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12.12.2011

08:30 Uhr

Nur 101 Autos an Privatkäufer

Elektroauto-Absatz weit hinter Erwartungen

Die Elektroauto-Bilanz des Jahres sieht ernüchternd aus. In den ersten elf Monaten des Jahres sind gerade mal 1.808 Elektroautos neu auf die Straße gebracht worden. Ein Leitmarkt für E-Mobilität sieht anders aus.

Ein Elektro-Smart "tankt" in Ulm an einer Stromzapfsäule. dpa

Ein Elektro-Smart "tankt" in Ulm an einer Stromzapfsäule.

Duisburg/EssenDie Elektroauto-Bilanz des Jahres 2011 in Deutschland sieht einer Studie zufolge ernüchternd aus. In den ersten elf Monaten des Jahres seien gerade mal 1.808 Elektroautos neu auf die Straße gebracht worden, sagte Auto-Forscher Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen am Sonntag. Die Bilanz werde noch nüchterner, wenn man die Elektroautos zähle, die von Privaten zugelassen worden seien: „Ganze 101 Elektroautos wurden in elf Monaten von Privatkunden gekauft“, so Dudenhöffer weiter.

Bis zum Ende des Jahres 2011 werden es keine 120 Elektroautos sein, die von Privatkunden gekauft wurden. Das liegt unter den Zahlen der Jahre 1996, 1997 oder 1998. Damals hatten Privatkäufer mehr Elektroautos gekauft als im dritten Jahr der „Leitmarkt-Vision“ der Bundesregierung. Im November 2008 hatten die vier Bundesministerien für Umwelt, Verkehr, Wirtschaft, Forschung erklärt, Deutschland solle „Leitmarkt für Elektromobilität“ werden.

In Deutschland seien 92 Prozent der wenigen Exemplare bei Autobauern, Autohändlern oder Unternehmen wie etwa Stromkonzernen neu zugelassen worden. Weltweit kamen laut der CAR-Studie in diesem Jahr etwas mehr als 50.000 Elektroautos neu auf die Straße. An allen verkauften Pkw weltweit hat Deutschland laut der Studie einen Anteil von fünf Prozent, an den weltweit verkauften Elektroautos von drei Prozent.

Beispiel USA: In USA wurden in den ersten elf Monaten des Jahres nur von den beiden Elektroauto-Modellen Nissan Leaf und Chevrolet Volt 14.862 Fahrzeuge verkauft. Bis Jahresende werden nur von diesen beiden Modellen in USA dann über 16.000 Fahrzeugen neu in den Markt gekommen sein.

USA ist jetzt sicher nicht das Musterland für Elektroautos. Aber im Jahr 2011 werden in USA fast 10-mal so viele Elektroautos verkauft werden als in Deutschland. Bei den gesamten Neuwagenverkäufen ist USA in diesem Jahr aber gerade mal 4-mal so groß wie der deutsche Automarkt.

Eine der Hauptursachen sieht Dudenhöffer in den Förderprogrammen der Bundesregierung: „Es dauert sehr lange, bis Wettbewerbe definiert werden und dann Projekte genehmigt sind. So wird es von April 2011 bis Januar 2012 dauern, bis die ersten Förderskizzen für den Schaufenster-Wettbewerb für Elektromobilität eingereicht werden.“ In anderen Ländern geht das deutlich schneller. Allein in Paris werden bis zum Frühjahr 3.000 Elektroautos im Car-Sharing eingesetzt werden.

Von

dpa

Kommentare (8)

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zarakthuul

12.12.2011, 11:49 Uhr

Aha Herr Dudenhöffer, es ist also die mangelnde Förderung! Ich dachte schon es läge an der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit der E-Mobile.

Martin45

12.12.2011, 12:28 Uhr

Kein Wunder, denn in Deutschland muss dazu beispielsweise dringend das steuerliche Dienstwagenprivileg geändert werden.

Sobald die Bundesregierung nur noch Dienstwagen steuerlich fördert, die Elektroautos sind, dann würden unsere Konzerne und Firmen sehr schnell umsatteln. Aber solange unsere Bundesregierung hier weiterhin steuerlich das Dienstwagenprivileg nicht umbaut, wird auch wenig geschehen.

schmurf

12.12.2011, 12:43 Uhr

Mal überlegen, welche Autos mit E-Antrieb waren denn 2012 verfügbar. Fällt mir doch glatt nix ein, nix bei VW, Ford, Opel, BMW, DB, Saab, Volvo etc.
Wollte ich E-Autos schlecht machen, würde ich das in der Presse auch so kommunizieren.

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