Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.01.2011

07:00 Uhr

Mobilität

Autonom ohne Automobil

VonC. Herz, J. Koenen, E. Krummheuer

Nutzen statt besitzen lautet die Devise. Das eigene Auto ist deshalb nicht mehr so wichtig, behaupten die Mobilitätsforscher. Bahnbetreiber und Fluggesellschaften wittern ihre Chance.

Mobilität kommt immer öfter ohne Auto aus. Quelle: dpa

Mobilität kommt immer öfter ohne Auto aus.

FRANKFURT, DÜSSELDORF . Für Peter Kruse ist der Befund klar: Der Psychologe und Zukunftsforscher sagt das Ende der innigen Beziehung deutscher Männer zum Statussymbol Auto voraus. "Die Menschen verlieren ihre emotionale Nähe zum Auto", lautet sein Fazit.

Ein eigenes Auto - das ist für viele junge Führerscheinbesitzer längst kein dringlicher Wunsch mehr. "Nutzen statt besitzen" lautet die Devise der Generation Bahn-Card, ergaben Kruses Studien.

Die wachsende Zahl von Megacitys, die beginnende Massenmotorisierung in Asien, strengere Umweltauflagen und der schon heute reale Verkehrsinfarkt in Industrienationen werden diesen Trend noch beschleunigen. In Städten wie dem brasilianischen São Paulo bewegt sich der Autofahrer heute im Durchschnitt mit sechs Kilometern pro Stunde fort - langsamer als ein sportlicher Fußgänger.

Der Boom von Bahn und Luftverkehr ist programmiert. Eine Studie der Beratungsfirma SCI-Verkehr beziffert das globale jährliche Auftragsvolumen für die Bahnindustrie mit 130 Milliarden Euro, Tendenz steigend. Gekauft werden weltweit komplette Bahnsysteme, von der wiederentdeckten Straßenbahn bis zum ICE. Auch in Deutschland: Der Schienenverkehr hierzulande werde seinen Marktanteil bis 2025 von derzeit knapp zehn Prozent um drei Prozentpunkte steigern - obwohl die Verkehrsleistung insgesamt nur noch sehr langsam steigt, ermittelte die Beratungsfirma McKinsey in einer Studie für die Deutsche Bahn.

Ähnlich der Boom im Luftverkehr. Laut der Beratungsgesellschaft A.T. Kearney wird sich die "Flugzeugflotte weltweit bis zum Jahr 2028 nahezu verdoppeln", sagt Berater Cay-Bernhard Frank. Eine Untersuchung des Bundesinnenministeriums geht davon aus, dass sich die Gewichte in den nächsten 20 Jahren zugunsten der Luftfahrt klar verschieben werden. Machte 2000 der Luftverkehr im Personenverkehr in Deutschland nur 4,1 Prozent aus, wird der Anteil bis 2025 auf 7,9 Prozent steigen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×