, Dreckschleuder und Klimakiller – wenn einem Auto solche Etiketten angeheftet werden, bedeutet das nichts Gutes.v

Alter Landrover Defender: Die Briten wollen künftige Geländewagen-Generationen umweltfreundlicher konzipieren.

Alter Landrover Defender: Die Briten wollen künftige Geländewagen-Generationen umweltfreundlicher konzipieren.

FRANKFURT. In diesem Fall geht es nicht nur um ein Modell, sondern um eine ganze Gattung: die der großen Geländewagen oder luxuriösen SUVs (Sport Utility Vehicles). Seit Jahren boomt dieses Segment, fast alle Hersteller haben inzwischen ein solches Modell im Angebot. Doch die Stimmung dreht sich.

Für einen Hersteller wie Land Rover ist das fatal. Die britische Marke baut nur Geländewagen und gilt als Erfinder des SUV, weil sie Anfang der 70er-Jahre den Range Rover auf die Straßen brachte. Würden geländegängige, geräumige und schwere Allradautos generell geächtet, stünde Land Rover vor dem Aus. Es ist deshalb für die Marke überlebensnotwendig, Zukunftsstudien wie „Land_e“ zu entwickeln, die beim Genfer Salon in diesen Tagen erstmals vorgestellt wurde.

„Das Konzept soll vor allem zeigen, dass wir den Klimawandel nicht ignorieren, uns aber einen Land Rover davon trotzdem nicht verwässern lassen“, sagt Richard Parry Jones, Entwicklungschef des Ford-Konzerns, zu dem Land Rover gehört. In Genf zeigen die Briten ein Geländewagen-Gerüst, in das diverse Systeme integriert sind, die künftige Autos ökologisch verträglicher machen, ohne die Geländetauglichkeit zu beeinträchtigen. „Die so genannten e_Terrain-Technologien sind praktische, machbare und praxisnahe Lösungen“, sagt Matthew Taylor, der Chef der Marke Land Rover.

Zu den Neuheiten gehören ein elektronischer Hinterachsantrieb, ein Starter-Generator, eine neue Kardanwelle mit reibungsfreier An- und Abkoppelung sowie ein elektrisch gesteuertes Fahrwerkssystem. Würden alle vier Innovationen in einem Geländewagen von der Größe des aktuellen Freelander eingebaut, ließe sich der Verbrauch des Wagens auf 5,6 Liter je 100 Kilometer senken und der Kohlendioxid-Ausstoß ginge auf weniger als 150 Gramm je Kilometer zurück. Ein solcher SUV würde sich in den Kategorien Verbrauch und Schadstoffausstoß auf dem Niveau eines Kleinwagens mit Benzinmotor bewegen.

Der Vergleich passt gut, denn im Juli dieses Jahres wird der neue Land Rover Freelander auf der Motorshow in London vorgestellt. Das neue Modell wird vom Start weg kaum mit allen verbrauchssenkenden Maßnahmen ausgerüstet sein. Aber dass der Wagen einen Starter-Generator erhält, ist wahrscheinlich. Dieses System ist vergleichsweise einfach und senkt den CO2-Ausstoß deutlich. Die Elektronik schaltet den Motor bei jedem Stillstand des Autos automatisch ab – beim leichten Druck des Fahrers auf das Gaspedal startet er schnell und ruckfrei. Je nachdem, wo das Fahrzeug gefahren wird, kann allein durch diese Technik die CO2-Emission um bis zu 20 Prozent vermindert werden.

Damit wird Land Rover ein bisschen „grüner“. Die anderen Systeme sollen nach und nach in Serienmodellen der Marke folgen. So kann es den Briten gelingen, das Image ihrer Geländewagen erkennbar zu wandeln.

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