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30.08.2012

14:22 Uhr

Neuwagen-Zulassungen

Dieselanteil erreicht Rekordhoch

Quelle:MID

Der Dieselanteil bei Neuwagen war in Deutschland noch nie so hoch. In den ersten sieben Monaten rollten 905.097 neue Pkw mit Selbstzünder zum Kunden. Das entspricht 48,1 Prozent aller abgesetzten Einheiten.

Neuzulassungen in Deutschland: Den größten Dieselanteil aller Pkw-Marken weist Volvo auf. MID

Neuzulassungen in Deutschland: Den größten Dieselanteil aller Pkw-Marken weist Volvo auf.

DuisburgDer Dieselanteil bei Neuwagen war in Deutschland noch nie so hoch wie heute. In den ersten sieben Monaten rollten laut dem Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen 905.097 neue Pkw mit Dieselmotor zum Kunden, das entspricht 48,1 Prozent aller abgesetzten Einheiten. Elektroautos, Hybride und gasbetriebene Pkw sind mit 1,3 Prozent Marktanteil noch immer die absoluten Exoten. Noch 1995 lag der Anteil an Selbstzündern bei gerade einmal 14,6 Prozent.

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Die EU-Kommission will die Bevorzugung von Benzin auslaufen lassen. Die neue Besteuerung über den Energiegehalt des Sprit könnte Diesel auf einen Schlag 28 Cent pro Liter teurer machen.

Grund für den Erfolg des Diesels sind Steuervorteile beim Treibstoff, aber auch der Trend zu PS-starken Wagen und die wachsende Zahl an Firmenwagen. Denn in den ersten sieben Monaten haben Privatkunden gerade einmal 39,2 Prozent aller Neuwagen gekauft, das entspricht dem zweitniedrigsten je beobachteten Wert. Neue Flottenfahrzeuge waren zu 57,1 Prozent Selbstzünder, bei den Privatkäufen waren es gerade einmal 34,1 Prozent. Da sich Privatkunden bei den Autokäufen momentan sehr zurückhalten, dürfte der Anteil an Dieselfahrzeugen am Gesamtmarkt weiter steigen.

Den größten Dieselanteil verzeichnet Volvo mit 94 Prozent aller verkauften Einheiten, gefolgt von Land Rover mit 91 Prozent und Jeep mit 83,3 Prozent.

Antriebsarten und ihre Abgaswerte

Motoren im Vergleich

Wie sehr ein Auto die Luft verpestet, hängt davon ab, was unter der Haube steckt. Denn je nach Motor stößt ein Wagen unterschiedlich viele Feinstaub-Partikel (PM) und Stickstoffdioxide (NO2) aus. Hier ein Überblick über das Abgasverhalten verschiedener Motoren.

Benzinmotoren

Moderne Benzinmotoren werden durch Direkteinspritzung zwar sparsamer gegenüber der Vergaser-Technik - und damit wird auch ihr CO2-Ausstoß gesenkt. Doch haben die Einspritzmotoren oft einen höheren Feinstaub-Ausstoß. Nach einer Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe stoßen sie eine sehr hohe Zahl an ultrafeinen Partikeln aus, die massive gesundheitliche Folgen für die Atemwege und das Herz-Kreislauf-System haben können. In der Untersuchung kam heraus: Benzinfahrzeuge überschritten den aktuellen Grenzwert für Dieselfahrzeuge teils um das Sechsfache.

Dieselmotoren

Trotz Rußpartikelfilter - Selbstzünder sind laut Verkehrsclub Deutschland (VCD) die weniger sauberen. Der Grund: Ihr aktueller Grenzwert nach Euro-5-Norm ist beim Ausstoß von Stickoxiden (NOx) dreimal höher als bei Ottomotoren. Demnach dürfen Diesel bis zu 180 mg/km an Stickoxiden ausstoßen, während der Vergleichswert bei Benzinern bei 60 mg/km liegt. Bei den Feinstaubpartikeln liegen beide Verbrennungsprinzipien mit erlaubten 5 mg/km gleichauf. Diesel-Pkw können die aktuelle Euro-5-Norm nur mit Hilfe eines Partikelfilters erreichen.

Erdgas- und Autogasantriebe (CNG und LPG)

Erdgas gilt unter den fossilen Treibstoffen in der Expertenwelt als der sauberste. So stoßen Fahrzeuge, die CNG (Compressed Natural Gas) tanken, noch weniger Stickoxide aus als Benziner. Der TÜV Süd nennt gegenüber Benzinern eine Reduktion um bis zu 60 Prozent, bei LPG seien bis zu 15 Prozent weniger möglich. Erdgasautos emittieren zudem fast gar keine Rußpartikel.

Hybrid- und Elektroantriebe

Auch Hybridfahrzeuge müssen die Abgasnormen der EU einhalten. Generell lässt sich dem VCD zufolge sagen, dass Dieselhybride, wie sie neuerdings angeboten werden, mehr Schadstoffe ausstoßen als Benzinhybride. Fahren sie im rein elektrischen Modus, stoßen sie keine Schadstoffe aus - doch liegt die Reichweite für den E-Modus meist nur bei wenigen Kilometern. Dann springt der Verbrenner an. Elektroautos stoßen während der Fahrt zwar keinerlei Schadstoffe aus. Doch bei ihrer industriellen Fertigung und bei der Stromerzeugung werden ebenfalls Rußpartikel und Stickoxide erzeugt.

Aktuelle Luftdaten
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Studie zu Umweltzonen
Kurzinfo zu Umweltzonen
Hintergrundpapier zu Feinstaub
Fragen und Antworten zu Feinstaub
Fragen und Antworten zu Stickstoffoxiden

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