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08.10.2013

16:03 Uhr

Model S

Tesla verkauft sich in Norwegen besser als der Golf

In Norwegen ist nun der 416 PS starke Elektro-Sportwagen Tesla S auf Platz eins der Zulassungsliste. Das Auto ist so beliebt, dass Norweger sogar mehr Geld für Gebrauchte zahlen, als auf den Neuen zu warten.

Das Elektroauto Tesla S. Auch in den USA ist die Nachfrage nach dem Modell groß. ap

Das Elektroauto Tesla S. Auch in den USA ist die Nachfrage nach dem Modell groß.

Der 416 PS starke Elektro-Sportwagen Tesla S hat in Norwegen das Alltagsauto VW Golf vom Platz eins der Zulassungsliste verdrängt. Dank großzügiger Steuervergünstigungen und einem Wegfall von Mautgebühren lag der Marktanteil der strombetriebenen Limousine im September bei 5,1 Prozent, während das deutsche Erfolgsmodell nur auf 4,6 Prozent kam. Der Tesla S ist so begehrt, dass Norweger für Gebrauchte mehr Geld zahlen als für Neuwagen, um nicht fünf Monate warten zu müssen. "Die Nachfrage ist extrem", sagte der Bergener Tesla-Händler Joar Tenfjord.

Ein Grund für den Tesla-Erfolg in dem skandinavischen Land sind die vergleichsweise hohen Steuern auf Autos mit großen Verbrennungsmotoren: Wer einen Wagen kaufen will, der sich mit den Fahrleistungen des Tesla S messen kann, muss etwa doppelt so viel Geld ausgeben. Die Regierung fördert Elektroautos zudem mit kostenlosen Parkplätzen und Aufladestationen. Fahrer dürfen auch Busspuren nutzen. Die finanziellen Anreize kann sich Norwegen leisten, weil durch die Ölvorkommen des Landes verlässlich Geld in die Staatskassen kommt. Nach Berechnungen des Statistikamtes zahlt Norwegen bis zu 10.500 Euro im Jahr zur Vermeidung von einer Tonne Treibhausgas.

Die Tesla-Chronik von 2003 bis 2013

2003, der Beginn

Zwei Teams um den US-Ingenieur Martin Eberhard und den Milliardär Elon Musk entwerfen die Vision eines Elektrofahrzeugs, das mit Akkus angetrieben wird. Auf der Basis des Prototyps T-Zero. Neben Musk stecken auch die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page und der eBay-Gründer Jeff Skoll Geld in das Projekt.

2006, Premiere des Roadster

Drei Jahre arbeitet Tesla am ersten Modell, im Juli 2006 stellt das Unternehmen den Roadster vor. Der zweisitzige Sportwagen auf der Basis des britischen Leichtgewicht-Roadster Lotus Elise verfügt über einen 215 kW (292 PS) starken Elektromotor, der seine Energie aus 6.831 Lithium-Ionen-Notebook-Akkus bezieht.  

2007, Eberhard geht

Im August 2007 tritt der damalige CEO Martin Eberhard zurück, im Dezember 2007 verlässt er das Unternehmen komplett. Am Ende landet der Streit der Gründer fast vor Gericht – bis eine außergerichtliche Einigung erzielt werden kann.

Mai 2009, Einstieg der Konzerne

Musks finanzielle Mittel alleine reichen zum Wachstum nicht mehr aus. Mit Daimler und Toyota steigen zwei große Autokonzerne bei Tesla ein. Trotzdem schreibt das Unternehmen weiterhin Millionenverluste.

September 2009, Premiere Model S

Lange war der Bau einer eigenen Limousine unter dem Codenamen „WhiteStar“ geplant. Auf der IAA in Frankfurt feiert das Model S, eine 5-sitzige Limousine die Premiere. Anfangs übernimmt Lotus die Fertigung. Ab 2011 wird das Modell in einer ehemaligen Toyota-Fabrik in Freemont gebaut. Pro Jahr werden zunächst 10.000 Modelle gefertigt.

Januar 2010, Geldspritze vom Staat

Tesla erhält vom US-Energieministerium einen Kredit über 450 Millionen Dollar. Das Geld investiert das Unternehmen in den Aufbau einer eigenen Fertigung.

Juni 2010, IPO

Musk wagt den Börsengang. Mit einem Ausgabepreis von 17 Dollar geht der Elektrohersteller in den Handel – und macht den Gründer wieder reich. Über Nacht erreicht erreichen die Anteile von Musk einen Wert von 650 Millionen Dollar, obwohl das Unternehmen bis zu diesem Zeitpunkt noch nie Gewinne gemacht hat.

2012, SUV-Pläne

Tesla veröffentlicht Pläne einen eigenen SUV an den Start zu bringen. Das Model X soll im Sommer 2015 erstmals ausgeliefert werden und die Modellpalette von Tesla erweitern.

2013, erstmals profitabel

Endlich schreibt Tesla schwarze Zahlen. Auch den Millionenkredit des Staats zahlt das Unternehmen neun Jahre früher als es nötig gewesen wäre. Mit der Ausgabe neuer Aktien und Anleihen nimmt das Unternehmen rund eine Milliarde Dollar ein. Der Aktienkurs des Unternehmens beläuft sich mittlerweile auf 147 Dollar. Damit ist das Unternehmen an der Börse mehr wert als Fiat.

Auch in den USA gibt es eine große Nachfrage nach dem Tesla S. In diesem Jahr sind dort nach Schätzungen 14.300 Wagen verkauft worden. In Norwegen lassen sich Interessenten auch nicht von einem Brand eines Teslas in der Nähe von Seattle abschrecken. Es gebe zwar Fragen danach, sagte Händler Tenfjord. Aber die Nachfrage sei nicht zurückgegangen.

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