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02.11.2012

14:08 Uhr

Neuwagenkauf

Online-Rabatte bedrängen klassische Autohäuser

Quelle:MID

Immer mehr deutsche Autokäufer ziehen das Internet dem Händler vor. Hauptgrund für den Online-Kauf sind die gewöhnlich deutlich hohen Rabattaussichten. Insbesondere bei Premiummarken wie Audi und Mercedes.

Autokäufer erwarten beim Online-Kauf höhere Rabatte als im stationären Handel. mid

Autokäufer erwarten beim Online-Kauf höhere Rabatte als im stationären Handel.

BerlinImmer mehr deutsche Autokäufer spielen mit dem Gedanken, den nächsten Neuwagen über eine Online-Autobörse statt einem Autohaus zu kaufen. Der Trend ist seit Jahren zu beobachten und hat inzwischen den Wert von 40 Prozent erreicht. Männer sind mit 43 Prozent der Internetverlockung stärker ausgesetzt als Frauen mit 35 Prozent. „Ausschlaggebend für die Entscheidung, online und nicht beim Händler zu kaufen, ist und bleibt der gewählte Rabatt“, sagt Rötger Arnold, Leiter von Gebrauchtwagen.de. „Knapp 40 Prozent der Befragten fordern einen Preisvorteil von mindestens 20 Prozent gegenüber dem stationären Handel – und dies vor allem im hochpreisigen Segment der deutschen Premiummarken wie Audi und Mercedes“, ergänzt Arnold.

Für einen Rabatt von zehn Prozent wechselt bereits ein Drittel der Volkswagen- und Opelkunden vom Händler ins Netz. Anders die Renault-Kunden: Ganze zehn Prozent würden erst bei einem Nachlass von 40 Prozent ihnen neuen Pkw online kaufen. Die Ergebnisse der neuen Studie belegen den Trend einer ähnlichen Studie von 2011, in der 63 Prozent der Befragten den Preisvorteil als Hauptgrund für den Kauf im Internet angaben. Das Vertrauen in die Internetportale, von denen die Befragten im Durchschnitt zwei kennen, ist gut, nur vier Prozent haben sehr wenig Vertrauen.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Präsident des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK), Robert Rademacher, deutliche Kritik an Internetportalen für Neuwagen geäußert. Diese sollen mit unseriösen Lockangeboten arbeiten, die nicht das reale Marktgeschehen widerspiegeln. Anders sehen das laut einer aktuellen Studie die Autokäufer, von denen mehr als ein Drittel die Angebote wahrnehmen möchten.

"Die Portale offerieren eine Mischung aus unseriösen Lockvogelangeboten und wenigen Autos zu Schleuderpreisen", so der Funktionär gegenüber "kfz-betrieb online". Scharf kritisierte der ZDK-Präsident auch die Händler, die versuchten, unrealistische Bonusziele um jeden Preis zu erreichen. So werde etwa der neue Golf VII schon jetzt mit mehr als 20 Prozent Rabatt angeboten. Hier sei mehr Professionalität und Loyalität zur Marke gefragt.

Wenn Hersteller und Verkäufer zu viel versprechen

Korrekte Angaben

Die Regel gilt zwar für alle Preisklassen. Aber die Fehler werden in der oberen Klasse schnell teurer. Darum sollte vor allem darauf geachtet werden, dass im Kaufvertrag das Herstellungsdatum korrekt angegeben ist und dass tatsächlich die Lieferung eines "Inland-Fahrzeugs" vereinbart wird und - falls nicht ausdrücklich gewünscht - die Lieferung eines Re-Imports ausgeschlossen ist.

Schriftliche Vereinbarungen

Gerade bei Edelautos gibt es viele Sonderwünsche. Umso wichtiger ist es, dass alle Vereinbarungen, wie beispielsweise die Lieferung eines speziellen Zubehörs, schriftlich niedergelegt werden.

Die richtige Unterschrift

Auch hier ist schon viel schief gelaufen. Deswegen raten Juristen dazu, unbedingt darauf zu achten, dass der Vertrag von einer vertretungsberechtigten Person auf Verkäuferseite unterschrieben wird.

Die richtige Reihenfolge

Ganz wichtig: Damit Autokäufer nicht ausgenommen werden, sollten sie den Kaufpreis nur Zug um Zug gegen Übergabe des Fahrzeugs mit allen Papieren zahlen. Wer sich hier großzügig zeigt und zu schnell zahlt, kann nachher eine böse Überraschung erleben.

Alle guten Dinge sind zwei

Ist der teure neue Wagen mangelhaft, hat der Verkäufer laut Experten nur zwei Reparaturversuche. Oft wird von Autohäusern und Herstellern behauptet, es gäbe noch einen dritten Versuch. Falsch. Nach schon nach zwei fruchtlosen Nachbesserungsversuchen kann der Käufer vom Kaufvertrag zurücktreten. Gerade bei hohen Kaufpreisen wird hier dann gern gestritten.

Eine Sache für den Anwalt

Nach dem zweiten Reparaturversuch kann die Einschaltung eines Anwalts unter Umständen weiterhelfen. Denn geht es um eine Rücktrittserklärung, sind verschiedene rechtliche Besonderheiten zu beachten.

Positiv dagegen ist die Einstellung der Autokäufer zum Neuwagenkauf im Internet. Mehr als ein Drittel der deutschen Verbraucher halten es für sehr wahrscheinlich, einen Neuwagen über ein Portal zu kaufen. Das hat eine Umfrage der Unternehmensberatung Arthur D. Little ergeben. Dabei ist der mögliche Preisvorteil nicht der alleinige, aber der wichtigste Faktor. Daneben sind für 74 Prozent der Befragten auch die große Nutzerfreundlichkeit und die Unabhängigkeit von Terminen bei Autohändlern wichtig.

Das Verhalten und die Erwartungen der Verbraucher hat sich laut dem Autor der Studie, Andreas Gissler, in den vergangenen Jahren verändert: "Die Zahlen belegen, dass ein Großteil der Kunden den Online-Neuwagenkauf als selbstverständlich betrachtet.

Rabattdiskussion: VW geht „Autopapst“ Dudenhöffer an

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Der Autobauer schließt sich einem offenen Brief eines Händlers an. Darin wirft Burkhard Weller dem Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer vor, Unwahrheiten über Rabatte zu verbreiten. Der nennt die Anschuldigungen „skurril“.

Mit der zusätzlichen Integration eines Online-Kanals könnte besonders das jüngere Kundensegment angesprochen werden." Für viele Menschen sei der Kauf eines neuen Fahrzeuges heute weniger ein emotionaler Akt als vielmehr eine rationale Entscheidung. Dennoch geht es für jüngere Kunden vor allem auch darum, neue Kauferlebnisse jenseits des traditionellen Besuchs beim Autohändler zu erfahren.

Es habe jedoch wenig Sinn, dass die Hersteller ihr komplettes Portfolio im Netz anbieten. "Vielmehr eignen sich bereits produzierte und vorkonfigurierte Fahrzeuge an", so Gissler. "Das Thema Preisvorteil sollte für die Hersteller nicht im Vordergrund stehen." Der Online-Kanal solle stattdessen durch attraktive, limitierte Angebote die Begehrlichkeit der Kunden wecken.

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