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29.07.2013

10:52 Uhr

Neuwagen

Koreaner bieten die längsten Garantien

Quelle:MID

Im Zuge der Absatzkrise auf dem europäischen Automobilmarkt setzen immer mehr Hersteller auf eine Ausweitung der Garantieleistung. Unbestrittener Marktführer in diesem Bereich ist Kia.

Branchenprimus bei der Herstellergarantie auf Neuwagen ist derzeit Kia mit sieben Jahren bis 150.000 Kilometer. Dazu kommen weitere Leistungen im Rahmen des "7-Jahre-Qualitätsversprechens". MID

Branchenprimus bei der Herstellergarantie auf Neuwagen ist derzeit Kia mit sieben Jahren bis 150.000 Kilometer. Dazu kommen weitere Leistungen im Rahmen des "7-Jahre-Qualitätsversprechens".

DüsseldorfZu Beginn dieses Jahres verdoppelte Alfa Romeo seine Herstellergarantie von zwei auf vier Jahre. Im März zog die Fiat-Konzernschwester Lancia nach. Kürzlich warb Mazda mit einer Garantie über acht Jahre für einige seiner Modelle. Dieses Angebot galt aber nur in einem beschränkten Zeitraum und kombiniert die dreijährige Mazda-Herstellergarantie und einer fünfjährigen Anschlussgarantie.

An den deutschen Herstellern ist dieser Trend bisher vorbeigegangen. So knausern Audi, BMW und Co. mit Herstellergarantien von zwei Jahren bei ihren Neuwagen. Auch bei den französischen Herstellern Citroën und Peugeot heißt es nach zwei Jahren: Schluss mit Garantieleistungen.

Subaru gewährt seinen Kunden seit Jahresbeginn eine 5-Jahres-Garantie bis 160.000 Kilometer. Die Nase vorn bei der Werksgarantie haben momentan die koreanischen Hersteller. Hyundai bietet seine Modelle mit einer Garantie über fünf Jahre und ohne Kilometerbegrenzung an. Branchenprimus ist Kia mit sieben Jahren Garantie bis 150.000 Kilometer. Die gewährt der Hersteller bereits seit 2010.

Tipps für ein langes Auto-Leben

Öl regelmäßig wechseln

Autobauer geben vor, wie oft das Öl des eigenen Fahrzeugs gewechselt werden muss. Auch welche Sorte und Viskosität die richtige ist, findet man in den Hersteller-Informationen. An diese Vorgaben sollten sich Fahrzeugbesitzer dringend halten, denn Motoröl schmiert nicht nur - auch Metallpartikel und Verbrennungsrückstände lagern sich mit der Zeit darin ab.

Inspektionen nach Wartungsplan

Bei Inspektionen sollten die Wartungspläne des Herstellers genau eingehalten werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass alle möglichen Schwachstellen überprüft und gegebenenfalls auch gefunden werden können. Außerdem wichtig: Der Zahnriemen des Autos sollte regelmäßig ausgetauscht werden.

Langsam "Warmfahren"

Auf den ersten Kilometern sollten Autofahrer den Motor mit relativ niedriger Drehzahl warmfahren. Der Grund: Der Motor besteht aus verschiedenen Materialien, die sich nach dem Kaltstart unterschiedlich schnell erwärmen und demzufolge auch ausdehnen. Zu schnelles Aufs-Gas-Drücken könnte also dazu führen, dass der Kolben nicht mehr in den Zylinder passt und klemmt. Hinzu kommt, dass auch das Öl nach dem Start noch kalt und zähflüssig ist - es braucht also eine gewisse Zeit, um zu den Schmierstellen gepumpt zu werden.

Motor abkühlen lassen

Turbomotoren können sich sehr stark erhitzen. Damit das Öl nicht an der Achse des Turbinenrades verkohlt und die Ölkanäle verstopft, sind Fahrer gut beraten, wenn sie den Motor ein paar Minuten im Leerlauf abkühlen lassen.

Kurzstrecken und Kaltstarts vermeiden

Beim Kaltstart eines Verbrennungsmotors wird das Kühlwasser und Öl nicht vorgewärmt. Auch im Schmierölkreislauf kann vorher kein Druck aufgebaut werden. Die hohen Temperaturunterschiede belasten den Motor. Unnötige Kaltstarts und Kurzstrecken sollten aus diesen Gründen vermieden werden.

Drehzahlen im Auge behalten

Wird ein kaltes Triebwerk zu hoch gedreht, führt das zu Verschleißerscheinungen. Wer permanent mit voller Leistung fährt, wird auch trotz behutsamen "Warmfahrens" und regelmäßigem Ölwechsel mit mehr Abnutzungserscheinungen rechnen müssen. Aus diesem Grund sind Drehzahlen im mittleren Bereich zu empfehlen.

Durchlüftung

Auch wenn das Merkmal "Garagenwagen" bei Gebrauchtwagenkäufern gern gesehen ist, trocknen nasse Fahrzeuge aufgrund der mangelnden Belüftung in Garagen meist langsamer - vor allem in den Zwischenräumen. Besser aufgehoben sind Autos in einem Carport.

Reinigung

Die Schmutz- und Rostnester eines Autos liegen meist im Verborgenem. Deswegen sollte bei einer Reinigung wirklich gründlich vorgegangen werden. Dabei sollten vor allem die Tür- und Haubenkanten, die Radläufe und der Unterboden nicht vergessen werden.

Hohlraumkonservierung

Wer seinem Fahrzeug ein langes Leben bescheren möchte, sollte Hohlräume und den Unterboden vor Rost schützen. Am besten geht das mit Wachs oder Fett.

"Reifenschonend" fahren

Wer ständig über Bordsteine und durch Schlaglöcher brettert, setzt nicht nur den Reifen seines Autos ordentlich zu, sondern auch eine Achse wird das auf Dauer kaum unbeschadet aushalten können. Deswegen ist bei solchen Hindernissen Vorsicht gefragt.

In diesem Jahr kamen im Rahmen des "7-Jahre-Kia-Qualitätsversprechens" sogar noch weitere Leistungen hinzu: seit März jährlich ein kostenloses Kartenupdate für fest installierte Navis und seit April eine von drei auf sieben Jahre ausgeweitete Mobilitätsgarantie. Außerdem bietet Kia, allerdings zeitlich begrenzt bis zum 30.September, sieben Jahre kostenlose Wartung laut Wartungsplan und bis 105.000 Kilometer an - inklusive Schmierstoffe, aber ohne Verschleißteile. Diese Garantiebedingungen sind außerdem bei einem Verkauf des Fahrzeugs auf den neuen Halter übertragbar. So haben Käufer eines dreijährigen Kia noch eine Restgarantie von vier Jahren, doppelt so viel wie bei einem Neuwagen der meisten Wettbewerber.

Die meisten Autobauer bieten Anschlussgarantien an, allerdings gegen Aufpreis. So kosten zwei zusätzliche Jahre etwa bei Ford je nach Modell zwischen 600 Euro und 1.000 Euro, bei Opel modellabhängig zwischen 300 Euro und 900 Euro. In jedem Fall sind hierbei die Hersteller-spezifischen Geschäftsbedingungen zu beachten, da manche Anschlussgarantie nicht denselben Deckungsumfang aufweist wie die Herstellergarantie.

Wenn Hersteller und Verkäufer zu viel versprechen

Korrekte Angaben

Die Regel gilt zwar für alle Preisklassen. Aber die Fehler werden in der oberen Klasse schnell teurer. Darum sollte vor allem darauf geachtet werden, dass im Kaufvertrag das Herstellungsdatum korrekt angegeben ist und dass tatsächlich die Lieferung eines "Inland-Fahrzeugs" vereinbart wird und - falls nicht ausdrücklich gewünscht - die Lieferung eines Re-Imports ausgeschlossen ist.

Schriftliche Vereinbarungen

Gerade bei Edelautos gibt es viele Sonderwünsche. Umso wichtiger ist es, dass alle Vereinbarungen, wie beispielsweise die Lieferung eines speziellen Zubehörs, schriftlich niedergelegt werden.

Die richtige Unterschrift

Auch hier ist schon viel schief gelaufen. Deswegen raten Juristen dazu, unbedingt darauf zu achten, dass der Vertrag von einer vertretungsberechtigten Person auf Verkäuferseite unterschrieben wird.

Die richtige Reihenfolge

Ganz wichtig: Damit Autokäufer nicht ausgenommen werden, sollten sie den Kaufpreis nur Zug um Zug gegen Übergabe des Fahrzeugs mit allen Papieren zahlen. Wer sich hier großzügig zeigt und zu schnell zahlt, kann nachher eine böse Überraschung erleben.

Alle guten Dinge sind zwei

Ist der teure neue Wagen mangelhaft, hat der Verkäufer laut Experten nur zwei Reparaturversuche. Oft wird von Autohäusern und Herstellern behauptet, es gäbe noch einen dritten Versuch. Falsch. Nach schon nach zwei fruchtlosen Nachbesserungsversuchen kann der Käufer vom Kaufvertrag zurücktreten. Gerade bei hohen Kaufpreisen wird hier dann gern gestritten.

Eine Sache für den Anwalt

Nach dem zweiten Reparaturversuch kann die Einschaltung eines Anwalts unter Umständen weiterhelfen. Denn geht es um eine Rücktrittserklärung, sind verschiedene rechtliche Besonderheiten zu beachten.

Wichtig in diesem Zusammenhang: Garantien der Autohersteller auf Neuwagen sind freiwillige Leistungen. Denn die zweijährige gesetzliche Sachmängelhaftung des Verkäufers, also des Händlers, gilt nur für Mängel, die zum Zeitpunkt des Verkaufs schon bestanden haben. Nach sechs Monaten muss der Käufer hierbei zudem einen Beweis für den Mangel liefern, was teilweise schwierig ist. Im Gegensatz dazu deckt die Herstellergarantie auch Mängel am gelieferten Fahrzeug ab, die während des Betriebs entstehen.

Doch auch hierbei bestehen Unterschiede: Garantie ist nicht gleich Garantie. Hier muss der Autokäufer einen prüfenden Blick in die Konditionen des jeweiligen Herstellers werfen, um sicherzugehen, welche Leistungen verbürgt sind. Insbesondere bei Verschleißteilen sträubt sich so mancher Autobauer zu zahlen, auch wenn beispielsweise nach wenigen Tausend Kilometern verschlissene Bremsbeläge eigentlich nicht vorkommen sollten.

Kommentare (2)

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BMW-Fahrer

29.07.2013, 13:28 Uhr

BMW hat noch nicht mal Garantie, sondern nur Gewährleistung. Außerdem ist BMW nicht in der Lage, für seine Fahrzeuge eine Anschlußgewährleistung kleinster Form zu übernehmen.
BMW ist für mich schon aus diesem Grund zukünftig OUT!

Account gelöscht!

29.07.2013, 14:00 Uhr

Die Garantie ist ein starkes Argument für die Koreaner: Sie würden wohl kaum solche eine Garantie geben, wenn die Qualität nicht stimmen würde.

Frage ans Forum: Wer hat schon Erfahrung damit gemacht? Wie stellt sich Kia/Hyundai an, wenn mal wirklich was kaputt ist?

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