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24.11.2014

14:05 Uhr

Neueste Fahrradtrends

Statussymbol auf zwei Rädern

Rahmen aus Mahagoni, Sattel aus Jungbullen-Leder, Lenkergriffe von Sportwagen inspiriert: Luxus-Fahrräder sind bei urbanen Eliten im Kommen. Sie sind bereit, für Edel-Drahtesel den Preis eines Kleinwagens zu zahlen.

Unaufdringlicher Luxus: Unterwegs in Paris mit dem von Hermés designten und vertriebenen Fahrrad "Le Flaneur". Es kostet mehr als 8.000 Euro. AFP

Unaufdringlicher Luxus: Unterwegs in Paris mit dem von Hermés designten und vertriebenen Fahrrad "Le Flaneur". Es kostet mehr als 8.000 Euro.

"Früher war das Auto das Schaufenster des sozialen Status, jetzt übernimmt das Fahrrad diese Rolle", sagt der französische Marketing-Experte Bruno Urvoy, der in seinem Pariser Geschäft unter anderem Räder der deutschen Edelmarke Schindelhauer anbietet. "Es erlaubt einem, den anderen zu sagen: 'Das ist mein Lebensstil und mein Image'. Für einige ist es so wichtig wie die Schuhmarke."

So hat das für seine Handtaschen bekannte französische Modehaus Hermès das Fahrrad-Modell "Flâneur" auf den Markt gebracht. Für 8.100 Euro gibt es ein klassisch anmutendes Fahrrad mit Carbonrahmen, acht Gängen und einem lautlosen Zahnriemen, der die ölige Fahrradkette ersetzt. Sattel, Lenker und Gepäckträger sind mit Jungbullen-Leder bezogen, hochwertig verarbeitete Tierhäute sind schließlich eine Spezialität des Traditionshauses.

Weil teure Luxus-Fahrräder in vielen internationalen Metropolen groß im Kommen sind, setzen einige Radbauer auf besonders edles Material und schickes Design. Das Massenfortbewegungsmittel wird in seiner luxuriösen Variante zum stilistischen Ausrufezeichen von Gutverdienern. Designer buhlen um die zahlungskräftige Kundschaft und überbieten sich gegenseitig mit neuen Entwürfen.

"Das Fahrrad hat nicht nur einen großen Erfolg bei Hermès-Kunden, die darin den Geist des Hauses wiederfinden, sondern auch bei Fahrrad-Liebhabern, die darin etwas Neues entdecken", sagt Hermès-Manager François Doré. "Flâneur" - das französische Wort flâner bedeutet bummeln oder umherschlendern - sei eine "Vision des Fahrrads als Kult-Fortbewegungsmittel für den modernen Städter".

Kommentare (1)

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Frau Annette Bollmohr

24.11.2014, 16:45 Uhr

„Die Vorteile des Fahrrads gegenüber dem Auto liegen für Marketing-Experte Urvoy auf der Hand“
- und nicht nur für den (Kurzbeitrag aus dem ARD-Weltspiegel von gestern):

http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/videos/schnappschuss-malawi-100.html

Ist halt wirklich alles relativ (je nachdem, wo man sich gerade befindet)…

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