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30.01.2005

10:00 Uhr

Mehr Polizisten nötig

Für Raser und Drängler wird es eng

Auf Raser und Drängler kommen schwere Zeiten zu. Wenn es nach den Spezialisten des Verkehrsgerichtstages geht, werden bald überall an deutschen Autobahnen Starenkästen und andere Radarfallen aufgebaut. Außerdem soll die Polizei viel öfter als bisher mit Streifenwagen unterwegs sein. Dabei soll sie verstärkt auch auf Linksfahrer achten und das Rechtsfahrgebot überwachen.

HB GOSLAR. „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - jedenfalls in diesem Punkt“, sagt Prof. Friedrich Dencker, Präsident des Deutschen Verkehrsgerichtstages, der am Freitag in Goslar zu Ende ging.

Eine Ausdehnung des Strafrahmens für Verkehrssünder hält Dencker ebenso wie die meisten Mitglieder des Verkehrsgerichtstages dagegen nicht für erforderlich: „Nach den geltenden Gesetzen sind Verkehrsverstöße ausreichend zu ahnden. Sie müssen nur öfter angewandt werden.“ Darin ist sich Dencker einig mit den Interessenverbänden. „Das Problem liegt nicht in mangelhaften Gesetzen, sondern an fehlenden Kontrollen“, sagt zum Beispiel Hermann-Josef Vogt, Vorstandsmitglied beim Verkehrsclub Deutschland (VCD). Nach Ansicht des VCD soll das 12 000 Kilometer große Autobahnnetz zusätzlich mit Abstandsmessgeräten überwacht werden.

Vor dem Verkehrsgerichtstag hatte das Bundesverkehrsministerium höhere Bußgelder und längere Fahrverbote für Autobahndrängler angekündigt. Doch härtere Sanktionen allein seien zu kurz gegriffen, sagt der Münchner Diplompsychologe Prof. Heiner Erke: „Nur schärfere Strafen können leicht Trotz provozieren. Vor allem ist eine konsequente Überwachung nötig.“ Mehr Geschwindigkeitskontrollen hält auch der Gesamtverband der Versicherer für erforderlich. Allerdings dürften die Radarfallen nicht an Stellen stehen, wo die Messung als „Abzockerei“ empfunden werde.

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