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06.03.2014

15:47 Uhr

Nissan auf dem Genfer Autosalon

„Design lieben oder hassen, das soll so bleiben“

VonSebastian Schaal

Nissan feiert mit seiner SUV-Strategie große Erfolge – praktische Alltagsautos mit mehr oder weniger aufregendem Design. Auch in diesen Autos wird immer mehr moderne Technik verbaut – aber nicht zu jedem Preis.

Auf dem Genfer Messestand von Nissan stand der überarbeitete Juke im Mittelpunkt. Der oberste Produktplaner Andy Palmer stellte das ungewöhnlich designte SUV vor. Reuters

Auf dem Genfer Messestand von Nissan stand der überarbeitete Juke im Mittelpunkt. Der oberste Produktplaner Andy Palmer stellte das ungewöhnlich designte SUV vor.

GenfEs gibt neue Autos, die sind sofort als solche zu erkennen. Aber auch diejenigen, bei denen man ein zweites Mal hinschauen muss, um es vom alten Modell unterscheiden zu können.

Zu letzteren gehört der überarbeitete Nissan Juke, der auf dem Genfer Autosalon eine Premiere feierte. Die Optik an Front und Heck wurde nur dezent aufgefrischt – wobei „dezent“ bei einem Juke immer noch ein gewagtes Wort ist. Auch mit frischen Xenon-Scheinwerfern und LED-Rücklichtern bleibt der Juke ein radikal designtes Auto.

Trotz und auch gerade wegen der gewöhnungsbedürftigen Optik fand das Kompakt-SUV zahlreiche Abnehmer. „Vom Juke haben wir bisher 425.000 Fahrzeuge verkauft, das ist eine echte Erfolgsgeschichte in diesem Segment“, sagt Ponz Pandikuthira, General Manger Crossover bei Nissan Europa. „Der Wagen polarisiert, es gibt Leute, die ihn lieben und diejenigen, die ihn hassen. Das wollten wir im Design behalten, nur etwas moderner und hochwertiger.“

Deutlich konventioneller – aber nicht weniger erfolgreich – gibt sich da die zweite Generation des Nissan-Bestsellers Qashqai, die seit kurzem in Deutschland bei den Händlern steht. „Der neue Qashqai ist noch nicht auf allen Märkten, deshalb warten wir noch auf das Feedback aus einigen Ländern“, sagt Pandikuthira. „Die Bestellungen liegen aber deutlich über unseren Erwartungen.“

Ein möglicher Grund: Nissan hat auf die Kunden gehört. Vor allem Koreaner und Chinesen wünschten sich ein moderneres und dynamischeres Design, in anderen Ländern wurde nach einem hochwertigeren Innenraum gefragt. Beides hat Nissan aussortiert, wie wir bereits bei einer ersten Testfahrt feststellen konnten.

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Das macht sich bereits jetzt in den Bestellungen bemerkbar. „Man könnte annehmen, dass der Mix der Ausstattungslinien und -pakete ähnlich wie beim Vorgänger sein würde – doch das ist nicht der Fall“, sagt Pandikuthira. „Die Kunden sind mit der neuen Qualität zufrieden und geben mehr Geld aus, indem sie eine bessere Ausstattung kaufen.“

Dabei hat der Qashqai bereits ab Werk zahlreiche Systeme an Bord, die bei der Konkurrenz einen Aufpreis kosten – etwa eine Notbremsfunktion oder ein Spurhalteassistent. Dass solche Systeme als Kaufgrund in absehbarer Zeit wichtiger werden als beispielsweise der Motor glaubt der Nissan-Manager allerdings nicht.

„Es sollte nicht darum gehen, möglichst viele dieser Gadgets anzubieten, denn dann verliert der Wagen irgendwann an Funktionalität. Alles, was wir eingebaut haben, erhöht die Funktionalität“, erklärt Pandikuthira. „Das ursprüngliche Konzept des Qashqai war es, dem Kunden alle Vorteile eines SUVs und eines klassischen Kompaktwagens zu bieten. Dazu gehört es auch, dass das Auto im Alltag einfach zu parken ist, deshalb die Kameras.“ Außerdem gebe es für die Kunden keine Kompromisse beim CO2-Ausstoß, weshalb auch die Wahl des Motors weiter wichtig sei.

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Dennoch dürfen Bereiche wie die Unterhaltungselektronik nicht vernachlässigt werden. Heutzutage muss ein Smartphone adäquat mit einem Neuwagen verbunden werden können. Es sei etwa „primitiv“, eine Adresse am Mobiltelefon oder Tablet herauszusuchen, um sie dann händisch in das Navigationssystem einzutippen.

„So etwas muss man sofort an sein Auto schicken können“, sagt Pandikuthira, der auch schon für Daimler tätig war. „Wir haben zudem Tripadvisor als App in den Qashqai integriert, mit dem sich in fremden Städten einfach Restaurants oder Hotels finden lassen – und natürlich der Weg dahin.“ Es gehe nicht darum, möglichst viel Technologie in das Auto zu bringen, sondern nutzbare Technologie.

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