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25.03.2014

09:40 Uhr

Maserati-Wertsteigerung

Plus 422 Prozent in zehn Jahren

Quelle:Spotpress

Nicht nur die Flügeltürer von Mercedes sind gute Wertanlagen. Auch Klassiker des italienischen Luxusautobauers Maserati sind heißbegehrt. Nur die Biturbos aus den 80er-Jahren (noch) nicht.

Maserati-Wertsteigerung - Plus 422 Prozent in zehn Jahren Maserati

Alte Maserati-Modelle sind Exoten am deutschen Automarkt, - und werden in gutem Zustand immer gesuchter und teurer.

Alte Maserati eignen sich als Wertanlagen: In den vergangenen zehn Jahren haben Klassiker der italienischen Traditionsmarke enorm an Wert gewonnen. Die höchste Wertsteigerung mit plus 422 Prozent erfuhr dabei das Cabrio des Oberklasse-Sportwagens 3500 GT, so die Marktbeobachter von Classic Analytics. Der von Ende der 1950er bis Mitte der 1960er Jahre von der Carrozzeria Vignale gebaute Spyder kostete vor zehn Jahren in gutem Zustand 69.000 Euro, heute steht er für 360.000 Euro in der Datenbank.

Aber auch in der geschlossenen Variante konnte der 3500 GT an Wert zulegen: Das Coupé stieg von 43.000 Euro im Jahr 2004 auf aktuell 129.000 Euro. Zu den begehrtesten Modellen gehört nach Expertenmeinung der nach einem Saharawind benannte Maserati Ghibli.

Der von 1966 bis 1972 gebaute Sportwagen galt als einer der schnellsten Straßensportwagen seiner Zeit. 2004 wurde ein Ghibli 4700 Coupé im Zustand 2 noch mit 43.500 Euro gelistet, heute beträgt sein Marktwert 99.500 Euro, was einer Steigerung von rund 130 Prozent entspricht – ein weiterer Wertzuwachs ist laut Classic Analytics zu erwarten.

Besonders wertvoll sind die Spyder-Versionen des Ghibli, von denen nur 125 Exemplare gebaut wurden Maserati

Besonders wertvoll sind die Spyder-Versionen des Ghibli, von denen nur 125 Exemplare gebaut wurden.

Besonders wertvoll sind die Spyder-Versionen des Ghibli, von denen nur 125 Exemplare gebaut wurden. Für 749.000 kam ein Exemplar im Februar unter den Hammer, nach Angaben der Marktbeobachter der teuerste jemals verkaufte Maserati.

Günstig zu haben sind hingegen derzeit die von 1981 bis 1986 gebauten und damit gerade erst in die Kategorie Oldtimer fallenden Biturbos. Die Limousine ist in den letzten Jahren sogar im Marktwert gefallen. Aktuell bewertet Classic Analytics sie mit 8.900 Euro, guter Zustand vorausgesetzt.

Der Oldtimermarkt in Daten und Fakten

Preise klettern

Die Preise für historische Fahrzeuge sind 2013 gestiegen, das geht aus einer Berechnung des Verbands der Automobilindustrie (VDA) hervor. Dessen Deutscher Oldtimer Index legte um 8,1 Prozent zu, 2012 betrug das Plus 4,2 Prozent. Vor allem im zweiten Halbjahr 2013 beobachtete der Verband eine deutliche Aufwärtsentwicklung im Markt.

BMW gefragt

Der BMW 520i (E12) hat laut VDA 2013 prozentual am meisten an Wert gewonnen. Damit steht in der Rangliste der Fahrzeuge mit dem höchsten Zuwachs gegenüber den Vorjahr erstmals ein Modell von BMW ganz oben. Den ersten BMW der 5er-Reihe produzierten die Münchner von 1972 bis 1981.

Suche nach Chrom-Juwelen

Zwei Trends beobachteten Analysten 2013 auf dem Oldtimer-Markt: Einerseits gibt es den Investment-Trend in Sachwerte auszuweichen. Darunter fallen zum Beispiel die Auktionen, in denen seltene Fahrzeuge, wie der Flügeltürer Mercedes 300 SL, extrem hohe Preise erzielen ...

... oder Fahrfreude im Schnauferl

Auf der anderen Seite des Oldtimer-Booms stehen die echten Enthusiasten. Sie geben im Schnitt für ein Fahrzeug weniger als 20.000 Euro aus. Ein reines Liebhaberhobby, ist doch kein exorbitanter Wertzuwachs erkennbar: In der Regel kompensiert er nicht einmal die stetig anfallenden Wartungs- und Erhaltungskosten.

Teure Massenware

Innerhalb der vergangenen 15 Jahre haben zwei Volumenfahrzeuge besonders stark an Wert gewonnen: Bei der „Ente“ Citroen 2CV 6 und dem „Bulli“ VW T2 verzeichnet der VDA den höchsten Zuwachs. 

Rost statt Chrom

Der Flügeltürer Mercedes 300 SL erzielte in den vergangenen Monaten Rekordpreise. So zahlte ein Käufer auf einer US-Auktion 1,4 Millionen Dollar für ein restauriertes Exemplar, auf der gleichen Veranstaltung kam ein ramponierter Flügeltürer im Originalzustand gar für 1,9 Millionen Dollar unter den Hammer.

Mehr Youngtimer

Auf Deutschlands Straßen sind mehr Youngtimer unterwegs. Die Zahl der Fahrzeuge im Alter von 20 bis 29 Jahren stieg 2013 auf rund vier Millionen.

Im Schnitt fällt jeder dritte Youngtimer bei der Hauptuntersuchung durch und erhält im ersten Anlauf keine neue Plakette.

... und mehr Oldtimer

Nie zuvor fuhren mehr historische Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen als heute. Derzeit sind es mehr als 314.000 Klassiker mit H-Kennzeichen. Jedes Jahr wächst der Bestand um rund zehn Prozent. Dabei ziert das H-Kennzeichen nur solche Fahrzeuge, die mindestens 30 Jahre alt sind und nach einer amtlichen Prüfung als „kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut“ anerkannt sind. Insgesamt sind rund 452.000 Autos mit mehr als 30 Jahren auf dem Buckel unterwegs.

Teurer Stern

Auch das aktuell teuerste Auto der Welt wurde 2013 versteigert: Für 29,7 Millionen Dollar (rund 21,8 Millionen Euro) kam ein Mercedes W 196 Silberpfeil Rennwagen aus dem Jahr 1954 unter den Hammer.

Im Schnitt fünfstellig

Laut dem Marktbeobachter „Classic-Tax" liegt der Durchschnittswert eines Oldtimers in Deutschland bei rund 15.000 Euro.

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