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23.12.2011

10:03 Uhr

Neue Studie

Fünf Ursachen für 90 Prozent aller Unfälle

Quelle:mid

Welche Regelverstöße im Verkehr führen zu den schlimmen Unfällen? Sind die Strafen dafür angemessen? Die Unfallforschung der Versicherer die Zusammenhänge zwischen Unfallgeschehen und Strafen untersucht.

Rettungskräfte auf der Bundesstraße 188 bei Burgdorf neben einem Unfallfahrzeug. dpa

Rettungskräfte auf der Bundesstraße 188 bei Burgdorf neben einem Unfallfahrzeug.

BerlinWelche Regelverstöße im Verkehr führen zu den schlimmen Unfällen und sind die Strafen dafür angemessen? Zur Beantwortung dieser Fragen hat die Unfallforschung der Versicherer (UDV) die Zusammenhänge zwischen Unfallgeschehen und Strafen für Regelmissachtungen ebenso untersucht, wie die Frage, was Verkehrsteilnehmer dazu bringt, die Regeln zu beachten.

In dem Forschungsprojekt wurden zunächst aus den Unfalldaten des Statistischen Bundesamtes rund 290.000 Ursachen bei Pkw-Unfällen analysiert. Fünf Einzelursachen bestimmen das Unfallgeschehen mit fast 90 Prozent Anteil: missachten der Vorfahrt, nicht angepasste Geschwindigkeit, Fehler beim Abbiegen, ungenügender Sicherheitsabstand und Alkohol.

Die schwersten Unfallfolgen entstehen durch Alkohol am Steuer und nicht angepasstes Tempo beziehungsweise Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit. Vorfahrt- und Abstandsunfälle passieren zwar öfter, doch die Folgen sind deutlich leichter.

Die ungeliebten Punkte in der Flensburger Verkehrssünder-Kartei gibt es in 98 Prozent der Fälle für Ordnungswidrigkeiten. Der vergleichsweise kleine Anteil an Straftaten ist überwiegend das Fahren unter Alkoholeinfluss. Die meisten Eintragungen in Flensburg sind mit 77 Prozent Anteil durch Tempodelikte zustande gekommen. Fahrverbote und Fahrerlaubnisentzug gehören zu den selten verhängten Maßnahmen, die meist wegen Alkohol und Drogen am Steuer ausgesprochen werden.

Allein bei Alkoholunfällen ließe sich ein schwacher Zusammenhang zwischen dem Unfallgeschehen und der Bestrafung erkennen. Daher lautet das Fazit der UDV, dass sich der Gesetzgeber auf die wesentlichen Unfallursachen konzentrieren sollte, wenn er mehr für die Verkehrssicherheit tun will. Bei einer Reform würde die Berücksichtigung des realen Unfallgeschehens als Grundlage einen bedeutenden Beitrag leisten. Insbesondere Regelverstöße mit schweren Folgen dürften nicht länger als "Kavaliersdelikte" gelten, schließlich stelle zu schnelles Fahren eine ähnlich große Gefahr wie Alkohol am Steuer dar.

Kommentare (3)

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keeper

23.12.2011, 13:27 Uhr

Daß überhöhte Geschwindigkeit die größte Gefahr im Straßenverkehr ist, ist ja nun schon seit längerem bekannt.

... offensichtlich WILL man nicht dagegen vorgehen.

Die Lösung wäre dabei denkbar einfach:
"Verordnung zum Aufstellen wartungsfreier Starenkästen".
Sobald aufgrund von Geschwindigkeitsüberschreitungen in gewisser Höhe Personenschäden in gewisser Höhe an einer Stelle stattgefunden haben, MUSS dort zwangsweise ein "Starenkasten" aufgestellt werden.(Punkt)

An den relevanten Stellen stehen dann im Nu überall diese Kästen - zu schnell Fahren ist dann schnell passe.

Aber das will man ja nicht.
Man will teure, schnelle Autos verkaufen.
... und jeder Unfall ist ein zusätzliches Geschäft.

pejojo

23.12.2011, 14:59 Uhr

Schärfere Strafen bei Verstößen wegen Überschreitung der vorgeschriebenen Geschwindigkeit wird die Autoindustrie schon vereiteln.
Denn wie sollen sie denn ihre PS-Boliden weiterhin an den Mann bringen.

suetter

26.12.2011, 19:04 Uhr

Wenn ich mich schminke und von der Straße abkomme und dabei sterbe ist die unfallursache "nicht angepasste Geschwindigkeit", egal ob ich 50km/h zu schnell oder zu langsam war. Wer solche Daten hernimmt um daraus etwas abzuleiten hat in der Uni geschlafen

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