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19.04.2006

17:00 Uhr

Lexus greift in der Oberklasse an

New Yorker Automobil-Show sorgt für Stimmung im Autofrühling

Die meisten deutschen Autofirmen geben sich auf der gerade angelaufenen New Yorker Automobilausstellung für das US-Geschäft im laufenden Jahr sehr optimistisch.

Der Lexus LS 600h L wird auf der New York International Auto Show vorgestellt. Foto: AP

Der Lexus LS 600h L wird auf der New York International Auto Show vorgestellt. Foto: AP

HB NEW YORK. Die in Nordamerika schwer angeschlagenen Platzhirsche General Motors (GM) und Ford versuchen Optimismus bei den Autokäufern zu verbreiten und für Stimmung in dem für sie sehr trüben Autofrühling zu sorgen.

Die führenden Anbieter aus Fernost, allen voran Toyota, Honda, Nissan sowie die südkoreanische Hyundai-Gruppe, schwimmen auf einer enormen Verkaufs-Erfolgwelle. Sie geht vor allem auf Kosten von GM und Ford. Chrysler behauptet sich dank einer neuen Modellflut, doch muss die US-Sparte von Daimler-Chrysler in diesem Jahr mit höheren Rabatten tiefer in die Tasche greifen, um die Kunden bei der Stange zu halten.

Die diesjährige New Yorker Auto-Show spielt sich ab, während GM und Ford insgesamt 60 000 nordamerikanische Arbeitsplätze streichen und zwei Dutzend Fabriken schließen wollen, um mit fallenden US-Absatzzahlen und Milliardenverlusten fertig zu werden.

Mehr als eine Million Besucher werden am Osterwochenende und in der kommenden Woche fast tausend Autos der amerikanischen und ausländischen Automobilhersteller auf der New Yorker Automobilausstellung bewundern können. Da für die Amerikaner mit Benzinpreisen von teilweise mehr als drei Dollar je Gallone oder rund 0,66 Euro je Liter die Schmerzgrenze erreicht ist, wird „Benzin sparen“ bei den Anbietern groß geschrieben.

BMW, Porsche, Mercedes-Benz und Audi erwarten für dieses Jahr im wichtigen US-Markt Rekordabsatzzahlen. Bei Volkswagen zeichnet sich mit Hilfe des neuen Passat, des Jetta und des wieder wie einst in den siebziger Jahren zum „Rabbit“ (Kaninchen) umdeklarierten neuen Golfs ein Verkaufs-Comeback ab.

Bei Audi war das nordamerikanische Debüt des neuen Audi TT von einer Modenschau und einem Laufsteg-Auftritt von Supermodellen begleitet. Bei Mercedes hingen vermummte Gestalten von Seilen und beschossen aus der Luft ein neues E-Klasse-Modell mit elektrischen Zauberstäben. Diese spuckten wie in einem Science-Fiction-Film blaue Blitze und hüllten den Mercedes damit ein, mit der Warnung an Anwesende mit Herzschrittmachern, sich ein paar Meter weiter zurück zu bewegen.

Die Chrysler-Sparte Jeep wartete im Freien mit einem hohen Haufen Dreck auf. Nach einer Reinigungsaktion der New Yorker Feuerwehr mit Hochdruck-Wasserschläuchen entpuppte er sich als neues Jeep-Modell.

Porsche platzierte seinen neuen 911 Turbo einen halben Straßenzug von seinem eigenen Stand auf dem Messegelände entfernt. Wenn man an trostlosen Häuserfassaden vorbei war, kam man in eine supermoderne Fotogalerie, die ganz „cool“ den richtigen Hintergrund für das 150 000-Dollar-Auto bildete.

BMW hielt sich im Hintergrund, doch reitet die Gesellschaft dank einer cleveren Modellpolitik mit vielfältigen Modellen und Varianten sowie einer hervorragenden Markenstrategie im US-Markt auf einer enormen Erfolgswelle. 

Die in den USA sehr erfolgreiche Toyota-Luxuswagen-Sparte Lexus hat Mercedes-Benz und BMW mit ihrem neuen Spitzenmodell, dem LS 600h L, den Kampf angesagt. Es ist das erste Achtzylinder-Fahrzeug mit Hybrid-Antrieb, das heißt mit Benzin- und Elektromotor. Es kommt im kommenden Frühjahr auf den US-Markt. GM will seine angeschlagene US-Marke Saturn mit mehreren Modellen aufpäppeln, die vom Design und der Technik her von Opel-Modellen profitieren sollen.

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