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22.08.2015

08:21 Uhr

Norwegen

Elektroauto-Boom dank staatlicher Förderung

In keinem anderen Land boomen Elektrofahrzeuge so wie in Norwegen. Das liegt vor allem an enormen staatlichen Subventionen und Vergünstigungen: gratis parken, gratis tanken und keine Autobahngebühren.

Svein Stene steht amit seinem Nissan Leaf an einer Ladestation und schließt ihn zum Laden der Batterien ans Stromnetz an. dpa

Elektroauto-Boom in Norwegen

Svein Stene steht amit seinem Nissan Leaf an einer Ladestation und schließt ihn zum Laden der Batterien ans Stromnetz an.

OsloFünfmal die Woche fährt Nina Haug Eide aus Son 50 Kilometer nach Oslo, wo sie in einer PR-Firma als Personalchefin arbeitet. Doch selbst zur Rushhour ist die 42-Jährige nicht gestresst. Denn sie fährt ein Elektroauto, und mit dem kann sie die Busspuren benutzen und an den im Stau stehenden anderen Pendlern vorbeirauschen. „Ich spare bestimmt eine halbe Stunde Fahrtzeit“, schätzt Nina. „Außerdem muss ich mir keine Sorgen um einen Parkplatz machen.“

Nirgendwo in Europa boomt der Verkauf von Elektroautos so sehr wie im atomstromfreien Norwegen. Das Land mit seinen 5 Millionen Menschen hat weltweit den größten Anteil an Elektroautos bezogen auf die Einwohnerzahl. Inzwischen sind 18 Prozent aller Neuzulassungen strombetriebene Fahrzeuge. Im April wurde das 50000ste Auto dieser Art zugelassen.

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Diese Entwicklung ist politisch gesteuert. Denn wer sich in Norwegen, wo Autos in der Regel 50 bis 100 Prozent teurer sind als in Deutschland, für das klimafreundliche Fahren mit Strom entscheidet, kann richtig sparen: Für ein elbil, so der norwegische Name für Elektroautos, zahlt man weder die 25 Prozent Mehrwertsteuer, noch Importsteuer, noch Abgasabgaben. Der Kassenschlager, der VW E-Golf, ist damit rund 80 000 norwegische Kronen (8800 Euro) billiger in der Anschaffung als ein traditioneller Golf.

Doch es gibt noch weitere Vorteile: Man zahlt keine Autobahngebühren, darf die Busspuren benutzen, auf kommunalen Parkplätzen kostenlos parken, eine Reihe von Fähren sind umsonst und an vielen Stellen kann man gratis aufladen. Und Ladestationen gibt es unter anderem vor jedem Rathaus, an Tankstellen und auf vielen Firmenparkplätzen. 1726 im ganzen Land mit 6715 Ladepunkten.

Das sind die Gewinner im deutschen Automarkt

Platz 10

Volkswagen - plus 7,7 Prozent*

Der Marktführer legt mit 287.504 verkauften Fahrzeugen in der Heimat einen guten Start hin, allerdings wird der Erfolg durch rückläufige Zulassungen im Mai ein wenig getrübt.

*Absatz Januar bis Mai 2015 im Vergleich zum Vorjahr, Quelle: KBA

Platz 9

Nissan - plus 10,7 Prozent

Die Japaner können weitere Marktanteile erobern und legen dank ihres Bestsellers Qashqai bei den Verkäufen deutlich zu. Insgesamt verkauft Nissan in den ersten fünf Monaten des Jahres 29.430 Autos.

Platz 8

Land Rover - plus 11,4 Prozent

Der Marktanteil der schweren Briten in Deutschland ist zwar marginal. Doch das Wachstum kann sich sehen lassen. Allein im Mai legen die Verkäufe um rund ein Fünftel zu. Insgesamt wurden in Deutschland rund 7.600 Exemplare der britischen Geländewagen verkauft.

Platz 7

Porsche - plus 21,4 Prozent

Der Macan und die Folgen. Der Sportwagenbauer schwimmt dank des jüngsten SUVs weiterhin auf der Erfolgswelle und verkaufte bis Mai rund 12.700 Autos in Deutschland.

Platz 6

Mini - plus 23 Prozent

Der kleine Brite mit BMW-Genen verkauft sich dank der neusten Cooper-Auflage wieder blendend. Im Mai zogen die Verkäufe gar um satte 83 Prozent an. Deutschlandweit wurden in den ersten Monaten 15.300 Minis verkauft.

Platz 5

Suzuki - plus 24,7 Prozent

Die Japaner fliegen in den öffentlichen Wahrnehmung unterm Radar. Dabei können sich die Verkäufe sehen lassen. Dank neuer Modelle wurden deutschlandweit rund 14.000 Suzukis verkauft.

Platz 4

Lexus - plus 44,1 Prozent

Schon mit wenigen zusätzlich verkauften Fahrzeugen landet die Luxus-Marke der Japaner in den oberen Rängen. Mit 689 verkauften Fahrzeugen in fünf Monaten bleibt Lexus in Deutschland ein absoluter Exot.

Platz 3

Smart - plus 53,2 Prozent

Der Modellwechsel treibt die kleine Daimler-Tochter an. Die Neuauflage des Smarts verkauft sich in Deutschland blendend. Insgesamt setzt Smart 16.200 Fahrzeuge ab.

Platz 2

Mitsubishi - plus 73,2 Prozent

Für den Erfolg der Japaner gibt es einen Grund und der heißt Outlander. Der SUV besticht durch seinen günstigen Preis oder seinen revolutionären Plug-in-Antrieb. Insgesamt kann Mitsubishi so 14.500 Fahrzeuge absetzen.

Platz 1

Jeep - plus 79,3 Prozent

Noch stärker legt nur die Geländewagen-Legende zu. Die Fiat-Chrysler-Tochter hat mit dem Renegade einen absoluten Bestseller auf den Markt gebracht. Mit insgesamt 5.700 verkauften Fahrzeugen ist der Marktanteil der Italo-Amerikaner aber noch gering.

Für Nina und ihren Mann waren das überzeugende Argumente. „Ich schätze, wir sparen jedes Jahr 30.000 Kronen (3300 Euro) nur an Betriebskosten. Und in die Werkstatt müssen wir auch nicht so häufig.“ Die Luxusversion ihres Tesla S muss nur alle 500 Kilometer aufgeladen werden. „Wenn er richtig leer ist, dauert das 24 Stunden, aber so weit kommt es meistens nicht. Ich lade ihn meistens über Nacht zu Hause“, erzählt die vierfache Mutter.

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