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12.03.2016

17:29 Uhr

Los Angeles Police Department

Stromern im Streifendienst

VonBenjamin Bessinger
Quelle:Spotpress

Die Stars aus Hollywood fahren Tesla, und den Prius sieht man in Los Angeles öfter als bei uns einen VW Golf. Da will auch die Polizei nicht länger hinterher fahren und stellt ihre Flotte langsam auf Elektroautos um.

Panorama: Elektroautos im Polizeieinsatz beim LAPD - Auf leisen Sohlen durch Los Angeles BMW@LAPD Fabian Kirchbauer

Elektroautos des LAPD

Auf leisen Sohlen durch Los Angeles.

4000 Autos, 400 Motorräder, viele hundert Transporter vom Kleinbus bis zum Panzerwagen, eine Handvoll Flugzeuge und zwei Dutzend Hubschrauber – als Flottenchef beim Police Department von Los Angeles (LAPD) ist Vartan Yegiyan Herr über einen imposanten Fuhrpark. Doch in diesen Tagen steht Yegiyan vor einer Neuanschaffung, die ihm reichlich Kopfzerbrechen bereitet. Denn sein Bürgermeister Eric Garcetti will Los Angeles zum Vorbild für grüne Mobilität machen. In einer Stadt, in der die Stars Tesla fahren, in der ein BMW i3 mittlerweile alltäglich ist und man mehr Toyota Prius sieht als bei uns VW Golf, will er auch den städtischen Fuhrpark lieber heute als morgen auf Elektro-Autos umstellen.

„Und das LAPD soll mit guten Beispiel voran gehen“, sagt Yegiyan. Die Stadt will bis nächstes Jahr bei 50 Prozent ihrer Neuanschaffungen auf E-Mobile umstellen. Bis 2025 plant sie mit einer Quote von 80 Prozent und kommt so mittelfristig auf 2000 Akku-Autos. Das LAPD will bereits in diesem Sommer die ersten 100 elektrischen Polizeifahrzeuge in den Dienst stellen, sagt Yegiyan: „Damit hätten wir in Los Angeles und wahrscheinlich im ganzen Land die größte Flotte an Elektrofahrzeugen bei einer städtischen Behörde.“

Die Entscheidung macht sich der Mann, der sonst in viel größeren Stückzahlen denkt, allerdings nicht leicht. „Die Steuerzahler erwarten von uns, dass wir ihre Dollars mit Bedacht ausgeben“, weiß Yegiyan. Zwar hofft er mittelfristig auf niedrigere Betriebskosten und geringere Ausgaben für Verschleißreparaturen. Doch damit er künftig klarer sieht, hat er vor ein paar Wochen erst einmal Testwagen von allen Elektrofahrzeugen am Markt bestellt.

Das LAPD will bereits in diesem Sommer die ersten 100 elektrischen Polizeifahrzeuge in den Dienst stellen. BMW@LAPD Fabian Kirchbauer

Elektrischen Polizeifahrzeuge

Das LAPD will bereits in diesem Sommer die ersten 100 elektrischen Polizeifahrzeuge in den Dienst stellen.

Er will wissen, wie sich die Autos im Alltag schlagen, wie groß die Reichweite in einem so ungewöhnlichen Einsatzgebiet mit den steilen Hügeln hinter Hollywood, dem Dauerstau auf den Interstates und der oft drückenden Hitze im Stadtkessel tatsächlich ist und ob die Stromer wirklich die sechs Jahre oder 100.000 Meilen durchhalten, die der Manager von seiner Flotte fordert. Neben einem Nissan Leaf und einem Tesla Modell S trägt deshalb jetzt auch ein BMW i3 das Livree des LAPD, hat eine schwarz-weiße Folierung mit dem großen Dienstwappen „To Protect And To Serve“ auf der Tür und zumindest für Fototermine auch den Lichterkranz auf dem Dach.

Sonderlich oft hat Daniel Gomez die gleißend helle Lichtorgel allerdings noch nicht angeschaltet. Der Sergeant ist Yegiyans Technikchef und einer seiner wichtigsten Testfahrer. Und natürlich schwärmt er bei der gemeinsamen Ausfahrt im i3 pflichtschuldig vom ruhigen Ritt durch den Moloch der Großstadt, von der fast schon entschleunigenden Wirkung des Elektroantriebs und davon, wie oft ihm die Passanten plötzlich ein freundliches Lachen zuwerfen.

Doch nutzt er den Exoten aus Good Old Germany bislang nur für den internen Verkehr zwischen den über 100 Dienststellen der vielleicht berühmtesten Polizeibehörde im Land, für Promotiontouren oder für zivile Erledigungen. Und natürlich – dann aber ohne die auffällige Folierung – für verdeckte Ermittlungen. Wenn er offiziell auf Streife geht oder es brenzlig wird, bleiben die Akku-Autos in der riesigen Polizeigarage in der Main Street, einen Steinwurf vom Rathaus entfernt.

Dann vertraut Gomez lieber seinem Ford Explorer, der für dem Polizeieinsatz zum Interceptor, zum Abfangjäger wird. Schließlich hat der Werkstattmeister in jeden dieser vielen hundert Streifenwagen in Los Angeles noch einmal für rund 50.000 Dollar Technik gesteckt, die den Cops ihren Job leichter macht und schon vielen Kollegen das Leben gerettet hat.

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