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04.10.2015

09:06 Uhr

Mercedes-Benz im Silicon Valley

Am Puls von Google und Apple

VonMichael Specht
Quelle:Spotpress

Das kalifornische Silicon Valley gilt als die Wiege der Digitalisierung. Als erster Autohersteller der Welt eröffnete Mercedes hier vor 20 Jahren ein Forschungs- und Entwicklungszentrum. Der Pioniergeist zahlte sich aus.

Die Stuttgarter eröffneten 1995 im Silicon Valley als erster Autohersteller überhaupt ein Forschungs- und Entwicklungszentrum. Mercedes-Benz

Mercedes-Benz im Silicon Valley

Die Stuttgarter eröffneten 1995 im Silicon Valley als erster Autohersteller überhaupt ein Forschungs- und Entwicklungszentrum.

Nirgendwo auf der Welt konzentriert sich so viel geballtes Wissen um Bits und Bytes, nirgendwo werden so viele Ideen auf so kurzen Wegen ausgetauscht wie im Silicon Valley. Das Areal, gut eine Autostunde südlich von San Francisco, gilt als die kreativste Gegend der Welt, als Wiege der Digitalisierung.

Mercedes hat dies früh erkannt. Die Stuttgarter eröffneten bereits 1995, als gerade das Internet begann, die Welt zu verändern, im Silicon Valley als erster Autohersteller überhaupt ein Forschungs- und Entwicklungszentrum. Nicht einmal zwei Dutzend Mitarbeiter kümmerten sich anfangs um Design-Trends und natürlich um die Digitalisierung. Heute sind es über 240.

„Wir merkten schnell, dass hier neben der IT-Branche auch die automobile Zukunft mitgestaltet wird“, sagt Arwed Niestroj, Chef des Mercedes R&D Centers. Der Pioniergeist der Schwaben zahlt sich aus. Mercedes fährt heute bei Themen wie Autonomes Fahren, Bedienkonzepte, Display-Darstellungen, Applikationen oder dem sogenannten Machine Learning auf der Pole Position. Die Sunnyvale-Entwickler haben mittlerweile 30 Apps in 28 Sprachen für 80 Länder und für sechs verschiedene Infotainment-Systeme entwickelt.

Nicht einmal zwei Dutzend Mitarbeiter kümmerten sich anfangs um Design-Trends und natürlich um die Digitalisierung. Heute sind es über 240 Mercedes-Benz

Design-Trends und Digitalisierung

Nicht einmal zwei Dutzend Mitarbeiter kümmerten sich anfangs um Design-Trends und natürlich um die Digitalisierung. Heute sind es über 240

Auch die geografische Nähe zu den digitalen Profis trug maßgeblich zu dem Erfolg bei. „Man muss vor Ort sein, miteinander reden und Kontakte pflegen“, weiß Niestroj. Die Entwicklung nur von Stuttgart aus hätte nie diese Ergebnisse gebracht. Nur so ließ sich mit den kurzen Entwicklungszeiten in der Consumer Electronic mithalten. „Wir sind hier sehr eng vernetzt mit den Big Playern der Branche“, ergänz Ralf Lamberti, Direktor für Bedienkonzepte.

Einer davon heißt nVidia. Die Firma stattet Mercedes mit dem momentan besten Grafik-Chip der Welt aus, dem Tegra X1. Dessen Leistung liegt bei unvorstellbaren tausend Milliarden Rechenschritten pro Sekunde. „Noch vor 15 Jahren war dazu ein Supercomputer von der Größe eines Einfamilienhauses nötig, dessen Energieverbrauch einschließlich der Klimatisierung eine Million Watt verbrauchte“, sagt Daniel M. Shapiro, Direktor Automotive bei nVidia.

Der Tegra X1 aber ist nicht größer als ein Fingernagel und ermöglicht auf dem Display im Cockpit eine derart brillante Darstellung auch von bewegten Bildern, dass dem Betrachter vor Staunen der Mund offen bleibt. Offiziell will Mercedes nichts bestätigen. Doch der Superchip soll angeblich bereits im nächsten Jahr in der neuen E-Klasse (W 213) stecken.

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