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19.06.2012

10:54 Uhr

Ökosprit

Deutsche Autofahrer misstrauen E10

VonSilke Kersting

Die Zweifel am subventionierten Ökokraftstoff bleiben: Obwohl laut Statistiken 90 Prozent der Beziner einwandfrei mit E10 laufen, bezweifelt die Mehrheit der Deutschen, dass ihr Auto den Kraftstoff verträgt.

Super E10 hat für eine Welle der Empörung gesorgt. dpa

Super E10 hat für eine Welle der Empörung gesorgt.

BerlinAnderthalb Jahre nach Einführung der Benzinsorte Super E 10 in Deutschland hat erst ein Drittel der Haushalte mit einem Benzin-Pkw den neuen Ökokraftstoff getankt. Das ist das Ergebnis einer gestern veröffentlichten Umfrage von TNS Infratest im Auftrag des Bundesverbandes der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe). Der Grund für die Zurückhaltung: Offenbar zweifelt noch immer die Masse der Autofahrer daran, dass ihr Auto Super E10 verträgt.

Der "Ökosprit" enthält zehn Prozent Bioethanol aus nachwachsenden Rohstoffen. Das soll die Umweltbelastung durch das klimaschädliche Kohlenstoffdioxid senken. E10 ist nach BDBe-Angaben derzeit etwa vier Cent pro Liter billiger als herkömmliches Superbenzin. Der Ökosprit ist seit Januar 2011 in Deutschland erhältlich - ein flächendeckendes Angebot besteht erst seit Oktober.

Dass die Zahl der E-10-Nutzer seit Sommer 2011 um 37,5 Prozent gestiegen ist, führt TNS-Infratest-Chef Richard Hilmer darauf zurück, dass E10 im ersten Jahr nicht überall verfügbar war. Im Westen etwa, wo E10 erst nach dem Sommer eingeführt wurde, stieg die Zahl der Nutzer. Im Süden dagegen, wo der Sprit von Anfang an erhältlich war, hat sich die Zahl der Nutzer kaum verändert.

Insgesamt gibt der BDBe den Marktanteil von E 10 mit "gut 13 Prozent" an. Die Einführung von bleifreiem Benzin sei schleppender verlaufen, sagte Geschäftsführer Dietrich Klein gestern in Berlin. "Bleifreies Benzin hat zehn Jahre gebraucht, um sich als Standardsorte zu etablieren." Dennoch gebe es gravierende Informationsdefizite: "Wenn mindestens 90 Prozent der Pkw mit Benzinmotor in Deutschland für Super E 10 geeignet sind und trotzdem zwei Drittel der Autofahrer daran zweifeln, ist die Aufgabe klar", so Klein: "Die Autofahrer müssen direkt informiert werden, an den Tankstellen, besonders aber in den Werkstätten. Das ist Aufgabe der Autohersteller."

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