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04.02.2015

07:46 Uhr

Oldtimer-Fund in Frankreich

60 legendäre Modelle kommen unter den Hammer

Jahrzehntelang waren die Oldtimer in einer Scheune versteckt und galten als verschollen: Nach dem Ferrari 250 California von Filmstar Alain Delon war überall gesucht worden. Nun werden die Prunkstücke versteigert.

Ein Ferrari 250 GT California SWB (l.) und ein Maserati A6G 2000 Berlinetta Grand Sport Frua standen jahrzehntelang in einer Scheune in Frankreich, versteckt unter Bergen von Zeitungen. dpa

Oldtimer in französischer Scheune entdeckt

Ein Ferrari 250 GT California SWB (l.) und ein Maserati A6G 2000 Berlinetta Grand Sport Frua standen jahrzehntelang in einer Scheune in Frankreich, versteckt unter Bergen von Zeitungen.

ParisBugatti, Hispano-Suiza, Delahaye, Maserati, Ferrari – diese Namen lassen das Herz vieler Autoliebhaber höher schlagen. 60 zum Teil äußerst seltene Modelle aus den 1930er bis 1970er Jahren, die jahrzehntelang auf einem Privatgrundstück in Frankreich vor sich hinschlummerten, kommen am Freitag in Paris unter den Hammer.

Der Schätzwert der legendären Oldtimer, die von berühmten Designern entworfen wurden – unter ihnen Chapron und Million-Guiet –, beläuft sich auf rund 16 Millionen Euro. Die Experten zufolge außergewöhnliche Sammlung war im vergangenen September entdeckt worden – auf dem Anwesen des ehemaligen Unternehmers und Autonarren Roger Baillon im Westen Frankreichs.

Die völlig verstaubten Oldtimer waren in Schuppen und Scheunen geparkt, teilweise unter alten Zeitungen begraben oder von Efeu und Unkraut überwuchert. Zu den Prunkstücken der Sammlung, die einen Platz im Museum verdienen, gehören legendäre Modelle wie ein Talbot Lago T26 aus dem Jahr 1948 und einer von nur drei Maserati A6G Gran Sport, Baujahr 1956, deren Existenz noch bekannt ist.

Zusammengetragen wurde die Kollektion von dem vor über zehn Jahren verstorbenen französischen Unternehmer und Autonarren Roger Baillon. Er suchte in ganz Frankreich und Europa nach Oldtimern, kaufte sie auf und brachte sie auf sein Anwesen.

Baillon sei ein „Sammler der ersten Stunde“ gewesen, berichtet Matthieu Lamoure vom Auktionshaus Artcurial, das die Versteigerung organisiert. „Er war begeistert vom Genie des Automobils und hat viele dieser Schätze vor dem Autofriedhof bewahrt.“

Der ehemalige Chef eines Speditionsunternehmens hatte laut Lamoure den Ehrgeiz, besondere Autos vor allem aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg zu retten und die Sammlung eines Tages in einem Museum auszustellen. Aber finanzielle Schwierigkeiten ließen diesen Traum platzen – und der Oldtimer-Schatz blieb jahrzehntelang im Verborgenen, auch nach dem Tod des Sammlers Anfang dieses Jahrhunderts.

Erst als kürzlich auch Baillons Sohn verstarb, wandten sich dessen Erben an das Auktionshaus. „Als wir von einem Ferrari 250 California hörten, glaubten wir zuerst keine Sekunde daran“, sagte Lamoure der Nachrichtenagentur AFP. Die weltweit noch existierenden Exemplare dieses Modells seien normalerweise alle registriert.

Als der Franzose dann in diversen Scheunen und Schuppen die ganze Sammlung entdeckte, erlebte er eine Überraschung nach der anderen. „Das war surreal, ein echter Schock“, sagt Lamoure.

Der fragliche Ferrari 250 California sei unter einem Riesenhaufen aus alten Zeitungen und Zeitschriften versteckt gewesen. Nach diesem Auto, das eine Weile sogar dem französischen Filmstar Alain Delon gehört habe, sei überall gesucht worden. „Und es war in Frankreich, verschollen in einer Scheune.“

Von

afp

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