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09.11.2012

11:46 Uhr

Markttransparenzstelle geplant

Tankstellen sollen Preisänderungen melden

Quelle:MID

Um die täglichen Preisschwankungen bei Kraftstoffen zu reduzieren, sollen Tankstellen künftig die Höhe und den Zeitpunkt von Preisänderungen ankündigen müssen. Wettbewerb und Preis-Transparenz sollen so besser werden.

Tankstellen ändern ihre Spritpreise meist mehrfach am Tag. MID

Tankstellen ändern ihre Spritpreise meist mehrfach am Tag.

BerlinUm die täglichen Preisschwankungen bei den Kraftstoffen zu reduzieren, sollen Tankstellen künftig die Höhe und den Zeitpunkt von Preisänderungen ankündigen müssen. Das hat jetzt der Deutsche Bundestag beschlossen. Dadurch sollen der Wettbewerb unter den Anbietern und die Transparenz für den Kunden erhöht werden.

Geplant ist, dass die Daten in Echtzeit an eine sogenannte "Markttransparenzstelle" übermittelt werden, die diese an die Informationsdienste im Internet und über Smartphone-Apps oder die Navigationsgeräte weitergibt, und so über die günstigste Tankgelegenheit informiert. Daneben soll auch der Großhandel mit Gas und Strom überwacht werden. Damit das Gesetz in Kraft treten kann, muss nun noch der Bundesrat zustimmen.

Wie sich der Benzinpreis zusammensetzt

Steuern und Einkaufspreis

Der Benzinpreis an der Tankstelle setzt sich überwiegend aus Steuern und dem Einkaufspreis am europäischen Großmarkt für Ölprodukte in Rotterdam zusammen.

Mineralölsteuer und Mehrwertsteuer

Je Liter Benzin werden festgeschriebene 65,5 Cent Mineralölsteuer fällig, außerdem werden 19 Prozent Mehrwertsteuer erhoben.

Deckungsbeitrag

Zieht man noch den Einkaufspreis ab, der im Januar - dies sind die neuesten Daten - durchschnittlich bei 56,1 Cent lag, bleibt in der Rechnung des Branchenverbandes der sogenannte Deckungsbeitrag (Januar: 10,8 Cent). Daraus müssen auch die Kosten für die Tankstelle, Transport, Lagerung, Werbung, Verwaltung und die Beimischung von Biokomponenten gedeckt werden.

Gewinnerwartung der Konzerne

Als Gewinn streben die Ölgesellschaften einen Cent je Liter an.

Erhöhung der Bruttomarge

In der aktuellen Studie des Energieexperten Steffen Bukold wird geschrieben, dass sich die Bruttomarge der Mineralölwirtschaft (Tankstellenpreis minus Rohölpreis) von 11,5 Cent Ende November 2011 auf 16,3 Cent je Liter Superbenzin Anfang März erhöht habe. Darin ist nicht nur der Gewinn der Tankstellen enthalten, sondern ebenso die Marge der Raffinerien. Bei der abweichenden Darstellung der Mineralölwirtschaft ist der Gewinn der Raffinerien in der Position der Einkaufskosten enthalten.

Laut dem Mineralölwirtschaftsverband "schafft der Gesetzgeber damit erstmals die Grundlage für eine umfassende Spritpreis-Übersicht". Die Einrichtung der Markttransparenzstelle kann laut dem ADAC den Wettbewerb auf dem deutschen Kraftstoffmarkt zugunsten der Verbraucher wesentlich verbessern.

Auch die freien Tankstellen befürworten das Gesetz und die Einrichtung einer Benzinpreis-Internetplattform. Der Dachverband Mittelständische Energiewirtschaft Deutschland mahnte jedoch Härtefallregelungen für kleine Unternehmen an.

Kommentare (1)

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WirWarenMalDasVolk

09.11.2012, 19:54 Uhr

Was für ein Armutszeugnis!
Über Jahrzehnte schaut das Kartellamt der Abzocke der Mineralölkonzerne zu -und jetzt macht sie eine solche läppische App.
Wenn das alles ist, wozu diese Behörde in der Lage ist, dann sollten wir sie schliessen...

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