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26.07.2011

13:08 Uhr

Neues Geschäftsmodell

Zahlen für die Luftdruckprüfung

An der Tankstelle den Luftdruck zu messen war bisher meistens kostenlos. Doch anscheinend wittern die Besitzer hier eine Einnahmequelle – und lassen die Kunden deshalb in die Tasche greifen.

Einen Euro kostet das Reifendruckmessen inzwischen an einigen Tankstellen. Quelle: dpa

Einen Euro kostet das Reifendruckmessen inzwischen an einigen Tankstellen.

Hamburg An immer mehr der 14.700 deutschen Tankstellen müssen die Autofahrer für die bisher kostenlose Luftdruckprüfung der Reifen bezahlen. Nach Angaben der Jülicher Firma Air-Serve GmbH haben schon mehr als 200 Stationen Luftdruckgeräte installieren lassen, an denen die Kunden eine Euro-Münze einwerfen müssen. „Das ist erst der Anfang, wir haben noch viel mehr Aufträge vorliegen“, sagte Air-Serv-Geschäftsführer Nick Janssen der Nachrichtenagentur dapd.

Die großen Ölkonzerne wie Aral, ExxonMobile (Esso) oder Shell führen die neue Technik nach eigenen Angaben bisher nicht aktiv ein. Allerdings können sie nicht für alle Tankstellen unter ihrem Logo sprechen, denn viele Stationen sind in Privatbesitz. Bei Shell läuft nach Angaben eines Sprechers ein Test mit Bezahl-Luft an mehreren Tankstellen nahe der niederländischen Grenze.

Der ADAC lehnt die neuen Luftdruckgeräte ab. „Die Autofahrer sollten sich eine Tankstelle suchen, an der sie nicht bezahlen müssen“, sagte Sprecher Andreas Hölzel.

Grund der Umstellung sind nach Angaben von Air-Serv hohe Kosten für die Luftdruckgeräte: Allein für Wartung, Strom, Eichkosten und ähnliches fallen pro Tankstelle 400 bis 800 Euro im Jahr an. Insbesondere die alten tragbaren Luftdruckgeräte werden oft gestohlen oder beim Rangieren beschädigt.

Von

dapd

Kommentare (6)

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KaosKatte

26.07.2011, 13:50 Uhr

Zitat: „Die Autofahrer sollten sich eine Tankstelle suchen, an der sie nicht bezahlen müssen“.
Ist das nicht derselbe Automobilklub, der vor wenigen Monaten herausgefunden haben will, dass sich der (Um)Weg zu Billigtankstellen nicht lohnen würde?
Die wechseln ihre Meinung ja flott wie eine Regierungspartei.

Koboldo

26.07.2011, 19:30 Uhr

Es muss nicht überraschen, dass es genügend Leute gibt, die nichts anderes tun, als darüber nachdenken, wie man den Bürgerinnen und Bürgern, den Steuerzahlern noch mehr Geld aus der Tasche ziehen kann. Wenn ein Mineralölkonzern wie Shell, der jedes Jahr mit erheblichen Gewinnsteigerungen aufwartet, nicht einmal mehr das Aufpumpen der Reifen umsonst anbieten kann, sollte man halt diese Marke meiden! Seit es dort kein Super plus mehr gibt mache ich das sowieso schon konsequent.

wolf

26.07.2011, 21:27 Uhr

Wenn Shell erst merkt, dass man zum Tanken den Schlauch benutzen muß....., da tun sich ja Möglichkeiten auf.

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