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02.05.2017

10:27 Uhr

Neuwagen-Markt

Diesel-Nachfrage erreicht Tiefpunkt

VonFrank G. Heide

Die Nachfrage nach Dieselfahrzeugen ist seit Beginn des Jahres erneut stark eingebrochen. Bei per Internet vermittelten Neuwagen fährt nur noch jeder Vierte mit Selbstzünder.

Im April 2017 konfigurierte nur noch ca. jeder vierte Neuwageninteressent bei MeinAuto.de sein Fahrzeug mit Selbstzünder. 2015 waren es noch jeder Zweite. Reuters

Diesel-Motor eines VW Passat

Im April 2017 konfigurierte nur noch ca. jeder vierte Neuwageninteressent bei MeinAuto.de sein Fahrzeug mit Selbstzünder. 2015 waren es noch jeder Zweite.

DüsseldorfKaufinteressenten gehen immer deutlicher auf Distanz zum Diesel: Die Nachfrage nach Dieselfahrzeugen ist über das Internet auf unter 25 Prozent gesunken, das zeigt eine aktuelle Auswertung des Neuwagenvermittlers MeinAuto.de.

Vor Bekanntwerden des Abgas-Betrugs durch Volkswagen im September 2015 lag die markenübergreifende Dieselnachfrage über das Internet durchschnittlich noch bei 42,50 Prozent. Heute liegt diese nur noch bei 24,47 Prozent – ein Einbruch um 42,42 Prozent.

„Der erneute deutliche Einbruch der Dieselnachfrage hat ein bemerkenswertes Ausmaß. Wir spüren eine extreme Verunsicherung der Interessenten darüber, wie zukunftssicher die Investition in ein Dieselfahrzeug heute noch ist“, sagt Alexander Bugge, Geschäftsführer von MeinAuto.de.

Seit die Zukunft des Dieselantriebs in der öffentlichen Diskussion auch durch in Aussicht gestellte Fahrverbote grundsätzlich hinterfragt wird, sind Pkw mit Dieselantrieb bei Neuwagenkäufern noch unbeliebter als unmittelbar nach Bekanntwerden der Abgasmanipulationen bei Volkswagen.

Damals erfolgte ein kurzfristiger heftiger Nachfrageeinbruch bei VW Dieselfahrzeugen auf unter 28 Prozent, aktuell liegt die Nachfrage nach Fahrzeugen mit einem VW-Dieselaggregat nur noch 23,6 Prozent. Zum Vergleich: Bei BMW und Mercedes liegt die Diesel-Nachfrage aktuell bei 24,2 bzw.28,3 Prozent. Zum Vergleich: 2015 waren es im Jahresdurchschnitt noch 50,2 bzw. 53,3 Prozent.

Die Marktbeobachter der DAT (Deutsche Automobil-Treuhand), die kürzlich zur Beobachtung des Phänomens ein „Diesel-Barometer“ etablierten, kamen zu dem Ergebnis, dass sowohl beim Handel als auch bei den Endverbrauchern im ersten Quartal 2017 die Zeiträume (Standzeiten) zur Vermarktung von Diesel-Pkw deutlich zugenommen haben.

Und eine repräsentative Umfrage der GfK zeigt, dass aktuell rund 25 Prozent der Endverbraucher bestätigten, sie würden ihren anstehenden Autokauf hinauszögern, um die weitere Entwicklung beim Diesel abzuwarten. 24 Prozent würden die weitere Entwicklung bei den Fahrverboten in Großstädten abwarten. Wer aktuell schon einen Diesel fährt und nun vor dem Kauf steht, der zögert zu 40 Prozent beim Kauf, um die Entwicklung beim Diesel abzuwarten.

Gut zwei Drittel all derjenigen, die einen Autokauf planen, zeigen sich dagegen vollkommen unbeirrt von der aktuellen Diskussion.

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