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16.07.2013

15:02 Uhr

Liebhaberstücke

Oldtimer als Urlaubssouvenir

Quelle:MID

Oldtimer-Liebhaber hoffen immer wieder darauf, im Urlaub ein ausrangiertes Auto zu finden, das sich als Traumauto entpuppt. Die Chance auf eine Rarität zum günstigen Preis ist vor allem in Italien und Frankreich gegeben.

Die Chance, im Urlaub auf eine Rarität zum günstigen Preis zu treffen ist vor allem in Italien und Frankreich gegeben. MID

Die Chance, im Urlaub auf eine Rarität zum günstigen Preis zu treffen ist vor allem in Italien und Frankreich gegeben.

MünchenOldtimer-Liebhaber halten auch während der Ferien im Ausland immer wieder Ausschau nach automobilen Raritäten. Dabei entdecken sie mitunter ausrangierte, alte Autos, die zum Kauf reizen. Vor allem in Italien und Frankreich gibt es laut dem TÜV Süd immer noch Chancen auf günstige Angebote.

Da die Kaufentscheidung für ein derartiges Souvenir meist schnell fallen muss, haben die Experten ein paar Tipps zum Spontaneinkauf von Auto-Veteranen zusammengetragen. Dazu gehört unbedingt, die Fahrbereitschaft zu überprüfen, wenn möglich eine Probefahrt zu machen.

Oldtimer und ihre Bewertung

Kein Oldie ohne Bewertung

Bei der Oldtimerbewertung wird der Wert des Fahrzeugs ermittelt werden, der auch als Grundlage für die Versicherungseinstufung benötigt wird. Sie ist auch Voraussetzung, um ein gültiges Kennzeichen zu erhalten. Für den Kauf und Verkauf historischer Fahrzeuge bietet das Untersuchungsergebnis neben der aktuellen Ankaufsuntersuchung die gebräuchlichste und aussagekräftigste Grundlage.

Während bei einer “normalen” Gebrauchtwagenbewertung in erster Linie Baujahr und Laufleistung von Bedeutung sind, ist bei Oldtimern das entscheidende Kriterium der Pflege- und Erhaltungszustand des Fahrzeugs. Die Fahrzeugbewertung erfolgt in Form von Noten von 1 bis 5, die zuletzt 2007 von Classic Data überarbeitet wurden.

Note 1

Makelloser Zustand. Keinerlei Mängel an Technik, Optik und Historie. Ein (dokumentiert!) originales Fahrzeug der absoluten Spitzenklasse. Oder ein komplett und perfekt restauriertes Spitzenfahrzeug im Zustand wie neu (oder besser). Sehr selten!

Die Anmerkung "oder besser" ist ein Hinweis auf die Möglichkeiten modernster Restaurierungsmethoden. Duch die heutigen technischen Möglichkeiten (Schweißarbeiten, computergestützte Messtechniken) sowie den veränderten Materialien (Lack, Oberflächenveredelung) und einen umfangreichen Korrosionsschutz kann ein komplett restauriertes Fahrzeug den Zustand der Erstauslieferung übertreffen. Für Originalitätsliebhaber ist dies aber nicht erstrebenswert.

Note 2

Entweder seltener, unrestaurierter Original-Zustand oder fachgerecht restauriert. Technisch und optisch mängelfrei, aber mit leichten (!) Gebrauchsspuren. Keine fehlenden oder zusätzlich montierten Teile. Ausnahme: Wenn es die StVZO verlangt.

Leider kommt es gerade bei der Note 2, immer wieder zu Missverständnissen, weil viele Anbieter - teils aus Berechnung und teils aus Unwissenheit - ihrem Wagen eine viel zu gute Note geben, die vermeintlich der Schulnote "gut" entsprechen soll. Klar ist unter Experten aber, dass der "Zustand 2" ein nahezu optimal erhaltenes Fahrzeug charakterisiert.

Note 3

Gebrauchter Zustand. Normale Spuren der Jahre. Kleinere Mängel, aber voll fahrbereit und verkehrssicher. Keine Durchrostungen. Kein Reparaturstau und keine sofortigen Arbeiten notwendig. Nicht schön, aber gebrauchsfähig.

Note 4

Verbrauchter Zustand, eventuell teilrestauriert. Nur bedingt fahrbereit. Sofortige Arbeiten notwendig zur erfolgreichen Abnahme gem. § 29 StVZO. Leichtere bis mittlere Durchrostungen. Fahrzeug komplett in den Baugruppen aber nicht zwingend unbeschädigt. Einige kleinere Teile können aber fehlen oder defekt sein. Aber: immer noch relativ leicht zu reparieren (bzw. restaurieren).

Note 5

Nicht fahrbereit Schlecht restauriert bzw. teil- oder komplett zerlegt. Größere Investitionen nötig, da umfangreiche Arbeiten in allen Baugruppen erforderlich, aber grundsätzlich noch restaurierbar. Fehlende Teile, d.h. das Fahrzeug ist nicht zwingend komplett.

Ergänzungen

Wie auch bei Schulnoten sind "+" und "-" gestattet und üblich. Alle Noten müssen durch Sachverständigen-Gutachten belegt sein, und diese sollten möglichst aktuell sein. Im Zweifelsfall lieber ein neues Gutachten beauftragen bei den bekannten Prüf-Organisationen wie TÜV, Dekra, oder Classic Data.

Die Frage, ob ein Fahrzeug durch einen schweren Defekt (nicht fahrbereit) gleich um mehrere Noten fallen kann, ist umstritten. Im Zweifelsfall ist es besser, die notwendigen Reparaturkosten zu ermitteln, um sie dann vom Kaufpreis abzuziehen. Zugrunde gelegt wird dann der Marktwert ohne den wertmindernden Schaden.

Restauration

Auf den Wert eines Fahrzeuges hat auch die Art der Restauration einen entscheidenden Einfluß. Je originalgetreuer, desto höher die Chance einer Wertsteigerung. Umfangreiche Recherchen stehen am Anfang, um eine
fachgerechte Wiederherstellung zu garantieren. Eine saubere Dokumentation macht die Arbeiten transparent, die richtige Philosophie (ob in “Concours-Qualität, Wiederherstellung der technischen Funktion oder Modifikationen, um die Sicherheit etwa bei historischen Rennen zu verbessern) beeinflusst die Wertsteigerung.

Originalität

Entscheidend für die Originalität ist das richtige Fahrgestell. Matching Numbers (gleiche Nummern bei Motor und Chassis) sind bei Rennfahrzeugen weniger wichtig für den Wert als bei Strassen- und Sportwagen, weil bei Rennen und Grand Prix Veranstaltungen der Verschleiß höher war und während einer Saison auch leistungsgesteigerte Aggregate eingesetzt wurden. Wichtig: Dokumentierte Historie und Wartungsunterlagen des Fahrzeugs müssen langjährig und glaubhaft belegt sein.

Prominenz

Der Wert jedes Fahrzeuges wird durch seine Einzigartigkeit und Geschichte jedes einzelnen Automobils geprägt. Das gilt insbesondere für historische Rennwagen, bei denen Teilnahme, Erfolg an bedeutenden Rennen und bekannte Fahrer zählen, die sie bei solchen Veranstaltungen gesteuert haben. Entscheidend bei Vorbesitzern oder prominenten Fahrern für die Wertentwicklung ist die Beziehung zum Fahrzeug im Kontext mit der Geschichte von Markt, Marke und Fahrzeug.

Wenn der Motor nicht anspringt, raten die Fachleute zur Zurückhaltung. Denn "dafür kann es viele Gründe geben, hinter denen sich enorme Reparaturkosten verbergen".

Stimmen Zustand und Technik, stellt sich die Frage nach der Originalität. Sie ist ausschlaggebend für den tatsächlichen Wert des Fahrzeugs und auch dafür, ob es in Deutschland ein H-Kennzeichen bekommt. Daher vor dem Kauf unbedingt Fahrzeugpapiere, die Fahrgestellnummer und die Motornummer überprüfen. Telefonisch einen Spezialisten in Deutschland zu konsultieren, ist durchaus sinnvoll. Hinweise auf den Originalzustand geben zudem der Vergaser, der Auspuff und die Größe sowie Art der Felgen und Reifen.

Der Import historischer Automobile aus anderen EU-Staaten ist laut TÜV recht einfach. Zölle fallen weg, und die Zulassung in Deutschland ist unkompliziert, wenn die Originalpapiere vorliegen. Erforderlich ist - über Eigentumsnachweise in Form von Kaufvertrag, Rechnung und Fahrzeugpapiere hinaus - der Nachweis eines bestandenen Vollgutachtens nach Paragraph 21 der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung.

Falls einige Angaben fehlen, bringt das laut TÜV Süd bei der technischen Abnahme kein Problem: Die Kfz-Sachverständigen können auf eine umfangreiche hauseigene Datensammlung zurückgreifen.

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