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26.03.2014

15:56 Uhr

Nachlass-Ratgeber

Was tun, wenn man ein Auto erbt?

Quelle:dpa

Nach einem Todesfall sind viele Formalitäten zu erledigen. Ein geerbtes Auto sollte dabei nicht hinten angestellt werden: Versicherer und Zulassungsstelle müssen zügig über neue Besitzverhältnisse informiert werden.

Wer ein Auto erbt, kann mit dem Wagen nicht einfach weiter fahren. Zum Beispiel müssen Versicherungsfragen geklärt werden. dpa

Wer ein Auto erbt, kann mit dem Wagen nicht einfach weiter fahren. Zum Beispiel müssen Versicherungsfragen geklärt werden.

MünchenManchmal passiert es ganz plötzlich: Ein Mensch stirbt und hinterlässt der Familie oder Freunden ein Erbe, das verwaltet, sortiert oder verteilt werden muss. Darunter fällt auch das Auto des Verstorbenen. Doch wie verfahren mit dem geerbten Stück? Spätestens wenn der rechtmäßige Erbe das Auto das erste Mal fahren möchte, stellen sich Fragen nach dem Versicherungsschutz oder der Ummeldung auf den eigenen Namen.

«Nach dem Tod des Besitzers sollte sich der Erbe als Erstes so schnell wie möglich mit der Kfz-Versicherung in Verbindung setzen», empfiehlt Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Auch wenn dieser Schritt vielen vielleicht nicht dringlich erscheint, sei es wichtig, die jeweilige Versicherung über die neuen Eigentümerverhältnisse zu informieren.

Der Versicherungsschutz bleibe zwar im Todesfall gemäß der Vertragslaufzeit bestehen. Jedoch ändere sich mit der Übernahme des Wagens nicht nur der Besitzer, sondern meist auch der Beitrag.

Rabattübertragung wird schwieriger

«Beim verstorbenen Vorbesitzer stand der Wagen vielleicht immer in der Garage. Der Erbe dagegen fährt jeden Tag und lässt auch seine Kinder den Wagen benutzen», erklärt Boss beispielhaft. Die neue Sachlage müsse dem Versicherer gemeldet werden, damit dieser die Beitragshöhe und die Prozente des Schadenfreiheitsrabatts anpassen kann.

Die meisten Versicherer übertragen den Rabatt nur noch auf direkte Verwandten mit Fahrerfahrung. «Dass ein blutjunger Fahranfänger Opas 30 Prozent übernimmt, ist nicht mehr möglich», so Boss. In vielen Fällen müsse der neue Versicherungsnehmer sogar genauso viel Fahrerfahrung vorweisen, wie der Verstorbene hatte.

«Wichtig zu wissen ist außerdem, dass der Todesfall dem Erben kein außerordentliches Kündigungsrecht für die Kfz-Haftpflicht einräumt», betont Boss. Der Vertrag bleibt bestehen und geht automatisch auf den Erben über.

Damit soll verhindert werden, dass der Erbe die Kfz-Versicherung kündigt und trotzdem noch den ein oder anderen Weg mit dem Auto des Verstorbenen erledigt, bevor er es zum Beispiel verkauft, erläutert die Expertin. Ist der Haftpflichtschutz zum Todeszeitpunkt abgelaufen, steht es dem Erben frei, eine andere Versicherungsgesellschaft zu wählen.

Im Gegensatz zur Kfz-Haftpflicht sind Teilkasko- und Vollkaskoversicherungen gesetzlich nicht vorgeschrieben. «Der Erbe übernimmt aber auch diese Versicherungen automatisch», sagt Alina Schön vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

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