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20.01.2012

14:16 Uhr

Luxus-Dienstwagen

Viel Rabatt hilft dem Phaeton nur wenig

Die "Gläserne Manufaktur" für den VW Phaeton feiert im zehnten Jahr Produktions- und Besucherrekorde. Doch erst seit China Geschmack am großen Volkswagen gefunden hat, kommt Schwung in das Werk.

Volkswagens Phaeton fand bereits 2004 auf der Messe Auto China in Peking großen Anklang. 2011 ging fast jede dritte der Luxuslimousinen ins Reich der Mitte. ap

Volkswagens Phaeton fand bereits 2004 auf der Messe Auto China in Peking großen Anklang. 2011 ging fast jede dritte der Luxuslimousinen ins Reich der Mitte.

DresdenSeit zehn Jahren arbeitet in Dresden die "Gläserne Manufaktur", die wohl spektakulärste Autofertigungsstätte, die VW 2001 zum Produktionsstart ihrer Luxuslimousine Phaeton eigens errichtet hatte. Im Jubiläumsjahr 2011 feierte das Werk mit mehr als 11.000 montierten Limousinen einen Produktionsrekord. 2010 war mit 7.500 neuen Phaetons ebenfalls eine Bestmarke gesetzt worden.

Dass der Wettbewerber von der Mercedes S-Klasse erst im zehnten Produktionsjahr so richtig in Schwung kommt, liegt aber nicht an der starken Nachfrage in Deutschand, sondern vor allem am schnell wachsenden Geschmack chinesischer Kunden an dem großen Wolfsburger.

Mehr als 3.000 Phaetons gingen 2011 von Dresden aus auf die Reise ins Reich der Mitte. In den ersten neun Jahren waren insgesamt nur rund 50.000 Limousinen gebaut worden.

Die Wolfsburger hatten ihr Flaggschiff im Mai 2010 umfassend überarbeitet und zu dem Zeitpunkt zu Preisen ab 66.500 Euro in den Handel gebracht.

Aktuell zeigen Daten des Online-Autoportals MeinAuto.de und aus der Zulassungsstatistik des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) aber auch, dass weder das Facelift noch der Exporterfolg dem Phaeton hierzulande zum ganz großen Durchbruch verholfen haben.

Satte 34,5 Prozent Rabatt bekommen den Daten von Januar bis November 2011 zufolge sogenannte Eroberungskunden (also Erstkunden) auf den Phaeton als Dienstagwagen, was im deutschen Markt eine Rekordmarke sein könnte.

Als mögliche Erklärung für einen solch starken Kaufanreiz, wie man ihn sonst eher von Kleinwagen im Importbereich kennt, taugt die Zulassungsstatistik. In der fährt der wenig umweltfreundliche Luxusschlitten der offenbar prestigeträchtigeren Konkurrenz von Audi A8, Mercedes-Benz S-Klasse und 7er BMW deutlich hinterher.

Der Phaeton hatte zuletzt für unschöne Schlagzeilen gesorgt. Im Internet hatte der Autohersteller auf der eigenen Website im Fahrzeugkonfigurator die Effizienzklasse "H" aufgeführt, weshalb sein Luxusmodell nicht in der schlechtesten Klasse eingestuft erschien.

Die Deutsche Umwelthilfe prangerte dies wenige Tage später als "dreiste Verbrauchertäuschung" an, das die gesetzliche Skala nur bis "G" reicht. VW wies das entschieden zurück und sprach von einem bedauerlichen Irrtum.

Bei genauerer Betrachtung der Statistik ist leicht zu erkennen, dass sogar rekordverdächtige 45 Prozent aller Phaeton-Zulassungen auf die Branche selbst gehen, also vom Hersteller oder von Händlern (etwa als Tageszulassung und zu Probefahrten) zugelassen wurden. Das ist ein überdurchschnittlich hoher Wert. Der Erfolg in China ist also nur eine Seite der Medaille.

Rekorde anderer Art feiert derweil die "Gläserne Manufaktur" 2011. Ihre Besucherzahlen erreichten mit 145.000 ein neues Rekordniveau. Mehr als 2.000 Abholer von Phaeton, Tuareg und CC wollten den Auslieferungsservice der Manufaktur mit Rundgang und umfassenden Besuchsprogramm in Dresden in Anspruch nehmen.

(Mit Material von mid und meinauto.de)

Von

fgh

Kommentare (9)

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FoCS

20.01.2012, 14:28 Uhr

Wie sagte schon Harald Schmidt mit Blick auf die Geschichten mit Jörg Haider und M. Kässmann: Offensichtlich ein Auto, das nur im Suff zu ertragen ist.

Smokie2011

20.01.2012, 18:34 Uhr

Immerhin ist Qualität gut, und das Auto ist nicht so protzig, wie herkömmliche Luxusautos.

Volkswagen_fuers_Volk

20.01.2012, 23:05 Uhr

Anabolika-Passat. Wer mit $$ kauft den denn?

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