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06.08.2014

11:59 Uhr

Modellautos

Millionenmarkt im kleinen Maßstab

VonHeiko Haupt
Quelle:Spotpress

Modellautos und den Begriff Skandal in einem Satz zu nennen, darauf wäre vor ein paar Wochen kaum jemand gekommen. Auch ohne Affäre Haderthauer sorgen rollende Miniaturen in Deutschland für dreistellige Millionenumsätze.

Warum überhaupt Modellautos gesammelt wird, dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Der übliche lautet: Einfach zum Spaß. Simcatoys

Warum überhaupt Modellautos gesammelt wird, dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Der übliche lautet: Einfach zum Spaß.

DüsseldorfWer es sich einfach machen will erklärt es so: Ein Modellauto ist die verkleinerte Kopie des Originals. Wer es genauer erläutern will, wird allerdings schnell erkennen, dass die Sache weit komplexer ist. Ein Modellauto kann etwas sein, das der Erwachsene von heute einst vom Taschengeld kaufte und fleißig durch den Sandkasten schob.

Es kann sich aber auch um ein Kleinod und eine handwerkliche Meisterleistung handeln, die aus gut 1.600 perfekt nachgebildeten Einzelteilen zusammengesetzt wird, und dann für 15.000 Euro einen Liebhaber findet. Daneben kann es entweder winzig klein oder beeindruckend groß sein, kann die Kopie eines Klassikers oder auch eines aktuellen Serienmodells darstellen.

„Der Markt der Modellautos ist sehr inhomogen“, sagt einer, der sich damit auskennt wie kaum ein Zweiter. Denn Andreas A. Berse ist Chefredakteur der Zeitschrift „Modellfahrzeug“, die seit 25 Jahren als Leit-Medium der Szene gilt. Einer Szene, die in Deutschland jedes Jahr für Umsätze von mehr als 250 Millionen Euro sorgt, die sich aus durchaus kaufkräftigen Menschen zusammensetzt – und die trotzdem vor einem Problem steht: Die Modellauto-Liebhaber altern. Neueinsteiger wachsen nur spärlich nach, nicht zuletzt weil Kinder lieber am Computer als mit Siku, Matchbox oder Schuco im Sandkasten spielen.

Das spiegelt sich auch in dem Angebot der Hersteller: „Bei den Modellen ist der historische Bereich sehr gewünscht, aktuelle Modelle dagegen sind schwierig“, fasst Maika Karahl von Schuco zusammen. Eine Miniatur des ersten VW-Busses T1 ist für Sammler mit Erinnerungen verbunden, die Nachbildung des aktuellen T5 dagegen einfach nur ein Transporter.

Die Hersteller befinden sich damit in der Zwickmühle: Einerseits bedienen sie weiter den treuen Kundenstamm, auf der anderen Seite versuchen sie das Interesse der Jugend zu gewinnen. Das machen sie unter anderem, indem sie sich selbst in die Welt der Computerspiele begeben – und etwa reale Nachbildungen der Gefährte aus Videospielen wie Mario Kart anbieten.

Doch auch das ist nicht immer einfach. So hat Schuco laut Maika Karahl ein Modell von Lightning McQueen ins Programm aufgenommen, dem automobilen Helden des Animationsfilms „Cars“. Allerdings in gewohnt hoher Qualität und im Großmaßstab 1:18. Der Preis: 249,95 Euro – und damit nicht wirklich kindgerecht.

Jaguar D-Type von Matchbox mit Originalverpackung: Mit roten Felgen besonders rar, gesucht und teuer. Screenshot

Jaguar D-Type von Matchbox mit Originalverpackung: Mit roten Felgen besonders rar, gesucht und teuer.

Aber Lightning McQueen dürfte in das Beuteschema manch älteren Sammlers passen. Denn auch wenn der Markt weit gefächert ist, gibt es laut Berse einige Orientierungspunkte. Einer davon sind die Größen. „Durchgesetzt haben sich vor allem drei Maßstäbe“, so Andreas A. Berse. Einer ist der Maßstab 1:87, in dem etwa ein VW Golf kaum mehr als vier Zentimeter misst und entsprechend wenige Details aufweist.

Im Maßstab 1:43 käme das Auto dagegen schon auf knapp zehn Zentimeter, und der Hersteller würde in der Regel auch den Innenraum recht detailliert nachgebildet haben. Dritter gängiger Maßstab ist 1:18, was bei einem Golf eindrucksvollen 24 Zentimetern Länge entspricht. „Solche Modelle verfügen meist über bewegliche Teile wie zu öffnende Türen oder Hauben“, erklärt Berse.

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