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19.06.2013

12:13 Uhr

Mitgliederzahl steigt weiter

ADAC erhöht Beiträge um zehn Prozent

Deutschlands größter Autoklub meldet Beitragsrekorde. Dank steigender Mitgliederzahl verdient der ADAC vor allem mit Versicherungen und Finanzdienstleistungen prächtig. Jetzt soll die Mitgliedschaft teurer werden.

Sitz des Automobilclubs ADAC-Nordbayern in Nürnberg. dpa

Sitz des Automobilclubs ADAC-Nordbayern in Nürnberg.

München2012 war für den ADAC ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr. Dafür sorgte vor allem die positive Entwicklung des Mitgliederbestands, der sich um mehr als 556 000 auf 18,42 Millionen erhöhte - ein Plus gegenüber 2011 von rund 3,1 Prozent. Damit wurden die Erwartungen erneut deutlich übertroffen.

Der ADAC hat außerdem erstmals mehr als eine Milliarde Euro an Mitgliedsbeiträgen eingenommen. Der weltweit zweitgrößte Autoclub verbuchte im vergangenen Jahr Beitragseinnahmen von rund 1,01 Milliarden Euro, wie der Klub am Mittwoch in München mitteilte. Derzeit zählt die Organisation rund 18,8 Millionen Mitglieder.

Beiträge werden rund 10% erhöht

Und die werden wohl für weiter steigende Einnahmen sorgen, denn der Autoclub wird die Beiträge erhöhen. Es ist zwar das erste mal seit 2004, wie man in München betont, doch dürfte dies vor dem Hintergrund der guten Einnahmesituation nicht jedem Mitglied schmecken.

Wie der ADAC sein Geld verdient

Das ADAC-Imperium

Neben der Gelben Engeln bietet der ADAC etliche Dienstleistungen rund ums Auto an. So kommt Deutschlands größter Autoclub auf einen Umsatz von 895 Millionen Euro. Welche Sparten das Wachstum vorantreiben.

Schutzbriefversicherungen

Das Geschäft mit den Versicherungen macht den größten Anteil (49,8 Prozent) am Umsatz aus. Insbesondere der Auslandskrankenschutz von Deutschlands größten Automobilclub wird stark nachgefragt.

Autoversicherung

Über die ADAC Autoversicherung AG wickelt der Autoclub seine Geschäfte mit Autoversicherungen ab. Auch in diesem Geschäft profitieren die Gelben Engel von ihrem guten Ruf. Die Sparte macht 16,5 Prozent am ADAC-Umsatz aus.

Rechtsschutz

Ab rund 70 Euro im Jahr übernimmt der ADAC auch Anwalts-, Gutachter- oder Gerichtskosten. Das Geschäft mit dem Rechtsschutz macht 15,1 Prozent des Umsatzes aus.

Verlag

Reiseführer, Ratgeber, Karten - der hauseigene Verlag des ADAC gehört ebenfalls zu den Umsatztreibern und steuert rund 6,9 Prozent bei.

Finanzdienste

Eine goldene Kreditkarte, einen Autokredit oder ein Sparkonto für den Führerschein - all das bekommt man ebenfalls über den ADAC. Am Gesamtumsatz hat die Sparte aber nur einen Anteil von 5,5 Prozent.

Autovermietung

Auch die großen Autovermieter Sixt, Avis und Europcar arbeiten mit Europas größtem Autoclub zusammen. Der kassiert seinen Anteil. Die Sparte macht 4,3 Prozent des Umsatzes aus.

sonstige

Alle übrigen Sparten des ADAC kommen gemeinsam auf einen Umsatzanteil von 1,9 Prozent. Dazu gehören zum Beispiel Fahrsicherheitstraining und Handyverträge.

Eine normale Mitgliedschaft wird demnach vom kommenden Jahr an 49 statt 44,50 Euro im Jahr kosten, das ist ein Plus von gut 10 Prozent. Der Autofahrerklub könne angesichts steigender Preise seine Leistungen ohne die Erhöhung nicht mehr kostendeckend anbieten, argumentiert Präsident Peter Meyer.

So habe der Klub 2012 allein für seine 1.700 Fahrzeuge im Wert von 8,3 Millionen Euro tanken müssen. 2004 hätten dafür noch 5,5 Millionen gereicht. Im Vergleich zu anderen Dienstleistungen falle die Erhöhung maßvoll aus, ergänzte Meyer.

Seinen Einfluss will der ADAC zur Bundestagswahl nutzen: Der Autoklub fordert von den Parteien in einem umfassenden Paket etwa ein klares Nein zur Pkw-Maut, eine Stärkung des Wettbewerbs auf dem Spritmarkt oder mehr Investitionen in den Straßenbau.

Mit den Mitgliedern hat auch die Zahl der geleisteten Pannenhilfen weiter zugenommen. 2012 verzeichnete der ADAC das zweithöchste Pannenaufkommen in der 110-jährigen Klubgeschichte. Die rund 1.700 ADAC Straßenwachtfahrer sowie die knapp 940 vertraglich gebundenen Straßendienstunternehmen rückten mehr als 4,17 Millionen Mal aus, um Hilfe zu leisten. Das sind rund 105.000 Hilfeleistungen mehr als 2011 (plus 2,6 Prozent).

Kommentare (4)

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19.06.2013, 14:07 Uhr

Der ADAC hat mir schon mehrfach geholfen und ich zahle den Beitrag gerne.

Aber ich wünsche mir ein energischeres Auftreten in der Politik. Wir Autofahrer haben keine Lobby und werden mit Maut, Mineralölsteuer, Kfz-Steuer etc. ausgequetscht bis aufs Blut.

Wer, wenn nicht der ADAC vertritt unsere Interessen. Denn die Systemparteien von CDUSPDFDP und vor allem Grüne wollen uns nur melken!

Account gelöscht!

19.06.2013, 14:27 Uhr

ADAC ist überflüssig wie ein Kropf!
Viel zu teuer und unzuverlässig!

Bin seit 20 Jahren nicht mehr im ADAC seitdem mich deren Rechtsschutz hängen gelassen hat und bin seitdem besser "gefahren"!

Account gelöscht!

19.06.2013, 14:32 Uhr

Wer sparen will soll kein Auto fahren!
Öl wächst halt nicht auf den Bäumen!
Und wer keine Steuern zahlen will soll entweder auswandern oder dagegen kämpfen, indem man sich selber politisch angagiert um die politische EUDSSR-Dikttatoren-Kaste zu entmachten!

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